U18-Landtagswahl für Kinder und Jugendliche in der Gemeinde Swisttal
Auch beim Swisttaler Nachwuchs erreicht die CDU die absolute Mehrheit
52 Prozent der Teilnehmer stimmten für die Christdemokraten – SPD und Grüne liegen gleichauf bei 14 Prozent – Beteiligung war mit 71 Personen allerdings überschaubar
Swisttal. Auch bei der Swisttaler Jugend kommt die CDU am besten an. Zumindest bei der U 18-Landtagswahl für Kinder und Jugendliche in Nordrhein-Westfalen holte sie die absolute Mehrheit: 52 Prozent der Teilnehmer in der Gemeinde Swisttal stimmten für die Christdemokraten. Allerdings war auch die Zahl der Teilnehmer überschaubar, bei der Premiere gaben lediglich 71 Jugendliche ihre Stimme ab, das entspricht einer Wahlbeteiligung von 2,1 Prozent von insgesamt 3320 Kindern und Jugendlichen im Alter von 0 bis 18 Jahren in der Gemeinde Swisttal. SPD und Grüne folgen gleichauf mit jeweils 14 Prozent, die FDP springt mit sechs Prozent ebenso über die magische Fünf-Prozent-Hürde wie die ansonsten eher unbekannte „Jugend- und Entwicklungspartei Deutschlands“ (JED). Die Piraten und die Tierschutzliste kommen auf jeweils drei Prozent, die AfD und „Die Partei“ müssen sich mit jeweils einem Prozent begnügen.
„Ich habe heute zum ersten Mal gewählt, das war ziemlich aufregend“, gab Paul Dietrich (10) zu. „Ich darf zwar nicht sagen, wen ich gewählt habe, aber ich habe die Partei gewählt, die mir am besten gefällt.“ So haben es auch die anderen gehalten, die an der erstmals durchgeführten Abstimmung teilnahmen. Jonathan Bück (10) hatte sogar extra das Wahlplakat an sein Fenster gehängt, um noch mehr Jugendliche auf diese Aktion aufmerksam zu machen – und tatsächlich machten noch zwei seiner Freunde daraufhin mit. Henriette Kösling (12) ist sogar überzeugt, dass diese Aktion reale Auswirkungen auf die Politik in der Gemeinde Swisttal haben kann, weil eine ganze Reihe von Swisttaler Kommunalpolitikern in diesem Zusammenhang mit den Jugendlichen geredet und sich ihre Wünsche und Sorgen angehört hätten.
Beispielhaft für andere Kommunen
„Diese Wahl unter der Schirmherrschaft von Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner war beispielhaft für andere Kommunen“, freute sich auch Elisabeth Wilhelmi-Dietrich, die Leiterin des Jugendhilfezentrums für Alfter, Swisttal und Wachtberg mit Sitz in Meckenheim. Damit hätten alle, die dieses Projekt aktiv unterstützten, zur politischen Bildung der Kinder und Jugendlichen in der Gemeinde beigetragen. Diese hatten am vergangenen Freitag die Gelegenheit, einen weitestgehend identischen Ablauf eines demokratischen Wahlgangs kennenzulernen, „und ich bin überzeugt, dass anhand der spielerischen Auseinandersetzung mit Politik und demokratischen Prozessen frühzeitig ein Interesse an Politik geweckt worden ist. Schließlich sollen sie später als Erwachsene gerne zur Wahl gehen und den Wahlgang als selbstverständlichen Akt der demokratischen Beteiligung wahrnehmen“, so Wilhelmi-Dietrich.
Die Stimmabgabe erfolgte im Feuerwehrhaus des jeweiligen Dorfes – außer in Essig, dort war das Wahllokal im Josef-Bienentreu-Haus. Die Jugendfeuerwehr mit Jugendfeuerwehrwart Torsten Clemens an der Spitze kümmerte sich vor Ort um die Organisation und unterstützte auch sonst die U18-Wahl nach Kräften. „Swisttal ist eine Flächengemeinde mit vielen Dörfern, und die Feuerwehr ist nun mal die einzige Institution, die in jedem Dorf aktiv ist“, erklärte Clemens.
In den Köpfen der Kinder verankern
Initiator Jörg Harde von der katholischen Jugendagentur Bonn zeigte sich jedenfalls sehr zufrieden mit der Premiere, „ich sehe die Aktion auf jeden Fall als Erfolg an.“ Nach der Brexit-Entscheidung in Großbritannien sei er schockiert gewesen, vor allem deshalb, weil die Jugend dort nicht bereit gewesen sei, bei einer so wichtigen Entscheidung ihre demokratischen Rechte wahrzunehmen. Die U18-Wahl in Nordrhein-Westfalen habe er als eine sinnvolle Möglichkeit gesehen, die Wichtigkeit des Mitwirkens an demokratischen Entscheidungen in den Köpfen der Kinder und Jugendlichen zu verankern. „Und das ist wirklich gelungen“, wies er darauf hin, dass dadurch in vielen Familien die Kinder mit ihren Eltern über Politik, Parteien und Programme geredet hätten.
Auch Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner war überzeugt, dass es für die Jugendlichen spannend gewesen sei zu erleben, wie eine echte Wahl abläuft. Schließlich sei die Abstimmung unter realistischen Bedingungen abgelaufen mit Stimmabgabe vor Ort und der gemeinsamen Auszählung im Rathaus. Stephan Faber, der zuvor schon einen Fragebogen ausgearbeitet hatte, setzte die Ergebnisse hier in Tortendiagramme für die einzelnen Ortschaften und für die gesamte Gemeinde um. Die Spannung sei greifbar gewesen bei der Auszählung, und die Jugendlichen hätten gerade angesichts der geringen Beteiligung gemerkt, wie wichtig jede einzelne Stimme ist.
Trägt zur politischen Bildung bei
„Das trägt mit Sicherheit zur politischen Bildung bei und wird sie anspornen, auch im Erwachsenenalter ihr Wahlrecht auch auszuüben“, war Kalkbrenner optimistisch. Etwas erstaunt war sie nur über das Ergebnis, denn eigentlich hätte sie mit mehr Stimmen für Außenseiter-Parteien gerechnet. „Umso erfreulicher, dass auch unter den Jugendlichen die CDU die meisten Stimmen bekommen hat“, schmunzelte die Christdemokratin.
neue Erste Beigeordnete Hans-Dieter Wirtz, der in der Gemeinde auch für die Jugendarbeit zuständig ist, sah die Aktion ebenfalls positiv: „Die Idee war sehr gut und auch die Umsetzung gelungen, ich kann mir eine Wiederholung durchaus vorstellen.“
Das Projekt ist allerdings mit der Wahl noch nicht ganz vorbei, denn es gibt noch einen landesweiten Wahlurnen-Wettbewerb, an dem auch die zehn Wahlurnen teilnehmen, die in den einzelnen Wahllokalen zum Einsatz kam. Die waren nämlich alle Hand gemacht und durchaus künstlerisch wertvoll. Ob Osterhase oder Hochhaus, Homer Simpsons oder ein Mond-Rover – die Produkte der Siebt- und Achtklässler aus der Georg von Boeselager-Schule Heimerzheim dürften durchaus gute Chancen haben, einen der Preise zu gewinnen. Bis Ende des Monats sind sie noch im Sitzungssaal des Ludendorfer Rathauses zu sehen. JOST
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