Vortrag am Koblenz-Kolleg zur „Rassenhygiene“ der Nationalsozialisten
Aufarbeitung hängt vom Engagement ab
Dr. Stefan Elsner referierte über die Landesnervenklinik Andernach
Koblenz. Dr. Stefan Elsners kundiger Vortrag am Koblenz-Kolleg über die Verstrickungen der Landesnervenklinik Andernach (heute Rhein-Mosel-Fachklinik) mit den Nationalsozialisten war eine Bereicherung. In der Nacht, die den 80. Jahrestag der Reichspogromnacht markiert, widmete sich diese Veranstaltung der Schule des Zweiten Bildungswegs, die zum Abitur führen möchte, ebenfalls einem schrecklichen Kapitel der Zeit der NS-Zeit – der Unfruchtbarmachung und Tötung von geistig, seelisch und körperlich Kranken, auch bekannt als Eugenik und Euthanasie. Wie Dr. Elsner berichtete, gedenkt die Klinik in Andernach seit den 1990er Jahren der Opfer des Nationalsozialismus und damit auch der Opfer der „Rassenhygiene“ und der „Euthanasie“. In einer couragierten und kritischen Zivilgesellschaft in Andernach hat sich ein Gedenken an die Opfer, die zwangssterilisiert oder nach Hadamar in den Tod geschickt wurden, durchgesetzt.
Die Landesnervenklinik Andernach war an den Entscheidungen über die Schicksale der Betroffenen direkt und indirekt beteiligt. In der letzten Phase der NS-Herrschaft starben auffällig viele Patienten in der Klinik selbst – mutmaßlich als Teil der sogenannten „wilden“, da nicht mehr zentral organisierten, „Euthanasie“.
Dr. Elsner stand für jenen wachsamen Teil der Zivilgesellschaft vor einem Publikum aus Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern des Koblenz-Kollegs und einigen Gästen, über deren Kommen die Veranstalter sehr gefreut haben. Ihm gebühren Dank und unsere Anerkennung für sein ehrenamtliches Engagement.
Pressemitteilung Koblenz-Kolleg
