Beirat für Migration und Integration zu Besuch bei ATTAC Ahrweiler
„Afghanistan - ein sicheres Herkunftsland!?“
Ahrweiler. Eine gut besuchte Veranstaltung zum Thema „Afghanistan - ein sicheres Herkunftsland!?“ konnten die Mitglieder der ATTAC Regionalgruppe Ahrweiler um Sprecherin Marion Morassi diesmal verzeichnen. Als Überraschungsgäste kamen eine Gruppe junger afghanischer Flüchtlinge und fast alle Mitglieder des Beirats für Migration und Integration der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler. Es gab einen regen Austausch über Fluchtursachen, Fluchtwege, Zukunftsperspektiven und die bürokratischen Hürden, die für eine gelungene Integration zu überwinden sind. Die jungen Männer sind fast alle in mehr als drei Monaten über 6000 Kilometer zu Fuß über Pakistan, Irak, Türkei, Griechenland, Mazedonien, Serbien und Österreich nach Deutschland gekommen. Sie träumen von einer Zukunft als Bauingenieur oder möchten studieren.
„Der Abend war für alle Seiten eine Bereicherung“
Auch Samira Youssef aus dem Migrationsbeirat kam vor 25 Jahren mit ihrer Familie aus Syrien über die sogenannte „Balkanroute“: „Ich kann gut nachvollziehen, was die jungen Männer geleistet haben, auf ihrem Weg in eine bessere Zukunft. Mir ging es damals ähnlich.“ Sevet Osmani, ebenfalls Mitglied des Beirates, stellte fest: „Jedes Schicksal und jeder Antrag auf Asyl muss einzeln geprüft werden. Alles andere wäre ein Verstoß gegen das Grundgesetz und gegen die Menschenrechte!“ Damit war gemeint, dass Menschen aus Afghanistan zurzeit in einer sehr unsicheren Situation sind, weil ihre Heimat nun wieder als sicheres Herkunftsland gilt. Aber wer vor Attentätern, wegen Todesdrohungen oder Entführungen der minderjährigen Töchter durch die Taliban aus dem Land flieht, muss wenigstens die Chance auf Prüfung seiner Anträge bekommen. Momentan bekommen Flüchtlinge aus Afghanistan keine Bewilligung zu den so wichtigen Integrations- und Sprachkursen.
Wolfgang Huste, Mitglied von ATTAC und des Beirates, resümierte: „Der Abend war für alle Seiten eine Bereicherung. Wir konnten mehr über die Geflüchteten und ihre Beweggründe erfahren, aber ihnen auch praktische Tipps für die Bewältigung des oft fremden Alltags hier in Deutschland mit auf den Weg geben.“
Pressemitteilung
ATTAC Regiogruppe Ahrweiler
