Politik | 13.08.2026

Hitzeschutz im Rhein-Sieg-Kreis

Klimabündnis fordert wirksamen Hitzeschutz in Wachtberg und linksrheinischen Kommunen

Bei heißen Wetterlagen sind Trinkwasserspender im öffentlichen Raum für Mensch und Tier mitunter überlebenswichtig. Diese Spender gibt es in vielen verschiedenen Ausführungen und Variationen.

Wachtberg. Klimabündnis fordert konkreten Hitzeschutz in Wachtberg und den anderen linksrheinischen Kommunen

Nach der Hitzewelle im Juni, Juli und August mit mehr als 12.500 zusätzlichen Todesfällen in Deutschland fordert das Klimabündnis Rhein-Voreifel die sechs linksrheinischen Kommunen des Rhein-Sieg-Kreises auf, die Bevölkerung wirksam vor den nächsten Hitzewellen zu schützen.

Das Bündnis legt dafür einen Katalog kurz- und mittelfristiger Maßnahmen vor – von klimatisierten Schutzräumen und Trinkbrunnen bis zu verbindlichen Hitzeaktionsplänen.

Der Juni 2026 war beispielsweise der heißeste jemals in Westeuropa gemessene Juni. Der Deutsche Wetterdienst registrierte für die Region sieben Tage mit extremer Hitzebelastung (gefühlte Temperatur von 38 °C oder mehr) sowie mehrere Tage mit starker Hitzebelastung; an vielen dieser Tage waren zudem die Kriterien einer extremen Wärmebelastung für ältere Menschen erfüllt. Auch im Rhein-Sieg-Kreis geriet das Gesundheitswesen an seine Kapazitätsgrenzen: Der Katastrophenschutz wurde aktiviert, Notaufnahmen und Pflegepersonal waren massiv überlastet.

Die Klimaforschung zeigt eindeutig, dass Hitzewellen dieser Art an Intensität und Häufigkeit zunehmen werden. Die sechs linksrheinischen Kommunen des Kreises haben bereits 2022 gemeinsame Konzepte erarbeitet. Dennoch fehlen nach Einschätzung des Bündnisses in vielen Gemeinden selbst elementare Vorbereitungen; teils wird auch die Dringlichkeit der Lage von den politisch Verantwortlichen nicht erkannt. Einzelne Kommunen, z.B. Bornheim, haben dagegen bereits Grundlagen geschaffen. Für Wachtberg bleibt noch viel zu tun.

Kurzfristige Maßnahmen zur Umsetzung in den Gemeinden

• Klimatisierte Räume, z.B. in Gemeindegebäuden, während Hitzewellen öffnen – einschließlich der Kirchen –, damit Menschen tagsüber Zuflucht finden, wenn ihre Wohnungen zu heiß sind. Die Online-Karten kühler Orte in den Gemeinden ausbauen und bekannter machen. Prädestiniert wären öffentliche Gebäude in den einzelnen Ortsteilen.

• Trinkbrunnen priorisiert in den Gemeinden bereitstellen und Stellen aktivieren, die kostenfrei Leitungswasser für mitgebrachte Trinkgefäße anbieten („Refill-Stationen“). Ein entsprechender Bürgerantrag aus dem Jahr 2023 befindet sich derzeit noch in der politischen Abstimmung. Kurzfristig wären sowohl Hydrantenlösungen denkbar als auch die Reihenzapfstellen des Trinkwassernotversorgung des Bundes (soweit in den Gemeinden Trinkwassernotbrunnen vorhanden sind)

• Die Bevölkerung umfassend warnen und über Schutzmaßnahmen informieren, etwa mit den Materialien des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (https://www.klima-mensch-gesundheit.de/), der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit e. V. (https://www.klimawandel-gesundheit.de/handlungsfelder-und-projekte/hitze/) und des Alfterer Vereins Dialog-Gesundheit-Klima e. V. (https://dialog-gesundheit-klima.de/hitzeschutz).

Mittelfristige Maßnahmen zur Umsetzung in den Gemeinden

• Hitzeaktionspläne in allen Gemeinden verabschieden und umsetzen.

• Gesundheitseinrichtungen, Pflegeheime und -dienste, Schulen, Kindergärten und Notfalldienste umfassend auf Hitzewellen vorbereiten.

• Dicht besiedelte Quartiere kühlen: schattenspendende Bäume pflanzen, Flächen entsiegeln, Fassaden begrünen.

• Hitzeschutz in allen Bebauungsplänen verbindlich berücksichtigen.

Klimaschutz bleibt die wirksamste Vorsorge

„Da wir mit einem weiteren Anstieg der Temperaturen und der Hitzebelastung rechnen müssen, ist es für den Schutz der Bevölkerung entscheidend, dass wir diesen Anstieg durch wirksame Maßnahmen zur Minderung der Treibhausgasemissionen abschwächen“, sagt Angela Austermann, Koordinatorin des Klimabündnisses Rhein-Voreifel. Das Bündnis fordert deshalb ein deutlich größeres Engagement der Gemeinden auf dem Weg zur Klimaneutralität.

„Was das Bündnis fordert, kostet wenig und kann rasch umgesetzt werden.“, sagt Austermann weiter: „Bereits klimatisierte Räume und Kirchen bei Hitze öffnen, Trinkbrunnen aufstellen (notfalls in einer akuten Lage auf das Equipment der Trinkwassernotversorgung des Bundes zurückgreifen), Stellen einrichten, an denen man kostenlos die Wasserflasche auffüllen kann, und die Menschen rechtzeitig warnen - besonders die, die es am nötigsten haben. Später soll dann in jeder Gemeinde ein richtiger Hitzeaktionsplan folgen. „

„Bei hohem Fieber senken wir das Fieber - aber geheilt ist der Patient erst, wenn wir die Infektion behandeln“, sagt der Internist Prof. Axel Glasmacher, aktives Mitglied des Klimabündnisses, „Hitzeschutz senkt das Fieber. Klimaschutz beugt vor und behandelt die Krankheit.“

Informationen und Tipps zum Hitzeschutz: www.klima-mensch-gesundheit.de , www.dialog-gesundheit-klima.de/hitzeschutz . Kontakt zum Klimabündnis: https://klimabuendnis-rhein-voreifel.de

Über das Klimabündnis Rhein-Voreifel

Das Klimabündnis Rhein-Voreifel ist ein offener Zusammenschluss von Klima- und Umweltinitiativen aus den sechs linksrheinischen Kommunen (Alfter, Bornheim, Meckenheim, Rheinbach, Swisttal, Wachtberg) sowie weiteren Organisationen des Rhein-Sieg-Kreises.

Die folgenden 13 Initiativen unterstützen dieses Statement:

• ADFC Bonn/Rhein-Sieg

• BürgerEnergie Rhein-Sieg e.G.

• BürgerEnergie Rhein-Voreifel e.G.

• BUND Rhein-Sieg

• Dialog-Gesundheit-Klima e.V. (Alfter)

• Initiative Klima- und Umweltschutz, Wachtberg

• Initiative Meckenheim „Lebendige Natur versus Stein- und Plastikwüsten“

• Kidical Mass Bornheim

• Klimapatennetzwerk Rhein-Voreifel

• Landschaftsschutzverein Vorgebirge

• Parents for Future Bornheim/Swisttal/Weilerswist

• Parents for Future Wachtberg

• VCD Bonn Rhein-Sieg/Ahr

Michael Turley

Ohne aufwendige Installation sofort an jedem Hydranten anschließbar: Die Reihenzapfstellen der Trinkwassernotversorgung des Bundes (Näheres über bbk.bund.de ), die in der Regel jedem Notbrunnen zugeordnet sind und dort vorgehalten werden.

Ohne aufwendige Installation sofort an jedem Hydranten anschließbar: Die Reihenzapfstellen der Trinkwassernotversorgung des Bundes (Näheres über bbk.bund.de ), die in der Regel jedem Notbrunnen zugeordnet sind und dort vorgehalten werden. Foto: Bundesstadt Bonn

Eigene Darstellung mit Daten: RKI, Wochenbericht zur hitzebedingten Mortalität KW 28/2026 (23.07.2026); Epid. Bulletin. Aktuelle Daten unter: https://www.rki.de/DE/Themen/Gesundheit-und-Gesellschaft/Gesundheitliche-Einflussfaktoren-A-Z/H/Hitze/Bericht_Hitzemortalitaet.html

Eigene Darstellung mit Daten: RKI, Wochenbericht zur hitzebedingten Mortalität KW 28/2026 (23.07.2026); Epid. Bulletin. Aktuelle Daten unter: https://www.rki.de/DE/Themen/Gesundheit-und-Gesellschaft/Gesundheitliche-Einflussfaktoren-A-Z/H/Hitze/Bericht_Hitzemortalitaet.html Foto: RKI/eigene ergänzende Daten

Bei heißen Wetterlagen sind Trinkwasserspender im öffentlichen Raum für Mensch und Tier mitunter überlebenswichtig. Diese Spender gibt es in vielen verschiedenen Ausführungen und Variationen. Foto: pixabay/meineresterampe

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag
Imageanzeige
Hausmeister, bis auf Widerruf
80 Jahre Sportverein 1946 Kripp e. V.
Heimersheimer Weinzeit, 14. – 15.08.26
Titelanzeige
Sozialarbeiter/in (w/m/d)
Empfohlene Artikel
Die CDU Meckenheim ehrte Mitglieder für ihre jahrzehntelange Treue. Im Bild von links Dr. Karl-Joseph Hummel, Stadtverbandsvorsitzender Rainer Friedrich, Joachim Krüger, Heinz Brun, Bert Spilles, Ursula Grisard, Christian Dickmann und Jörg Meyer-Puttlitz. (Foto: privat)
81

Meckenheim. Ein halbes Jahrhundert Engagement – das ist alles andere als selbstverständlich. Die CDU Meckenheim ehrte bei ihrem Hoffest besonders treue Mitglieder. Stadtverbandsvorsitzender Rainer Friedrich würdigte ihren Einsatz und überreichte mit dem Mitgliederbeauftragten Leo Breutigam Urkunden und Ehrennadeln. Viele der Geehrten haben über die Jahre Aufgaben etwa als sachkundige Bürger und als Pressesprecherin übernommen.

Weiterlesen

Gute Stimmung beim Hoffest der CDU Meckenheim.
83

Meckenheim. 80 Jahre CDU Meckenheim: Das traditionelle Hoffest der christdemokratischen Partei war diesmal auch eine Geburtstagsparty. Stadtverbandsvorsitzender Rainer Friedrich begrüßte im Obsthof Gieraths an der Hauptstraße zahlreiche Mitglieder und Gäste, darunter viel Politikprominenz und Vertreter von Vereinen, mit den Worten: „Wir feiern heute ein Stück Geschichte – und wir feiern die Zukunft“.

Weiterlesen

Weitere Artikel