Was spielte sich in der Wald-Hütte bei Dernau wirklich ab?
Angeklagten wird u.a. versuchter Mord vorgeworfen
Dernau. Am 26. September beginnt vor dem Landgericht in Koblenz der Prozess gegen zwei Angeklagte. Dem 28 Jahre (W.) und 23 Jahre (M.) wird vorgeworfen, die drei minderjährigen Kinder der Schwester des Angeklagten W. ohne Zustimmung der Mutter mitgenommen zu haben. Mit den Kindern sollen sie zu einer Hütte im Wald gefahren sein. In der Folge soll es aber nicht zu den geplanten sexuellen Missbrauchshandlungen an den Kindern gekommen sein. Bereits bei der Planung der Entziehung der Kinder durch beide Angeklagten soll M. sich vorgenommen haben, sich des Angeklagten W. zu entledigen, um danach dessen Auto und die drei Kinder mitnehmen zu können. Hierzu soll er dem W., nachdem es zu keinen sexuellen Missbrauchshandlungen an den Kindern in der Hütte gekommen war, eine Waffe gegeben haben, damit dieser mit der Waffe auf sich selber schieße, um bewusstlos zu werden.
W. sollte gemäß der getroffenen Vereinbarung seinen Tod vortäuschen, damit die Polizei nicht nach ihm suche. Der Angeklagte W. gab in der Folge 6 Schüsse mit der Co2-Waffe auf sich ab, die lediglich zu leichten Verletzungen führten. Die Waffe war tatsächlich nicht geeignet, sich tödliche Verletzungen zuzufügen. Der Angeklagte M. soll allerdings davon ausgegangen sein, dass die Waffe dazu geeignet war, dass W. sich töte. Demgegenüber soll W. davon ausgegangen sein, dass er durch die Schüsse lediglich bewusstlos werde.
Nachdem der Angeklagte M. erkannt haben soll, dass sein Plan gescheitert war, soll er den Angeklagten W. und die Kinder verlassen haben. W. soll in der Folge mit den drei Kindern in seinem Auto übernachtet haben, bis er von der Polizei auf Veranlassung der Mutter gesucht und gefunden wurde. Ob die Angeklagten zum Zeitpunkt der Tat schuldfähig waren, steht noch nicht fest.
