Moderner Ort für Sport, Gemeinschaft und Chancengerechtigkeit
Neuwied: Neue Turnhalle der Marienschule eröffnet
Neuwied. Mit der feierlichen Eröffnung der neuen Turnhalle der Marienschule ist ein lang erwartetes Projekt zum Abschluss gekommen. Nach vielen Jahren ohne eigene Sportstätte verfügt die innerstädtische Grundschule nun wieder über eine moderne, barrierefreie und zukunftsfähige Halle, die weit mehr ist als ein Ort für den Sportunterricht. Schulleiter Manuel Mouget bezeichnete sie als „eine Halle, die keine Wünsche offen lässt“.
Oberbürgermeister Jan Einig sprach bei der Eröffnung offen über den langen Weg bis zur Fertigstellung. „Wir eröffnen heute eine neue Turnhalle. Das ist ein guter Tag. Aber es ist auch ein Tag, an dem wir als Stadt sagen müssen: Es hat viel zu lange gedauert“, gab er zu und bat für die jahrelange Übergangssituation um Entschuldigung bei den Kindern, den Eltern und dem Kollegium der Marienschule.
Die alte, 1952/53 gebaute Turnhalle musste 2012 nach einer routinemäßigen Sicherheitskontrolle wegen Einsturzgefahr geschlossen werden. Von einem Tag auf den anderen stand die Schule ohne eigene Sportstätte da. Dass sich der Neubau anschließend über viele Jahre hingezogen hat, erklärte Einig mit den fehlenden finanziellen Spielräumen der Stadt. Über Jahrzehnte sind Defizite aufgebaut worden, mit der Folge, dass notwendige Sanierungen immer wieder verschoben wurden. Auch dort, wo es eigentlich nicht mehr verantwortbar war.
„Die Marienschule hat diese Situation besonders schmerzhaft gespürt“, sagte der Oberbürgermeister. Umso größer sei sein Dank an das Lehrerkollegium, das über Jahre hinweg improvisiert habe, Wege organisiert, Busfahrten begleitet und dafür gesorgt habe, dass Sportunterricht trotzdem stattfinden konnte. „Nicht optimal, nicht bequem, aber mit großem Einsatz. Das verdient Respekt und Anerkennung.“
Gleichzeitig machte Einig deutlich, dass die Stadt aus dieser Situation Konsequenzen gezogen hat. In den vergangenen Jahren habe sich Neuwied bewusst auf den Weg gemacht, seine finanzielle Handlungsfähigkeit zurückzugewinnen. Die Stadt hat ihre Finanzen stabilisiert, schreibt wieder schwarze Zahlen und trifft die notwendigen Entscheidungen, um langfristig wieder investieren zu können. Dazu gehört vor allem die Erweiterung der Gewerbegebiete, die dauerhaft die eigene Einnahmen stärken wird. „Nur so schaffen wir wieder Spielräume, um den Investitionsstau Schritt für Schritt aufzuholen. Für Schulen, für Sport und für unsere Stadtgesellschaft“, betonte Einig.
Die neue Turnhalle ist so konzipiert, dass sie flexibel genutzt werden kann. Sie dient nicht nur dem Schul- und Ganztagsbetrieb, sondern auch als Versammlungsstätte für die Schulgemeinschaft. Darüber hinaus öffnet sie sich für die Vereine in der Innenstadt. Ein separater Zugang ermöglicht die Nutzung unabhängig vom Schulhof und vermeidet Nutzungskonflikte. Damit wird die Halle zu einem wichtigen Baustein für Sport und Bewegung im innerstädtischen Bereich.
Bei der Planung standen Nachhaltigkeit, Funktionalität und eine langfristige Nutzung im Mittelpunkt. Die Halle ist barrierefrei gestaltet, multifunktional nutzbar und bereits auf künftige Entwicklungen der Schule vorbereitet. Dazu zählt auch die Rolle der Marienschule als künftiges Familiengrundschulzentrum. Die Sporthalle kann größere Zusammenkünfte der gesamten Schulgemeinschaft aufnehmen und bietet damit zusätzliche pädagogische und organisatorische Möglichkeiten.
Schulleiter Manuel Mouget zeigte sich entsprechend zufrieden. Mit Blick auf die Weiterentwicklung der Schule zum Familiengrundschulzentrum ergänzte er, hier entstehe „zusammen eine besondere Form der Chancengerechtigkeit“.
An der Eröffnung nahm auch der rheinland-pfälzische Innenminister Michael Ebling teil. Die Feier gestalteten vor allem die Kinder selbst. Mit Gesang und Tanz sorgten sie für ein lebendiges Programm. Schülerinnen und Schüler des Kinderparlaments begrüßten die Gäste mit eigenen Worten und unterstrichen damit die Bedeutung der neuen Halle aus Sicht der Kinder.
Abschließend betonte Oberbürgermeister Einig die Bedeutung des Projekts über die Marienschule hinaus. Die neue Turnhalle stehe für den Anspruch, öffentliche Gebäude so zu bauen, dass sie Schule, Stadtgesellschaft und Vereine gleichermaßen stärken. „Diese Halle ist mit Blick nach vorn gebaut worden. Nicht für gestern, sondern für die nächsten Jahrzehnte“, sagte Einig.
