Politik | 09.03.2026, 13:52 Uhr

Remagener Grüne freuen sich über abgeschlossene Übernahme des Stromnetzes

Auf dem Wege zu lokaler Stromversorgung

Remagen. Mit Jahresanfang 2026 ist in sieben Gemeinden des Kreis Ahrweiler das vormals zum RWE-Konzern gehörige Stromleitungsnetz mehrheitlich in kommunale Hand übergegangen. Mit 51% Anteil sind u.a. die Städte Remagen, Sinzig, Bad Breisig oder die Grafschaft gemeinsamer Eigentümer von zahlreichen Hochspannungsmasten und Umspannwerken. Hierzu gehören fast 41.000 Hausanschlüsse am Stromnetz. Betrieben wird dieses durch eine 2013 neu gegründete Gesellschaft, die Rhein-Ahr-Energie GmbH. Partner ist die EVM, die mehrheitlich den Koblenzer Stadtwerken gehört und in Form der Energienetze Mittelrhein auch das Management der Stromversorgung beisteuert.

Die Remagener Grünen-Fraktion, die die Übernahme des Netzes vom Monopolisten RWE bereits seit Anfang der 2000er Jahre gefordert und Gründung einer eigenen Netzgesellschaft massiv unterstützt hatte, hofft nun bald auf weitere Schritte. Neben dem reinen Netzbetrieb erwarten die Grünen um Fraktionssprecherin Bettina Fellmer und den neu gewählten stellvertretenden Fraktionssprecher Frank Bliss in naher Zukunft auch die Stromerzeugung in kommunaler Hand. Chancen sehen die Grünen hierfür in dem geplanten Solarpark auf dem Gelände der ehemaligen Mülldeponie in Oedingen, vor allem aber durch den Einstieg in Windenergie auf kommunalem Boden. Derzeit gibt es hierfür Interessenten, die auch bereit sind, das Projekt in Form einer Bürgerenergiegesellschaft zu betreiben. Dabei können Remagener Bürgerinnen und Bürger im Rahmen einer Genossenschaft den Betrieb von mindestens zwei Windrädern mitgestalten.

Erfolgreiche Modelle in anderen Städten zeigen, dass dabei nicht nur sauberer Strom produziert wird. Vielmehr erzielen die Mitglieder der Genossenschaft sogar höhere Renditen als bei üblichen Geldanlagen. Auch die Gemeindekasse profitiert von jährlichen Abgaben auf die Windräder. Die Grünen im Rat der Stadt Remagen hoffen nun, dass das Projekt nicht durch überzogene Forderungen durch die Frauenhofer-Gesellschaft in Berkum kaputtgemacht wird. Als nächster Schritt wird seitens der Stadt eine Bürgerversammlung zur Information über die geplanten Anlagen in der ersten Jahreshälfte vorbereitet.

Pressemitteilung BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Stadtratsfraktion Remagen

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