Politik | 19.11.2021, 14:15 Uhr

Klimaschutzkonferenz mit Prof. Dr. Klaus Töpfer eröffnet die Klimawoche im Kreis COC

Anreize und Grenzwerte helfen

Hauptredner des Abends war Prof. Dr. Klaus Töpfer, Bundesumweltminister a. D., langjähriger Direktor des UN-Umweltschutzprogramms „UNEP“.Foto: Kreisverwaltung
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Kreis Cochem-Zell. Parallel zu den internationalen Klimakonferenzen in Glasgow, wurde auch im Landkreis Cochem-Zell der Klimaschutz in den Fokus gerückt. Rund 100 Gäste waren der Einladung der lokalen Energieagentur „unser-klima-cochem-zell e. V.“ gefolgt, um bei der 13. Klimaschutzkonferenz dabei zu sein.

Landrat Manfred Schnur gab einen aktuellen Überblick über die Aktivitäten im Null-Emissions-Landkreis Cochem-Zell und hob besonders die Entwicklung der Dorfwärmeprojekte hervor: „Auf Basis von Holzhackschnitzeln, solarthermischen Anlagen und Wärmepumpen mit Erdsondenfeldern, sollen rund 450 Gebäude in Zell-Barl, Müllenbach und Blankenrath auf eine klimafreundliche Wärmeversorgung umgestellt werden. Für das Netz in Zell-Barl liegen uns die Förderbescheide bereits vor, sodass wir in Kürze die Bauleistungen ausschreiben können. Mein ganz besonderer Dank gilt den ehrenamtlichen Mitgliedern der Arbeitskreise aus den Quartieren, die alle eine hervorragende Arbeit geleistet haben“.

Hauptredner des Abends war Prof. Dr. Klaus Töpfer, Bundesumweltminister a. D., langjähriger Direktor des UN-Umweltschutzprogramms „UNEP“. Er ist Deutschlands profiliertester Umweltpolitiker. Seit Jahrzehnten setzt er sich beharrlich und konsequent für den Schutz der Umwelt ein. Sein Engagement gilt insbesondere der Suche nach einer ökologisch befriedigenden, ökonomisch vertretbaren und sozial ausgewogenen Lösung der immer drängenderen globalen Umweltprobleme. Töpfer beeindruckte in seinem Vortrag durch die unterhaltsame und humorvolle Art, seine Sichtweise auf die drängenden Umweltprobleme aufzeigen. Geprägt durch seine Tätigkeit in Nairobi rief er dazu auf, Klimaschutz in Zusammenhang mit Entwicklungszusammenarbeit zu sehen. „Sie können Ländern des globalen Südens nicht nahelegen, den Strom ohne Kohlekraftwerke zu gewinnen, wenn wir selbst nicht den Schritt gehen und auf den Kohlestromanteil zu verzichten“, so Töpfer. Als markanten Lösungsschritt in dieser Problematik wertet er die langjährige Förderung der Photovoltaik in Deutschland und führte aus: „Nur so kann heute der Solarstrom, aufgrund der guten Marktentwicklung hierzulande, in Afrika für etwa zwei Cent je Kilowattstunde produziert werden. So kann man dort Armut überwinden“. Damit beurteilt er aber Fördermittelanreize nicht als allein wirksames Mittel, sondern verweist vielmehr auf Erfahrungen vergangener Jahrzehnte, wie beispielsweise die Festsetzung der Ausstoßgrenze für Schwefeldioxid in den 1970er Jahren, oder dem Verbot von bleihaltigem Benzin und FCKW-Gasen in den 80er und 90er Jahren. „Die existenziellen Folgen des Klimawandels lassen sich nur eingrenzen, wenn wir diese Mittel kombinieren - Anreize schaffen und Grenzwerte festsetzen“, schlussfolgert Töpfer.

Pressemitteilung

Kreisverwaltung Cochem-Zell

Hauptredner des Abends war Prof. Dr. Klaus Töpfer, Bundesumweltminister a. D., langjähriger Direktor des UN-Umweltschutzprogramms „UNEP“. Foto: Kreisverwaltung

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