Politik | 06.10.2020

Ausschuss für Stadtentwicklung gab Prüfauftrag

Aldi will 16 Wohnungen auf und neben der Filiale errichten

Kleine Wohnungen für den kleinen Geldbeutel auf zwei Stockwerken geplant – Ein Teil soll mit 7 Euro pro Quadratmeter vermarktet werden – Zahlreiche Stellplätze sollen wegfallen

Rheinbach. Der Discounter Aldi möchte seine Filiale in der Meckenheimer Straße in Rheinbach weiterentwickeln und mit einer Wohnbebauung auf zwei Stockwerken ergänzen. Das erfuhr der Rheinbacher Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt, Planung und Verkehr in seiner jüngsten Sitzung. Das Gremium gab hierfür auch einstimmig den Startschuss, denn die Verwaltung soll prüfen, ob es möglich und zulässig ist, am Standort des großflächigen Einzelhandelsbetriebes eine Wohnnutzung als Ergänzung zuzulassen.

Björn Just, der Leiter der Filialentwicklung von Aldi Süd (Kerpen), stellte das Projekt gemeinsam mit Architekt Michael Offermanns vor. Demnach soll die bisherige Filiale selbst, die aus dem Jahr 2000 stammt und 1540 Quadratmeter Nutzfläche bietet, im Großen und Ganzen unverändert bleiben und lediglich einen kleinen Anbau im Westen erhalten, der auch den neuen Eingang beinhaltet. „Wir wollen sparsam mit unseren Flächen umgehen“, erläuterte Just und ergänzte, dass man auf dem 7330 Quadratmeter großen Grundstück einige der derzeit 127 Pkw-Stellplätze aufgeben wolle. Das seien in der heutigen Zeit ohnehin zu viele Parkplätze, er glaubt, künftig mit 80 bis 90 auskommen zu können.

Elf Meter hohes, dreistöckiges Gebäude

An der Grundstücksgrenze zur Segerstraße hin soll stattdessen ein elf Meter hohes, dreistöckiges Gebäude errichtet werden, das sich auch noch zweistöckig über den östlichen Teil des Aldi-Marktes zieht. Im Erdgeschoss sind überdachte Stellplätze sowie Technik- und Abstellräume für die darüber befindlichen Wohnungen vorgesehen. Im ersten und zweiten Stock sollen nämlich insgesamt 16 Wohneinheiten unterschiedlicher Größe entstehen, die auf beiden Stockwerken jeweils über einen Laubengang erschlossen werden. Es handelt sich meist um Drei-Zimmer-Wohnungen mit etwa 68 Quadratmeter sowie vier Apartments.

Insgesamt wolle Aldi dort künftig 996 Quadratmeter Wohnfläche anbieten, 25 Prozent davon sollen mit einer selbst gesetzten Mietobergrenze von sieben Euro pro Quadratmeter vermarktet werden. Just bekräftigte: „Aldi wird der Eigentümer bleiben, es werden keine Eigentumswohnungen entstehen, sondern ausschließlich Mietwohnungen für Leute mit kleinem Geldbeutel.“ Städtebaulich gesehen handele es sich um eine willkommene Nachverdichtung eine innerstädtische Struktur, was gleichbedeutend sei mit geringerem Flächen- und Ressourcenverbrauch im Vergleich zu einem Neubau mit Flächenversiegelung an andere Stelle.

Nachbarbebauung nicht in den Schatten stellen

Die bisherige Zufahrt von der Segerstraße aus soll dafür entfallen, bestätigte Just auf Nachfrage von Klaus Beer. Kurt Brozio (CDU) bat darum, die Nachbarbebauung in der Segerstraße nicht zu sehr in den Schatten zu stellen. Ute Krupp (SPD) schlug vor, den Anteil des preiswerten Wohnraums auf mindestens 30 Prozent zu schrauben, gab aber auch unumwunden zu, dass kleine Wohnungen in Rheinbach dringend gebraucht würden. Dr. Reinhard Ganten (UWG) sah das ebenso, wünschte sich aber, dass die versprochene günstige Miete auch schriftlich und dauerhaft fixiert werde. Auch dies sagte Just zu, das könne man etwa über einen städtebaulichen Vertrag mit der Stadt bewerkstelligen. Die Vorschläge von Urte Seiffert-Schollmeyer (Grüne) griff er ebenfalls auf, nämlich das Dach mit Fotovoltaikanlagen sowie einer Begrünung auszustatten.

Mehr könne man derzeit noch nicht sagen, auch nicht, wie die Wohnungen künftig beheizt würden, denn die Planungen befänden sich noch in einem sehr frühen Stadium. Man wolle zuerst einmal ausloten, ob die Planung in dem betreffenden Bereich überhaupt rechtssicher umsetzbar sei. Dies soll die Stadtverwaltung nun in einem ersten Schritt prüfen und die Ergebnisse in einer der nächsten Sitzungen dem Gremium zur weiteren Beschlussfassung vorlegen. JOST

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