Bedenkliche Veränderungen in der Gesundheitsversorgung
Auch Rheinbach bleibt nicht verschont
Rheinbach. Noch ist die Lage der Gesundheitsversorgung in Rheinbach richtig gut. So behandelt ein Hausarzt im Landesdurchschnitt pro Tag etwa 45 Patienten, wofür ihm pro Fall etwa 8 Minuten ausreichen müssen. Rheinbacher Bürger haben seine Aufmerksamkeit im statistischen Mittel immerhin elf Minuten. Aber dies bleibt nicht so: Die Zahl der 65- bis 79-Jährigen wird bis 2030 um etwa 40 Prozent ansteigen, die der über 80-Jährigen um über 70 Prozent, Letztere in Swisttal um ebenfalls 70 Prozent, in Meckenheim sogar um 125 Prozent. Dabei kontaktiert ein 20-jähriger Mann etwa 7- bis 8-mal im Jahr einen Arzt, ein 65-Jähriger bereits 25-mal und ein 80-Jähriger nahezu 40-mal. Die Zunahme der Älteren wird so unvermeidlich zur stärkeren Belastung der Hausärzte, der Pflegedienste und der Therapeuten führen.
Genau gegenläufig zu diesem Trend wird im Bereich Meckenheim-Swisttal-Rheinbach schon innerhalb der nächsten sechs Jahre mehr als ein Viertel der derzeit praktizierenden Hausärzte in den Ruhestand gehen. Neu-Anerkennungen als Allgemeinmediziner werden die dadurch entstehende Lücke nur zu etwa der Hälfte auffangen können, aber nur dann, wenn es anderen Regionen nicht noch viel schlechter gehen sollte. Genau dies ist jedoch zu erwarten. Ebenso wird sich die sogenannte Versorgungslücke in der Pflege verdoppeln: Bis 2030 werden im Rhein-Sieg-Kreis mehr als dreieinhalbtausend Pflegekräfte fehlen.
Deshalb hatte der Rheinbacher Seniorenbeauftragte zum 1. Oktober dieses Jahres unter dem Motto: „Rheinbacher Initiative Gesundheitsversorgung im Alter“ zu einer Diskussionsveranstaltung über Lösungsansätze eingeladen. Leider kamen zu wenige Rückmeldungen von den Rheinbacher Hausärzten. Auch die CDU zeigte sich im Gegensatz zu allen anderen Fraktionen des Stadtrats nicht interessiert. Die Veranstaltung musste schließlich abgesagt werden. „Schade“, so die Meinung des Seniorenbeauftragten, „denn nur gemeinsam, kann hier etwas erreicht werden“. Er hofft dennoch, die Hausärzte sowie die Rheinbacher CDU mittelfristig doch noch zum Mitwirken bewegen zu können. Sein Ziel bleibt es, alles dafür zu tun, damit u die Bürger, insbesondere die älteren Menschen, in zehn Jahren immer noch eine befriedigende Qualität der Gesundheitsversorgung erleben können.
Pressemitteilung des Seniorenbeauftragten der Stadt Rheinbach,
Dipl.-Ing. Günter Wittmer
