Allgemeine Berichte | 10.11.2014

Ausstellung des Deutsch-Israelischen Freundeskreises Neuwied e.V. eröffnet

Stolpersteine - Erinnern für die Zukunft

Die Ausstellung kann im „Café Auszeit“ bis zum 26. November besichtigt werden

Die Stolpersteine erzählen alle eine eigene Geschichte. STUKO

Neuwied. Nach der Gedenkveranstaltung am jüdischen Mahnmal in der Synagogengasse folgten viele Bürgerinnen und Bürger der Einladung zusammen mit dem Deutsch-Israelischen Freundeskreis zum „Café Auszeit“ der Marktkirche zu gehen, um hier die Ausstellung „Stolpersteine - Erinnern für die Zukunft“ zu eröffnen.

Ein „Weg der Erinnerung“ so Werner Zupp bei seiner Begrüßung, „vom Ort an dem die einstige Synagoge und das Schulhaus der jüdischen Gemeinde zu Neuwied stand hinüber in das Gemeindehaus der Pfarrkirche zur Ausstellungseröffnung.“

Die „Stolpersteine“ in Neuwied gehen zurück auf das Jahr 2003. Damals beschloss der Vorstand des Deutsch-Israelischen Freundeskreises auf Anregung der damaligen Stadträtin Charlotte Fichtl-Hilgers, sich dem europaweiten Projekt des Kölner Künstlers Gunter Demnig anzuschließen. Ziel dabei ist und war es, für jedes einzelne Opfer des Nationalsozialismus kleine fast unscheinbare Steinquader in der Größe von zehn Mal zehn Zentimetern in die Bürgersteige vor ihren Haustüren zu verlegen. Eine Messingplatte beinhaltet dann die Daten der einzelnen Opfer: Namen und soweit herausfindbar auch das individuelle Schicksal.

„Stolpersteine sind Steine des Anstoßes“, so Werner Zupp. „Sie sind unscheinbar im Boden verlegt und doch erwecken sie unsere Aufmerksamkeit. Wir stolpern über sie, zwar nicht mit den Füßen, aber mit unseren Gedanken. Sie bieten uns die Möglichkeit Lebensspuren von Menschen zu folgen, deren Stimme verstummt ist. Es sind Steine, die an Menschen erinnern, die fürwahr die Pforten der Hölle durchschritten haben. Und diese Hölle hat konkrete Namen gehabt wie Auschwitz, Buchenwald, Majdanek oder Dachau.“

Die Ausstellungsdokumentation wurde zusammengestellt von Christine Welters (fotografische Arbeiten - Fotos und Fotomontagen) und Waltraud „Walli“ Hemmerich (Skulpturen aus Stacheldraht, die an die Unmenschlichkeit in den Konzentrationslagern, an Tod und Folter erinnern). „Das unmittelbare Gegenüber der Fotoarbeiten zu den Kunstwerken gibt der Ausstellung eine ganz besondere Wirkung.“ Werner Zupp zeigte sich zudem in erster Linie bei Rolf Wüst erkenntlich, ohne den es das Projekt der „Stolpersteine“ in Neuwied nicht geben würde. Seit über zehn Jahren ist er unermüdlich hierfür im Einsatz, recherchiert und dokumentiert. „Er beschäftigt sich wie kein Anderer zuvor hiermit und hat auch alle Vorarbeiten zur Ausstellung geleistet.“ Musikalisch umrahmt wurde die Eröffnung von Uwe Wagner, der das seltene Instrument „Hang“ spielte. Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 26. November montags bis freitags von 14.30 bis 18 Uhr sowie zusätzlich dienstags von 8.30 bis 10.30 Uhr und freitags von 10.15 bis 12 Uhr.

Die Stolpersteine erzählen alle eine eigene Geschichte. Fotos: STUKO

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