Barrierefreiheit am Bahnhof,
Bündnisfraktionen fordern barrierefreien Bahnhof Engers in Neuwied
aus Neuwied
Neuwied. „Ausgerechnet in Engers?“ – Bündnisfraktionen fordern echte Barrierefreiheit am Bahnhof.
Die Fraktionen von CDU, Bündnis 90/Die Grünen, BSW, FWG und FDP im Stadtrat der Stadt Neuwied fordern gemeinsam mit dem Engerser Ortsvorsteher Dieter Neckenig (CDU) die Deutsche Bahn AG, den SPNV Nord und das Bundesverkehrsministerium erneut mit Nachdruck auf, den Bahnhof Engers vollständig barrierefrei auszubauen.
Hintergrund ist die jüngste Videokonferenz zur Generalsanierung der rechten Rheinstrecke.
Dort wurde erneut bestätigt, dass die Bahnsteige in Engers trotz umfassender Modernisierung nicht auf die notwendige Höhe von 76 Zentimetern angepasst werden sollen.
Damit wären mobilitätseingeschränkte Menschen weiterhin vielfach auf Rampenhilfe angewiesen, um die Züge nutzen zu können.
Die Fraktionen begrüßen ausdrücklich die vorgesehenen Investitionen in den Bahnhof Engers – insbesondere den Einbau von Aufzügen und die Modernisierung der Anlage. Dennoch bleibe die zentrale Frage ungelöst: der wirklich selbstständige Zugang zur Bahn.
„Gerade in Engers ist der Bedarf an echter Barrierefreiheit besonders hoch. Mit der Josefs Gesellschaft, Einrichtungen der Lebenshilfe und weiteren sozialen Einrichtungen leben und arbeiten hier hunderte Menschen, die täglich auf einen barrierefreien Zugang zur Bahn angewiesen sind“, machen die Fraktionsvorsitzenden Martin Hahn (CDU), Regine Wilke (Bündnis 90/Die Grünen), Tobias Härtling (BSW), Lars Ebert (FWG) und Dr. Dietrich Rühle (FDP) Ihrem Unmut über die „halbherzige und nicht durchdachte Vorgehensweise der Deutschen Bahn AG Luft.
Für großes Unverständnis sorgt insbesondere, dass entlang der Rheinstrecke an anderen Stationen entsprechende Anpassungen möglich sein sollen – ausgerechnet in Engers jedoch nicht.
„Ein Bahnhof ist nicht wirklich barrierefrei, wenn Menschen weiterhin Hilfe benötigen, um überhaupt in einen Zug einsteigen zu können. Dass dies ausgerechnet in Engers gelten soll, versteht vor Ort niemand mehr“, ist der Engerser Ortsvorsteher Dieter Neckenig enttäuscht über die „starre Haltung der Bahn und des Ministeriums. Da schreibt man sich Inklusion und Beteiligung auf die Fahne und in der Realität grenzt man Menschen mit Einschränkungen de facto sehenden Auges aus.“
Der Stadtrat der Stadt Neuwied hatte bereits einstimmig eine Resolution beschlossen, die auf Initiative der fünf Fraktionen eingebracht wurde. Ziel ist ein vollständig barrierefreier Ausbau des Bahnhofs Engers.
Die Fraktionen erwarten nun, dass die Verantwortlichen ihre Planungen noch einmal überprüfen und eine Lösung schaffen, die den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen vor Ort gerecht wird.
„Barrierefreiheit darf kein fauler Kompromiss sein – die Barrierefreiheit ist im BFSG festgeschrieben und das verpflichtet die Bahn zu barrierefreien Zugang zu den Zügen. Und das gilt insbesondere an einem Standort wie Engers mit seinen zahlreichen Einrichtungen für behinderte Menschen.
Pressemitteilung CDU, Bündnis 90/Die Grünen, BSW, FWG und FDP
Die Bündnisfraktionen im Stadtrat machen sich für den barrierefreien Ausbau des Bahnhofes Engers stark. Hierzu haben CDU, Bündnis90/die Grünen, BWS, FWG und FDP eine gemeinsame Resolution im Stadtrat eingebracht. Foto: Jörg Niebergall
Anlässlich einer Video-Schalte wurde deutlich, dass der Bahnhof Engers nun doch nicht komplett barrierefrei ausgebaut wird. Eine besipiellose Fehlleistung der Deuteschen Bahn AG für die vielen Menschen mit Einschränkungen vor Ort. Foto: Martin Hahn
