Fahrradverkehr im Rhein-Sieg-Kreis
Auf dem Weg zum fahrradfreundlichen Kreis
Bestehende Radwege sollen miteinander vernetzt und der Service gestärkt werden
Rhein-Sieg-Kreis. Neben dem Autoverkehr und dem öffentlichen Personennahverkehr beziehungsweise Schienenpersonennahverkehr soll der Fahrradverkehr in und zwischen den Städten und Gemeinden des Rhein-Sieg-Kreises eine zunehmend wichtige Rolle spielen.
„Das Potenzial hierzu haben wir. Der Gutachter hat den Kommunen im Rhein-Sieg-Kreis gute Grundlagen für eine Weiterentwicklung des Alltagsradverkehrs bescheinigt“, fasst Planungsdezernent Michael Jaeger das wichtigste Ergebnis des vom Stadt- und Verkehrsplanungsbüro Kaulen erarbeiteten Radverkehrskonzepts zusammen. Dieses wurde den Mitgliedern des Planungs- und Verkehrsausschusses des Rhein-Sieg-Kreises in ihrer jüngsten Sitzung vorgestellt. Der Radtourismus hat in den letzten Jahren bereits einen starken Aufschwung genommen. Das Radverkehrskonzept hat darüber hinaus zum Ziel, den Fahrradverkehr im Rhein-Sieg-Kreis so weiterzuentwickeln, dass immer mehr Menschen das Fahrrad problemlos für ihren Weg zur Arbeit, zum Einkaufen, zur Ausbildungsstelle oder in der Freizeit nutzen. „Dies ist ein wichtiger Beitrag zum nachhaltigen Verkehr, zum Klimaschutz und zur Entlastung des Straßennetzes“, so Dr. Mehmet Sarikaya, Leiter des Kreisplanungsamtes.
Vier Bereiche identifiziert der Gutachter zur Förderung des Radverkehrs: die Infrastruktur (Radwegebau), den Service (Fahrradabstellanlagen und Verknüpfung mit dem öffentlichen Nahverkehr), die Information (Beschilderung) und Kommunikation (Öffentlichkeitsarbeit). Rund 270 Kilometer umfassen die Hauptachsen der Radverkehrsbeziehungen. Zur Optimierung der Infrastruktur sollen die Lücken zwischen den Radwegen geschlossen und abmarkierte Fahrradstreifen auf der Fahrbahn gekennzeichnet werden.
Laut Gutachten kosten diese Arbeiten rund 1,3 Millionen Euro. Die Finanzierung würde sich auf die 21 Baulastträger verteilen, also die 19 Kommunen, den Landesbetrieb Straßen.NRW und den Rhein-Sieg-Kreis. Die Kommunen würden von den Kosten ein Drittel, der Landesbetrieb Straßen.NRW zwei Drittel und der Rhein-Sieg-Kreis 1,3 Prozent tragen. Die Optimierung des Bereichs Service für den Radverkehr, die idealtypische Verknüpfung des Radverkehrs mit dem öffentlichen Nahverkehr sowie der Bau von Fahrradabstellanlagen würde laut Gutachter bis zu 17,4 Millionen Euro kosten.
Aber für den Rhein-Sieg-Kreis sieht der Gutachter zunächst zwei Aufgaben: eine bessere Koordination der Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs und eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit. Falls sich die Kommunen und der Rhein-Sieg-Kreis verstärkt im Radverkehr engagieren, kann der Anteil im Gesamtverkehr kreisweit von heute rund sieben Prozent auf durchschnittlich bis zu 30 Prozent erhöht werden. Dies ist freilich auch von den topografischen Gegebenheiten abhängig: In Kommunen mit weitgehend ebenen Fahrradwegen kann eine Erhöhung des Radverkehrs leichter erreicht werden. Insgesamt kommt es auch darauf an, Kurzstrecken bis zu fünf Kilometer für Fahrradfahrende sicher und attraktiv auszubauen.
Alle neunzehn Städte und Gemeinden des Rhein-Sieg-Kreises haben den vom Büro Kaulen entworfenen Bericht zum Radverkehrskonzept zur Stellungnahme erhalten. Auf Basis der eingehenden Stellungnahmen und weiteren Abstimmungen wird die Kreisverwaltung vor der Sommerpause dem zuständigen Planungs- und Verkehrsausschuss eine Beschlussempfehlung erarbeiten.
Pressemitteilung
Der Landrat, Rhein-Sieg-Kreis
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