Neuwieder Kreistag setzt die Wassergebühr neu fest
2021 steigen die Kosten für Energie, Grundsteuer und Wasser
Verbraucher, insbesondere im Neuwieder Stadtgebiet, müssen sich im nächsten Jahr auf etliche Kostensteigerungen einstellen. Neben höheren Energiepreisen, bedingt durch die CO2 Bepreisung, der Rücknahme der Mehrwertsteuersenkung sowie der deutlich erhöhten Grundsteuer, steigen nun auch die Gebühren für das Wasser. Und zwar um ca. 4,60 Euro monatlich für einen 4-Personen Haushalt. Der Kubikmeterpreis steigt von 1,80 Euro auf 2,09 für Tarifabnehmer und für Sonderabnehmer, wie beispielsweise die Verbandsgemeindewerke Bad Hönningen und Dierdorf, von 1,02 Euro auf 1,17 Euro. Die jährliche Grundgebühr für den Zähler erhöht sich von 144 auf 156 Euro. Dass der Kreistag die Beschlussvorlage in seiner jüngsten Sitzung ohne Widerspruch durchwinkte, hat damit zu tun, dass die Gebühren in den vergangenen acht Jahren stabil blieben, und das trotz steigender Energiepreise. Und die spielen durchaus eine wichtige Rolle: Rund drei Tage und jede Menge Pumpleistung benötigt das Wasser, um vom Engerser Feld bis nach Asbach zu gelangen. Trotz den Rekordsommern der letzten Jahre schrieb das Kreiswasserwerk 2018, 2019 und 2020 rote Zahlen. Der Nachtragswirtschaftsplan für dieses Jahr weist ein Defizit von 395.000 Euro aus. Landrat Achim Hallerbach begründete die Gebührenerhöhung neben den Energiepreisen sowie dem Abschreibungsaufwand mit einer Forderung der ADD. Die Aufsichtsbehörde hatte in der Vergangenheit mehrfach moniert, dass der Kreis bei seiner Gebührenkalkulation 2016 die Eigenkapitalverzinsung nicht mehr berücksichtigt hatte. Dass die Verzinsung nun wieder im Wasserpreis einkalkuliert ist, bedeutet geringere Kreditaufnahmen für zukünftige Investitionen. „Im Vermögensplan 2021 sind Investitionen in Höhe von rund 4,6 Mio. Euro veranschlagt, womit wir uns ungefähr auf gleichem Niveau wie 2020 bewegen. Die Höhe der Darlehensneuaufnahme reduziert sich um rund 800.000 Euro auf rd. 3,2 Mio. Euro, davon 500.000 Euro zinsfreie Förderdarlehen des Landes. Der größte Teil der Investitionen entfällt auch 2021 wieder auf das Leitungsnetz. Als Sondermaßnahmen sind die Sanierung des Hochbehälters Hombach sowie die Erneuerung mehrerer Wassertransportleitungen veranschlagt“, berichtete Achim Hallerbach. Durch die Gebührenerhöhung geht der Landrat von einer Steigerung der Umsatzerlöse um 842.000 Euro gegenüber 2020 aus. Weil auf der Aufwandsseite der Materialaufwand für das Netz sowie die Abschreibungen steigen, wird sich das Jahresergebnis lediglich um 672.000 Euro verbessern und nach den Verlustjahren für einen Jahresgewinn in Höhe von 277.000 Euro sorgen. CDU-Fraktionschef Michael Christ zeigte sich zufrieden mit den Zahlen. Er ließ durchblicken, dass auf dieser Basis wieder von stabilen Gebühren, voraussichtlich für die nächsten vier Jahre ausgegangen werden kann. Horst Rasbach (SPD) verwies auf die Investitionen für neue Wohn- und Gewerbegebiete, vor allem entlang der Lebensader A3. Den Ausbau und die Sicherung des Leitungsnetzes gebe es eben nicht zum Nulltarif. „Gebührenerhöhungen sind immer unpopulär“, sagte Harald Zobel. Dennoch sei die Neukalkulation durch die Mittelrheinischen Treuhand für die AfD nachvollziehbar und notwendig.
Abfallwirtschaft mit soliden Zahlen
Einen Jahresgewinn in Höhe von 412.757 Euro erzielte die Neuwieder Abfallwirtschaft im Jahr 2019. Zwar um rund 80.000 Euro niedriger als im Jahr zuvor aber immerhin rund 100.000 Euro höher als im Haushalt ursprünglich angesetzt. Der Kreistag beschloss einstimmig, den Gewinn mit dem Gewinnvortrag in Höhe von 949.132 Euro zu verrechnen und rund 1,4 Mio. Euro auf neue Rechnung vorzutragen. Landrat Achim Hallerbach zeigte sich zufrieden mit der positiven Entwicklung der Abfallwirtschaft. Gleichzeitig berichtete er von Investitionen in Höhe von 4,7 Mio. Euro. Der größte Teil (2,6 Mio. Euro) entfiel auf den Bau des Verwaltungs- und Logistikzentrums in der Carl-Borgward-Straße im Industriegebiet Friedrichshof. Des Weiteren seien verschiedene Fahrzeuge angeschafft worden. Darunter eine Planierraupe für den Deponiebetrieb, ein Radlader und ein Teleskoplader für die MBA sowie drei Hakenlift-LKW samt Anhänger für den innerbetrieblichen Transport von Restabfall und Bioabfallmengen. Hintergrund der Anschaffungen ist die am 1. Januar 2019 eingeführte Kommunalisierung des innerbetrieblichen Transports. FF
Mit 2,6 Mio. Euro schlug der Neubau der Neuwieder Abfallwirtschaft in der Carl-Borgward-Straße im Jahresabschluss zu Buche.
CDU Fraktionschef Michael Christ geht davon aus, dass die Wassergebühren nach der Erhöhung die nächsten vier Jahre stabil sind. Foto Archiv FF
