Abriss der ehemaligen Essigfabik in Fahr am Rhein ist in vollem Gange
160 Jahre Tradition weichen den Baggern
Neuwied - Fahr. Mehr als 160 Jahre wurden im Neuwieder Stadtteil Feldkirchen ,Ortsteil Fahr Saures produziert. Der in Gladbach geborene Theodor Moskopf erwarb im Jahre 1836 im oberen Ortsteil von Fahr eine Mühle, um die Wasserkraft für die Senffabrikation auszunutzen. Man schrieb das Jahr 1891, als der Sohn von Theodor Moskopf, Carl Conrad Josef Moskopf, als Miteigentümer und Unternehmer sich für einen eigenen Bahnhof einsetzte, um die damalige Wettbewerbsfähigkeit erheblich zu steigern und somit Betriebsaktivitäten auszubauen. Der Bahnhof in Fahr existiert aber seit über 40 Jahren nicht mehr.
Im Jahre 1948 übernahm die Firma Carl Kühne KG den Fahrer Betrieb und führte das Unternehmen weiter, nachdem Carl Theodor Moskopf in den wohlverdienten Ruhestand ging. Unter dem Namen „Rheinische Senf- und Weinessigfabrik, vormals Theodor Moskopf, wurde ein reiches Sortiment an Lebensmitteln produziert. Das Unternehmen erwarb 1955 im Neuwieder Ortsteil Gladbach eine weitere Firma Moskopf, dazu kamen noch kleinere Firmen in Aschaffenburg, Heidelberg und Frankfurt/Main. Beide Unternehmen in Fahr und in Gladbach sowie die drei kleineren Betriebe bildeten nun die „Kühne Vertriebsregion Neuwied“. Im Fahrer Werk wurde ein reichhaltiges Sortiment an Lebensmitteln hergestellt, wie verschiedene Weinessigsorten, Senf usw.. Doch nachdem man die meisten Produktionen nach Schweinfurt/ Bayern, Straelen/ NRW und Hagenow/ Mecklenburg verlagerte und somit Anfang der 90 iger Jahre nur noch Obst- und Apfelessig in Neuwied hergestellt hatte, kam 1998 das endfgültige Aus für das traditionelle Werk der Carl Kühne KG im Neuwieder Ortsteil Fahr.
Oberhalb der historischen Denkmalzone des ehemals eigenständigen Ortes Fahr am Rhein standen seit der Schließung im Jahre 1998 die Gebäude der Firma mit Hauptsitz in Hamburg leer.
Jetzt, zwanzig Jahre später, werden die Gebäude aus dem neunzehnten Jahrhundert des ehemaligen Essigwerkes dem Erdboden gleichgemacht. Vor einigen Tagen begann man mit dem Abriss. Mehr als 160 Jahre Tradition weichen neuen Immobilien, die dort gebaut werden sollen.
DEB
Eine Bürgerinitiative hatte sich für den Abriss stark gemacht. Bald soll hier Neues entstehen.
Auf dem Kühne - Gelände rückten jetzt die Bagger an. Fotos: Deb