Pfingstkirmes-Pfingstreiter-Kirmeswiese
Tradition hat einen Namen
1564 wurden die Heddesdorfer Pfingstreiter erstmals urkundlich erwähnt. Vermutlich gibt es sie schon deutlich länger. Die Pfingstkirmes selbst findet schon seit mehr als 120 Jahren auf der jetzigen Heddesdorfer „Kirmeswiese“ statt. Bis in die Sechziger Jahre mehr oder weniger eine Wiese wurde sie in der Folge zu einem erschlossenen Mehrzweckplatz hergerichtet. Die jetzige, günstige Erreichbarkeit durch die zentrale Lage und die Einbeziehung des alten Ortskerns von Heddesdorf, ist während der Pfingstkirmes nicht nur für die Gastronomie und Schausteller von existenzieller Bedeutung. Es ist ohne die „Nohberschbank“ mit Bierbrunnen zum Beispiel nicht möglich, das Kosten intensive Brauchtum der Pfingstreiter ohne diese Einnahmen aufrecht zu erhalten. Und darum muss der Kirmesplatz da bleiben, wo er sich jetzt befindet! Durch den am Pfingstdienstag stattfindenden „Vatertag“ werden allen Schaustellern an diesem Standort „Kirmeswiese“ noch einmal viele Besucher beschert. In einer Machbarkeitsstudie durch die Firma Herbstreit aus Hannover, wird die Verlegung des jetzigen Kirmesplatzes zum Zwecke der Bewerbung für eine Landesgartenschau an die B 42, Richtung Irlich und Klärwerk vorgeschlagen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein an die B 42 mit dem bekannt hohen Verkehrsaufkommen verlegter Kirmesplatz die Tradition der Heddesdorfer Pfingstkirmes inkl. der Pfingstreiter aufrechterhalten kann. Und welche verantwortungsbewussten Eltern lassen ihre Sprösslinge mit einem guten Gefühl an eben diese hoch frequentierte Bundesstraße gehen! All die vorgenannten und aufgezeigten Bedenken werden dadurch noch geschürt, dass bis heute kein Beschluss durch den Stadtrat erfolgt ist, dass die Heddesdorfer Kirmeswiese an ihrem jetzigen Standort verbleibt (auch nach einer Landesgartenschau). Oder hat die Stadt mit dem hochwertigen Gelände etwas anders im Sinn? Hier kann ich den Stadtrat nur auffordern, in einer seiner nächsten Sitzungen den Beschluss zu fassen, die Kirmeswiese, wie im vorherigen Absatz beschrieben, an ihrem jetzigen Standort zu belassen. Damit können auch die Bedenken aller Betroffenen, die gar nicht einzeln aufzuzählen sind, ausgeräumt werden.
Volker Ino Lehmann, Neuwied
