Mit der VHS Remagen auf Exkursion
Auf den Spuren jüdischen Lebens
Am Sonntag, 27. Oktober
Remagen. Die VHS Remagen bietet eine Exkursion „Auf den Spuren jüdischen Lebens“ an, am Sonntag, 27. Oktober, mit der Dauer von fünf bis sechs Stunden. Treffpunkt ist um 13 Uhr, auf dem Parkplatz vor dem Mac Donald Remagen. Die Fahrt mit Privat-PKW führt über Andernach nach Saffig in der Pellenz. Bitte an witterungsangepasste Kleidung und festes Schuhwerk denken! Die Rückkehr ist gegen 18 bis 18:30 Uhr. Es wird keine Teilnehmergebühr erhoben! Weitere Informationen und Anmeldungen unter Tel. (0 26 42) 34 06 bei Agnes Menacher.
Tourbeschreibung
Zunächst geht die Fahrt nach Saffig, idyllisch an der Nette gelegen. Hier wird besichtigen die aus dem 19. Jahrhundert stammende Synagoge besichtigt. Wie die Remagener Synagoge wurde sie am 10. November 1938 verwüstet, das Inventar vor dem Gebäude verbrannt, später wurde sie als Geräteschuppen genutzt. 1986 vom Förderkreis Synagoge e.V. Saffig gekauft und vorbildlich renoviert, finden heute in dem Gebäude wieder Gottesdienste und Veranstaltungen der Jüdischen Gemeinde Neuwied-Mittelrhein statt, deren Vertreter die Gruppe auch willkommen heißen und führen.
Der jüdische Friedhof
Auf der Fahrt Richtung Miesenheim sind es nur wenige Meter Fußweg zum jüdischen Friedhof. Der 1853 angelegte Verbandsfriedhof der jüdischen Gemeinden Miesenheim, Plaidt und Saffig befindet sich südlich des Ortes in der Flur Im Deyert, etwa 300 Meter östlich der Straße nach Saffig. Auf dem 8,36 Ar großen Friedhof sind heute noch 66 Grabsteine vorhanden. Führung: Martin Roggatz.
Euthanasie-Mahnmal
Unsere Fahrt geht weiter nach Andernach. Vom Bollwerk am Rhein aus (Parkplatz) geht der Weg durch das Andernacher Tor in die Hochstraße.
Ein 1996 von Andernacher Bürgern initiiertes Euthanasie-Mahnmal hinter der Christuskirche - der „Spiegelcontainer“, - erinnert an die vielen Opfer der Euthanasie. Die Patienten der Heil- und Pflegeanstalt, Sammelort für den südlichen Teil der Rheinprovinz, wurden von Andernach aus in die Gaskammern im Osten verschleppt und ermordet. An die lange Geschichte jüdischer Kultur in Andernach erinnert die Mikwe (jüdisches Bad) im Alten Rathaus, das anschließend unter Leitung von Dr. Klaus Schäfer besichtigt wird. Sicher werden beim Gang auch Stolpersteine gesehen, die seit 2009 die Erinnerung an deportierte jüdische Andernacher Bürger wachhalten. Vor der Rückfahrt wird sich im gemütlichen Café-Bistro Winzig auf dem Marktplatz gestärkt. Die Exkursion findet in Kooperation mit der VHS Remagen im Rahmen des Ausstellungsprojektes „Mitbürger unter Vorbehalt - Remagener Juden zwischen Anerkennung und Vernichtung“ statt.
Pressemitteilung der
VHS Remagen
