Politik | 05.10.2020

Ellen Demuth (CDU), MdL zu Sprachförderung an Grundschule

17 Grundschulen erhalten weniger Sprachförderstunden als beantragt

Sprachförderung an den Grundschulen kommt oft nicht dort an, wo sie dringend benötigt wird

Kreis Neuwied. In einer Anfrage an die Landesregierung wollte die Abgeordnete Ellen Demuth wissen, wie viele Stunden Sprachförderung die Grundschulen im Kreis und in der Stadt Neuwied erhalten. Die Ergebnisse dieser Anfrage liegen nun vor. Regional offenbaren sich eklatante Unterschiede. Viele Schulen haben viel weniger Stunden erhalten, als sie zur Sprachförderung beantragt haben. Andere liegen über ihren Wünschen.

Ellen Demuth wirft der Landesregierung vor, keine Sprachförderung anzubieten, die dem Bedarf an den Schulen gerecht wird. Demuth kritisiert: „Die Ergebnisse der Abfrage sind erschreckend. Es ist reine Willkür, wie die Zahlen zusammengewürfelt sind. Ich erkenne keinerlei System, der Zufall scheint Regime zu führen“, sagt die CDU-Politikerin. Leidtragende seien besonders Kinder mit Migrationshintergrund. „Wer nicht lesen kann, dem bleiben reale Zukunftschancen verschlossen. Das gilt gerade für Kinder, die die deutsche Sprache zu Hause nicht selbstverständlich mitbekommen.“

So beantragte beispielsweise die Grundschule auf dem Heddesdorfer Berg in Neuwied bei der ADD insgesamt 18 Stunden zur Sprachförderung, sie erhielt aber nur 12 Stunden. Ein ähnliches Bild auch an der Marien-Grundschule in Neuwied: Hier wurden 25 Stunden beantragt, zugwiesen wurden aber nur 20 Stunden. Von 41 Grundschulen in Stadt und Kreis Neuwied haben 34 Lehrerwochenstunden zur Sprachförderung beantragt. 17 Schulen haben die beantragten Stunden genehmigt bekommen, für 17 Schulen lautete die Nachricht, dass weniger Bedarf bestehe als angegeben.

Ellen Demuth stellt fest: „Es ist mir unklar, warum die ADD einen besseren Einblick in die Förderbedarfe von Schülerinnen und Schülern haben soll als die Lehrerinnen und Lehrer in den Schulen vor Ort. Wir brauchen endlich eine klare und strukturierte Sprachförderung, die Kinder mit Förderbedarf optimal fördert. Hierfür braucht es klare Vorgaben und kein Weiter-So mit unklaren Stundenzuweisungen.

Wir als CDU-Fraktion möchten, dass jede Klasse pro Kind mit Förderbedarf in der deutschen Sprache 0,5 Wochenstunden zusätzlichen Förderunterricht erhält. In einer Klasse, in der beispielsweise zehn Kinder einen Förderbedarf in Deutsch haben, wären dies so fünf zusätzliche Wochenstunden, in denen diese Schüler eine gezielte Deutschförderung erfahren. Das wäre eine wichtige Deutschförderstunde pro Tag. Gerade vor dem Hintergrund, dass mehr als ein Drittel aller Grundschülerinnen und -schüler nach der vierten Klasse nicht über ausreichende Kenntnisse im Lesen und Schreiben verfügen, ist dies enorm wichtig. Leider hat die Ampelkoalition aus SPD, FDP und Grünen im Landtag unseren Vorschlag nach dieser klaren und besseren Deutschförderung abgelehnt. Das ist mir unverständlich“, so Ellen Demuth abschließend.

Pressemitteilung

Ellen Demuth (CDU), MdL

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