Politik | 02.07.2021

Anette Moesta (CDU): „Wo bleibt die Qualität beim neuen Kita-Gesetz des Landes?“

Anspruch und Wirklichkeit klaffen auseinander!

Anette Moesta MdL kritisiert die Umsetzung des am 01. Juli in Kraft tretenden Kita-Gesetzes. Foto: privat

Region. „Wenn am 1. Juli das neue Kita-Gesetz in Rheinland-Pfalz in Kraft tritt, wird vieles anders, aber nicht alles besser“, erklärt Anette Moesta, Mitglied des Landtages Rheinland-Pfalz, im Anschluss an die Pressekonferenz der Bildungsministerin.

Die Landesregierung suggeriert der Öffentlichkeit Verbesserungen für Kindertagesstätten, unterm Strich hat das Land wieder einmal ein Gesetz zu Lasten von anderen produziert, hier zu Lasten von Kindern, Erzieherinnen und Erziehern, Eltern und Trägern.

Für die Eltern ist der Rechtsanspruch auf eine sieben-Stunden-Betreuung ein wichtiger und richtiger Schritt – schlecht ist jedoch, dass diese Betreuung nur auf dem Rücken der Erzieherinnen und Erzieher und Träger erreicht werden kann und damit die Qualität außen vor bleibt.

Anette Moesta, MdL weiter: „Ich habe in den letzten Tagen und Wochen mit zahlreichen Erzieherinnen und Erziehern gesprochen. Das Urteil des Personals in den Einrichtungen, vieler Eltern, der Träger und Verbände ist eindeutig: Das Kita-Gesetz der Landesregierung geht an der tatsächlichen Kita-Realität, dem Arbeitsalltag der Erzieherinnen und Erzieher und den Bedürfnissen der Kinder vorbei. So zählen 2-Jährige ab dem 1. Juli als Kindergartenkinder.“

Im Fokus der Kritik stehen insbesondere die schwierige Personalausstattung und die mangelnde Finanzierung. Die deutliche Mehrarbeit in den Kitas mit dem Rechtsanspruch auf eine durchgehende sieben-Stunden-Betreuung wird durch das Gesetz der Landesregierung nicht ausgeglichen – im Gegenteil, viele Kindergartengruppen drohen in der Praxis hinter den Status Quo zurückzufallen. Mit Blick auf den Betreuungsschlüssel stehen zahlreiche Einrichtungen schlechter da als vorher. Das bedeutet mehr Aufgaben und mehr Arbeit, ohne dafür adäquat das notwendige Personal zu bekommen. Das trifft vor allem kleine Kindertagesstätten auf dem Land.

In der Konsequenz bedeutet dies: Weniger Zeit für die Kleinsten – und das, so Anette Moesta, ist das Bedrückendste. Zwar enthält das Gesetz eine Übergangsfrist von sieben Jahren zur Umsetzung, dies wird aber vom Land gegenüber den Eltern nicht erwähnt und somit ein immenser Druck auf Kommunen und Mitarbeiter ausgeübt. Nach Meinung von Anette Moesta wird diese Übergangsfrist in der Realität nicht stattfinden.

Warum das Gesetz zum 1. Juli in Kraft treten muss, ist Anette Moesta ein Rätsel. In den letzten Monaten wurde das Land von vielen Seiten um einen Aufschub gebeten. Ein Start nach den Sommerferien, d. h. ohne die jetzigen Schulkinder, hätte ohne Weiteres umgesetzt werden können und hätte einen doch, auch angesichts der Sondersituation Corona, etwas einfacheren Start für alle Beteiligten bedeutet.

Pressemitteilung des Büros von

Anette Moesta MdL, CDU

Anette Moesta MdL kritisiert die Umsetzung des am 01. Juli in Kraft tretenden Kita-Gesetzes. Foto: privat

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag 2025
Recht und Steuern
schlüsselfertiger Badausbau
Anzeige zu Video „Sparen + Gewinnchance? So funktioniert Gewinnsparen!“
Innovatives aus der VG Weißenthurm
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
Foto: Pixabay.com
611

Eine Woche hattet Ihr Zeit um Eure Lieblingsbiergärten im BLICK aktuell-Land zu nominieren – und das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen. Insgesamt stehen 16 Biergärten zur Wahl! Nun habt ihr die Chance, in unserem großen Voting für Euren Favoriten abzustimmen. Und das lohnt sich: Der Biergarten mit den meisten Stimmen bekommt als Gewinn ein tolles Porträt in den verschiedenen Medien von BLICK aktuell.

Weiterlesen

Bürgermeister Andreas Geron (l.) gratulierte Darja Kozlenko zum erfolgreichen Abschluss ihres Studiums.
581

Sinzig. Ende Juni konnte Bürgermeister Andreas Geron Darja Kozlenko zum Abschluss ihres Dualen Studiums für das 3. Einstiegsamt gratulieren.

Von Stadtverwaltung Sinzig aus Sinzig

Weiterlesen