Politik | 15.02.2017

Interessengemeinschaft der Anlieger brachte ungewöhnliche Lösung ins Spiel

Anstatt einer Brücke soll nur noch eine Furt über den Godesberger Bach führen

Anwohner der Straße „Im Bruch“ in Villip plädieren für unkonventionelle Lösung zur Behebung der Hochwasserproblematik – Gemeinde soll die Idee mit den zuständigen Behörden abklären -

Villip. Gibt es anstatt einer Brücke in der Villiper Straße „Im Bruch“ bald nur noch eine Furt? Diese Frage muss der Wachtberger Erste Beigeordnete Jörg Ostermann möglichst bald mit den zuständigen Behörden abklären, das gab ihm der Ausschuss für Infrastruktur und Bau einstimmig in seiner jüngsten Sitzung auf. Erst wenn diese Frage geklärt ist, will man entscheiden, wie es dort weitergeht. Dabei sind es die Anwohner selbst, die die Furtlösung favorisieren.

Die Brücke wurde als Ursache der Schäden gesehen

Die Anleger hatten im vergangenen Juni erhebliche materielle Schäden erlitten. Grund war das bekannte Starkregenereignis, das ein 100-jähriges Hochwasser auch in diesem Bereich bei Weitem übertraf. Eine mehr als 40 Unterstützer zählende Interessengemeinschaft der Anlieger sieht allerdings als Ursache der entstandenen Schäden das dort befindliche Brückenbauwerk der Gemeinde, dessen Durchlass nach ihrer Ansicht zu gering sei. Daher beantragten sie, den Straßenbelag abzutragen, die Bruchsteinmauer zu beseitigen und stattdessen ein Schiebe- oder Kippgeländer zu montieren. Dadurch soll ein Aufstauen des Wassers vor der Brücke vermieden werden, was in der Vergangenheit für die Schäden an den Gebäuden verantwortlich gewesen sei. Die Gesamtkosten hierfür betragen etwa 65.000 Euro, hatte die Gemeindeverwaltung ermittelt. Außerdem wünschten die Anlieger, dass diese Maßnahme vorgezogen werde, denn eigentlich steht die Brücke in Villip nur auf Platz fünf der Prioritätenliste, frühestens 2018 soll mit deren Planung begonnen werden.

Dieses Ansinnen hatte die Gemeindeverwaltung eigentlich zurückweisen wollen und hatte dem Ausschuss vorgeschlagen, auf diese Maßnahmen zu verzichten. „Der Beschlussvorschlag fiel uns nicht leicht, aber eine Furt ist in der heutigen Zeit einfach nicht mehr zeitgemäß“, erklärte Ostermann. Die Erfahrungen der Starkregenereignisse der vergangenen Jahre zeigten zwar einerseits, dass zu gering dimensionierte Durchlässe den Abfluss von extremen Wassermassen erheblich behinderten. Andererseits sei auch klar geworden, dass die Gewässer selbst diese ungeheuren Wassermengen ohnehin nicht fassen konnten, was zu Überflutungen angrenzender Grundstücke geführt habe. Auch in diesem Bereich sei der zu kleine Gewässerquerschnitt der Hauptgrund für die Überschwemmungen des Godesberger Baches, das belegten die von der Gemeinde beauftragten hydraulischen Berechnungen am bestehenden Brückenbauwerk.

Neue Brücke und besseres Gewässerbett geplant

Die vorgeschlagenen Maßnahmen der Interessengemeinschaft verhinderten seiner Meinung nach nicht, dass es zu Schäden an privatem Hab und Gut komme. Vielmehr sei im Rahmen der Neubauplanung sowohl die Konzeption eines leistungsfähigen Brückenbauwerkes wie auch die Modellierung eines verbesserten Gewässerbettes ausschlaggebend für eine Verbesserung der Hochwasserproblematik. Aus fachlicher Sicht müssten demnach die Planungen für einen Neubau des Brückenbauwerkes „Im Bruch“ den noch festzulegenden Bemessungsabfluss schadlos abführen können und sich optimal in den Gewässerverlauf einpassen. Und zum Vorziehen der Planung habe die Gemeindeverwaltung derzeit angesichts zahlreicher anderer „Baustellen“ schlicht und einfach keine Kapazität mehr übrig.

Doch der Ausschuss sah das etwas anders. „Warum sollten wir eine teure Brücke bauen, wenn es eine billige Furt auch tut“, fragte etwa Mira Schwarzenberger (Unser Wachtberg). Auch Volker Gütten (CDU) war der Ansicht: „Wenn die Anwohner schon eine Furt vorschlagen, dann sollte man diese Idee zumindest mit den zuständigen Fachbehörden erörtern. Selbst wenn dort die einzige Furt in ganz Nordrhein-Westfalen entstünde, wäre mir das auch egal.“ Letztlich stimmten alle seinem Vorschlag zu, die Idee zunächst mit den zuständigen Behörden zu besprechen und bei der nächsten Sitzung das Ergebnis vorzutragen. Wenn die das ohnehin ablehnten, könne man die Idee zu den Akten legen. Wenn die Fachbehörden allerdings kein Problem damit hätten, dann der Ausschuss erst recht nicht, insbesondere aus Kostengründen.

JOST

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Sandra Sattler: Der Zustand der L330 zwischen. Nassau und Zimmerschied ist eine absolute Katastrophe- und das nicht erst seit gestern! Wir sind wohnhaft in Hömberg und werden seit vielen Jahren mit diversen Ausreden vom LBM vertröstet.
  • Janek: Wer die Strecke kennt, kann sich den Grund bereits denken … Der Straßenzustand ist dort so schlecht, dass er besonders für Motorradfahrer ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko darstellt. Dem verunglückten...
  • Siegfried Kowallek: Verwunderlich ist weiterhin, dass die SPD der Neuwieder CDU vorhält, gegen den Unvereinbarkeitsbeschluss der Christdemokraten in Bund und Land im Hinblick auf die Partei Die Linke zu verstoßen. In insgesamt...
  • Siegfried Kowallek: Die Nennung von BSW und der Partei Die Linke im selben Kontext ist sachlich nicht gerechtfertigt und damit unredlich. Prominentester linker Befürworter deutscher Waffenlieferungen an die Ukraine ist Bodo...
  • Beatrix Biskup: Ich habe Bibliotheken immer geliebt und ich freue mich über jeden Schritt den die Stadtbibliothek in Richtung Zukunft geht und über jede Veranstaltung die diese durchführen würde.
Image Anzeige
Doppelseite PR/Anzeigen
125-jähriges Jubiläum der Rosenkranzkirche Bad Neuenahr und offizielle Wiedereröffnung am 12.04.26
Stellenanzeige Kita
Sonderseite 02 -Wohnträume NR
Sonderseite 02 -Wohnträume NR
Wohnträume
SO 2 - Wohnträume Sonderseiten- Modernisieren
Titelanzeige Nissan  114/1407895/2454617/4746681
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
Symbolbild.  Foto: pixabay.com
10

Allgemeine Berichte

BLICK aktuell sucht HeimatHelden!

Region. Auch in unserer Region gibt es sie: die stillen Stars des Alltags. Menschen, die anpacken, helfen, Verantwortung übernehmen oder einfach für andere da sind. Ob Feuerwehrmann, engagierte Ortsbürgermeisterin, unermüdliche Nachbarschaftshelfer oder die gute Seele im Sportverein – sie alle sind Heimathelden! BLICK aktuell möchte diesen Menschen eine Bühne geben und der Öffentlichkeit vorstellen – in einer neuen Serie in unserer Zeitung.

Weiterlesen

Symbolbild.  Foto: pixabay.com
6

Region. Wir von BLICK aktuell möchten wissen, wo in eurer Heimatstadt oder Kommune der Schuh drückt! Aus diesem Grund haben wir die neue Serie „HeimatCheck“ ins Leben gerufen. Ob kleine Ärgernisse oder große Probleme: Schreibt uns, was euch bewegt, und wir berichten für euch! Handlungsbedarf gibt es eigentlich immer, sei es bei:

Weiterlesen

Expertenwissen aus erster Hand: Im Rahmen eines Infoabends gibt Dr. Tim Mödder (Chefarzt Kardiologie, internistische Intensivmedizin und Schlaganfalleinheit) Einblicke in Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten bei Herzklappenerkrankungen.  Foto: Joachim Gies | Marienhaus
7

-Anzeige-Infoabend im Krankenhaus Maria Hilf Bad Neuenahr-Ahrweiler:

Herzklappenerkrankungen früh erkennen und gezielt behandeln

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Viele Menschen kennen das Gefühl: Die Luft wird knapp, die Belastbarkeit lässt nach, vielleicht kommen Schwindel oder Unsicherheit beim Gehen hinzu. Nicht selten werden solche Beschwerden zunächst als „Alterserscheinung“ abgetan. Doch in einigen Fällen steckt eine Erkrankung der Herzklappen dahinter – eine Diagnose, die ernst genommen werden sollte. Um für das wichtige Thema...

Weiterlesen

Imageanzeige
Titelanzeige KW 15
Maschinenbediener, Staplerfahrer
SB Standesamt
Wohnträume
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0220#
Wohnträume - Wohnen & Garten im Blick
SO 2 - Wohnträume Sonderseiten, beim Artikel Gartenmarkt/Stadt Neuwied
Wohnträume - Wohnen & Garten im Blick
  WÄRMEPUMPE ÖL/GASHEIZUNG
Veranstaltung 15.April
Wohnträume
Wohnträume
Blütenfest
Leiter/in (w/m/d)
Aushilfskraft (w/m/d)