Politik | 12.02.2018

Nachgefragt: Stadtratsmitglied Olaf Pfeiffer tritt aus der AfD und deren Fraktion aus

AfD - Fraktion nur noch zu zweit

Neuwied. Auflösungserscheinungen in den Fraktionen des Neuwieder Stadtrats: Nach dem Rücktritt von Arno Jacobi aus der SPD Fraktion vor wenigen Monaten kehrt nun Olaf Pfeiffer der AfD den Rücken. Die drei Mann Fraktion schrumpft damit auf zwei Leute und hat damit die gleiche Stärke wie die Linken, die FWG und die Etscheidt-Keßler-Fraktion. Als Grund für seinen Austritt gibt Olaf Pfeiffer an, dass eine vertrauensvolle Zusammenarbeit seit längerem nicht mehr gegeben sei. Außerdem habe sich die AfD verändert. „Die AfD Führung hat sich von den einstigen Zielen weit entfernt. Es geht nur noch um Machterhalt und Geld“, erklärt der Heimbach-Weiser.

Der AfD hatte er sich bereits zu Zeiten von Gründer Bernd Lucke angeschlossen, weil er sich mit der Europa- und bundeskritischen Politik identifizieren konnte. Heute dagegen falle die AfD hauptsächlich mit provokanten Äußerungen auf. Als Beispiele nennt Olaf Pfeiffer Aussagen wie „Denkmal der Schande“ oder den „Schusswaffengebrauch an der Grenze“. Die Zahl der Extremen in der AfD nehme immer mehr zu. Verärgert ist er auch über den Umgang im AfD Kreisvorstand, dem er ebenfalls angehörte.

Auf Anfrage beim AfD Stadtratsfraktionsvorsitzenden Peter Schmalenbach teilt dieser mit, dass es zu innerparteilichen Demokratie gehört, die eigene Meinung hinten anzustellen, wenn Mehrheitsentscheidungen anders ausgehen als selbst gewünscht. Olaf Pfeiffer betont hingegen, dass er überhaupt kein Problem damit habe, Mehrheitsentscheidungen mitzutragen. Praktisch habe er allerdings den Eindruck, dass Diskussionen gar nicht gewünscht sind und Entscheidungen von vornherein feststehen. Peter Schmalenbach fordert von Olaf Pfeiffer die Rückgabe des Mandats und kritisiert, dass der sich ohnehin nicht wirklich mit der AfD identifiziert habe und auch keinen engagierten Wahlkampf geleistet habe. Er sei nur deshalb von der SPD in die AfD eingetreten, um in den Stadtrat zu kommen. Olaf Pfeiffer weist dies mit dem Hinweis, dass seine SPD Mitgliedschaft bereits zwanzig Jahre her ist, zurück. Mangelndes Engagement in der Landtagswahl will er sich ebenfalls nichts vorwerfen lassen: „Immerhin war ich B-Kandidat“. Olaf Pfeiffer denkt gar nicht daran, sein Stadtratsmandat niederzulegen. „Ich habe in den letzten Tagen viel Bestätigung erfahren, dass die Leute mich als Person und nicht wegen meiner Mitgliedschaft in der AfD gewählt haben“.

Olaf Pfeiffer kündigt daher an, seine kommunalpolitische Tätigkeit nach den nächsten Kommunalwahlen 2019 fortsetzen und sich weiter für die Neuwieder Stadt und die Menschen einsetzen zu wollen. In welcher Form und bei welcher Partei, darüber möchte er sich in Ruhe Gedanken machen. Auch darüber, ob er sich bis zum Ende der Legislaturperiode womöglich mit dem anderen fraktionslosen im Neuwieder Stadtrat zu einer neuen Fraktion zusammenschließen wird. FF

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
14.02.201800:45 Uhr
Siegfried Kowallek

Es ist amüsant. Der Neuwieder AfD-Stadtratsfraktionsvorsitzende Peter Schmalenbach fordert von Olaf Pfeiffer die Rückgabe des Mandats, nachdem dieser Fraktion und Partei verlassen hat. Damit passt sich Schmalenbach den Ritualen der von der AfD so abgekanzelten „Altparteien“ an. Verlässt jemand seine Fraktion, wird üblicherweise verlangt, das Mandat niederzulegen. Und die neue Fraktion, zu welcher der Aussteiger möglicherweise übertritt, nimmt ihn gerne auf, in der Regel allerdings, ohne ihm bei der nächsten Wahl eine Chance zu geben, gut platziert zu sein. Nun hat Olaf Pfeiffer seinen Austritt aber begründet. Es steht Schmalenbach frei, diese Begründung zu ignorieren. Falsch ist jedoch die Behauptung, Pfeiffer habe keinen engagierten Wahlkampf geleistet. Dass er sich im Bundestagswahlkampf nicht mehr blicken ließ, hängt sicherlich mit der zunehmenden Entfremdung zusammen. Aber im Landtagswahlkampf zuvor habe ich ihn sehr wohl an den Infoständen der AfD in Aktion gesehen.

Siegfried Kowallek, Neuwied

Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Lena: Diversität ist wichtig: Der Wolf reguliert Überpopulationen ( z.B. Schwarzwild, Rehwild). Für schlecht geschützte Herdentiere sind die Besitzer verantwortlich.
  • Peter 1: Trotzdem ist der Wolf hier vollkommen überflüssig.
  • Walter Miller : Ein verpixeltes Bild von der durch den Wolf getöteten Ziege. Was will man damit ausdrücken ? Das ein Wolf besonders grausam ist ? Er ist ein Geschöpf der Natur - nicht mehr und nicht weniger. Im Gegensatz zu den 467.000 Jägern in Deutschland.
  • Michael Geiger, 56337 Eitelborn: Michael Geiger, Leider kann ich die Losnummern aus der Ziehung vom 28.03.26 im Globus Bubenheim nicht finden.. Warum nicht
  • Dietmar Gläsener: Leider kann ich meine Gewinnlos Nummern , Ziehung vom 28.03.26 im Clobus in KO-Bubenheim nicht abrufen im Internet. Woran liegt es? D. Gläsener, 56237 Nauort
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Dagmar Both: Guten Morgen Herr Winkelmann, herzlichen Dank für ihre Berichterstattung. Wenn sie von einer vertrauensvollen Abstimmung im Abstimmungsprozess zum Sondervermögen berichten, - dann gilt dies leider nicht für die Freien Wähler.
Monatliche Anzeige
Rund um´s Haus
Dauerauftrag
Holz Loth-Entsorgung
Innovatives rund um Andernach
Rund ums Hause Mayen/Mendig
Ostergruß
Anzeigenauftrag FMP-1P9L0-AD-351131
PR-Anzeige
Unterstützeranzeige
Empfohlene Artikel
Petra Schneider. Foto: privat
22

Kreis Ahrweiler. Am 23. April 2026 ist es wieder so weit: Der bundesweite Girls‘ Day/Boys‘ Day bietet jungen Menschen die Gelegenheit, spannende Einblicke in verschiedene Berufsfelder zu erhalten. Auch die CDU-Landtagsfraktion beteiligt sich erneut an diesem Aktionstag und lädt Schülerinnen und Schüler ein, einen Blick hinter die Kulissen der Landespolitik zu werfen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Verkehrssituation an der Aloisius-Grundschule stresst die Anwohnerschaft. Foto: ROB
2298

Immer wieder kommt es zu kritischen „Manövern“: Auch die Stadtverwaltung sieht zunehmende Belastung:

HeimatCheck: Ahrweiler: Eltern-Taxis stressen alle

Ahrweiler. Seit mehreren Jahren steht die Aloisius-Grundschule vor einer wachsenden Herausforderung: dem zunehmenden Verkehrsaufkommen durch sogenannte „Elterntaxis“. Leser von BLICK aktuell berichten, dass sich die Situation trotz wiederholter Hinweise und Appelle bislang nicht verbessert habe. Insbesondere zu den morgendlichen Bringzeiten sowie am Mittag beim Abholen der Kinder kommt es regelmäßig zu kritischen Verkehrssituationen rund um das Schulgelände.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Adobe Stock
134

Bonn. Am kommenden Samstag (04.04.2026) findet in Beuel und in der Bonner Innenstadt der „Bonner Ostermarsch 2026“ statt. Zu dieser Friedensdemonstration erwarten die Veranstalter rund 500 Teilnehmende. Die Versammlung beginnt um 13:00 Uhr auf dem Mirecourtplatz am Beueler Rheinufer. Von dort aus ist folgender Aufzugsweg vorgesehen:

Weiterlesen

Daueranzeige
Kreishandwerkerschaft
Essen auf Rädern
Kreishandwerkerschaft
Fahrer gesucht (m/w/d)
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Oster-Anzeige
Auftrag, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Osterangebot
Kreishandwerkerschaft - Anzeige Pool
Rund ums Haus
Innovatives rund um Andernach
Ostergrußanzeige
Osteraktion
Unterstützeranzeige
Mitarbeiter IT-Administrator
Imageanzeige - Ostern