Allgemeine Berichte | 06.07.2013

Chamäleons verwandelten Schlosspassage in Neuwied

Von der Schlemmerkuppel zum Horrorhaus

„Das schreckliche Schlachthaus Schlabbeck“ – Interaktive Führungen

Bei der Evalutionsführung notierte Regisseur und Autor Olvier Grabus rechts was noch verbessert werden kann. -HEP-

Neuwied. Blutverschmierte Küchenwände, servierfertige Platten mit Augen und anderen menschlichen Körperteilen, dunkle Kellerräume voller Nebel und Monster, die einen fürchterlich erschrecken – Frankenstein und Dracula lassen grüßen. Jedoch: „Alles nur Theater“ wie die Neuwieder Schauspielgruppe Chamäleon sich selbst bezeichnet und die hat aus der ehemaligen lange leer stehenden Schlemmerkuppel gegenüber dem Neuwieder Schloss in monatelanger Arbeit „Das schreckliche Schlachthaus Schlabbeck” gezaubert und das Ganze in Kulturkuppel umgetauft. Hier ist Theater hautnah – aber nichts berühren – die Schauspieler führen durch ein Labyrinth, aus dem man ohne Scout wohl nicht mehr herauskäme. Erstaunlich, wie riesig doch die Schlemmerkuppel mit ihren Nebenräumen ist. Chamäleon-Regisseur und Autor Oliver Grabus hatte die Idee zu solchen theatermäßigen Führungen, wohl angelehnt an die szenische Stadtführung mit Lady Peacock und Prinz Max, die ebenfalls aus seiner Feder stammt. Anders als die Stadtführung ist das Horrorszenario, Geisterbahnen kann man getrost vergessen, der Chamäleons für Kinder nichts. Und auch die Erwachsenen müssen vorher unterschreiben, dass sie keine körperlichen Probleme haben in absoluter Dunkelheit, bei Stroboskop-Licht, Kunstnebel und auch nicht zusammenbrechen, wenn Monster und andere Horrorgestalten sie erschrecken und untereinander ein Blutbad anrichten. Jedoch können sich die Mitglieder der dreier Trupps – pro Führung nur zwölf Teilnehmer - wenn sie es nicht mehr aushalten mit dem Wort „Käsewurst“ zurück in die Gegenwart „beamen“, der Scout führt sie dann nach draußen. Oliver Grabus hatte die Idee, die Kulissen aus vergangenen chamäleonischen Theaterstücken so zu benutzen wie sie sind. Und so hat der Verein in Neuwied etwas geschaffen, was man sonst nur von Freizeitparks oder Halloween-Events kennt. „Es handelt sich um das aufwändigste Projekt, dass Chamäleon jemals geschaffen hat“, erklärte dazu Oliver Grabus. Die Horrorstory ist nicht sehr lang: Die Theaterbesucher werden als Rekruten eingeschworen bei der Anti-Schlabbeck-Force (ASF), die gegründet wurde, um das Schlabbeck-Imperium aus der Schlosspassage zu vertreiben. Denn von hier aus spinnt der Schlachter Schlabbeck seine dunklen Machenschaften. Seit Monaten versucht er zu verhindern, dass der Theater- und Kulturverein Chamäleon dort die Kulturkuppel errichten kann. Hinzu kommt, dass in den letzten Wochen viele Chamäleon-Mitglieder und andere Neuwieder Bürger auf mysteriöse Art und Weise verschwunden sind. Die Rekruten der ASF haben die Aufgabe, die verschwundene Tina zu finden und Schlabbeck mitsamt seinen Schergen zu überführen. Nicht nur, dass die Theatergäste sich einen Weg durch dass 1000 qm große Horrorhaus bahnen müssen, sie treffen auch mit unterschiedlichen Typen zusammen. Da sind zu Beginn erstmal ein paar Damen aus dem Rotlichtmilieu und aus den 70ern übrig gebliebene Gammler. Und im tiefen, dunklen, nebeligen Keller erzählt ein merkwürdiger Kneipenwirt ungewöhnliche Dinge. Immer wieder müssen sich die Rekruten bei den vielen seltsamen Geschöpfen Infos holen, um dann endlich bei Elvira in der dem Schlachthaus angegliederten Küche und schließlich bei dem fruchtbaren Schlachter Schlabbeck persönlich zu landen.

Bei der Evalutionsführung notierte Regisseur und Autor Olvier Grabus rechts was noch verbessert werden kann. Foto: -HEP-

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