Politik | 15.11.2022

Die Sanierung im Ahrtal stockt

Auch der zweite Winter nach der Flut wird vielerorts kalt

Kreis Ahrweiler. Vor einem Jahr hatten viele Menschen im Ahrtal Angst vor dem Winter. Durch die Flut wurden auch viele Heizungen zerstört. Handwerker kamen mit Reparaturen kaum hinterher.

Ein Jahr später gibt es zwar Fortschritte, aber ein warmes Zuhause gibt es längst nicht überall.

Während momentan bei vielen Menschen in Deutschland erstmals die Angst umgeht, aufgrund der Energiekrise im Winter in kalten Wohnungen zu sitzen, droht den Menschen im Ahrtal schon zum zweiten Mal in Folge ein kalter Winter.

Durch die Jahrhundertflut im Sommer 2021 wurden mehrere Tausend Heizungsanlagen zerstört oder unbrauchbar.

Auch mehr als ein Jahr nach der Katastrophe gibt es Menschen im Ahrtal, die nur in ihrem oberen Stockwerk leben, während der untere Bereich ihres Hauses und damit auch meist die alte Heizungsanlage nach wie vor zerstört ist. Stromfressende Heizlüfter und Radiatoren sind im unentwegten Dauereinsatz.

Die flächendeckende Reparatur ist immer noch ein Problem, weil Gelder fehlen und Handwerksfirmen ausgebucht sind.

Die versprochenen Hilfen von Bund und Land, wie ein Märchenschloss auf losem Sand gebaut und verronnen im Getriebe von Unfähigkeit und Bürokratie.

Viele Betroffene und Leidtragende sind mürbe geworden und überlegen zu verkaufen oder wegzuziehen. Viele Häuser sind immer noch nicht wieder bewohnbar, sind oftmals entkernt und damit auch ohne Heizungsanlage.

Die Menschen im Rest von Deutschland, haben gar keine Vorstellung, wie es hier immer noch aussieht.

Es gibt viele Menschen, die leben zum Beispiel immer noch in Wohnungen, oder besser Unterkünften mit nur einem beheizbaren Raum.

Und ganz oft betrifft es ältere Bürger die noch so hausen müssen, die sich ihren Lebensabend sicher anders vorgestellt haben.

Die Technik und die Fachleute fehlen

Sehr oft ist zu hören, dass zwar die Gaszuleitungen der Versorger wieder intakt sind, die Anschlüsse auch funktionieren, aber trotzdem keine Heizung Wärme spenden kann, weil es allerorten an entsprechende Technik wie zum Beispiel Gasthermen oder Wärmepumpen, oder etwa schlicht an fehlenden Handwerkern fehlt.

Lieferengpässe und Personalmangel, ein mittlerweile alltägliches Problem in der Flutregion.

Was die Menschen überall in Deutschland immer stärker zu spüren bekommen - Lieferengpässe durch Materialmangel - es schlägt in den Flutgebieten noch stärker durch.

Das ist eine direkte Auswirkung der durch die Coronakrise und durch die Energiekrise entstandene Entwicklung.

Materialengpässe und gestörte Lieferketten, rasant steigende Preise beim Einkauf, Fachkräftemangel und Inflation treffen auf steigende Energiekosten. Das sei eine multiple Krise, in der das Handwerk leider auch weitere, neue Schwierigkeiten erwartet.

Hier ist die Politik aufgefordert, schnellstmögliche Schadensbegrenzung zu betreiben und das Handwerk und die Industrie nicht in Knebelhaft zu nehmen durch immer weiter steigende Energiepreise und eine immer weiter voranschreitende Deindustrialisierung, die aus rein ideologischen Gründen stattfindet!

Pressemitteilung Rüdiger Nothnick

AfD Kreisverband Ahrweiler

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