Politik | 25.07.2017

Verbandsgemeinde Puderbach erhält erneut Fördermittel

Aus Klärschlamm wird günstige Energie

Umweltstaatssekretär Dr. Thomas Griese besuchte die Kläranlage „Hölzches Mühle“

Dr. Thomas Griese übergab Volker Mendel (vorne) im Beisein von Werksleiter Eckhardt Gönner (3. von links) den Förderbescheid. Ebenfalls anwesend waren Mitarbeiter der Kläranlage, Vertreter der Metsä Tissue Deutschland, Winfried Schreiber vom Umweltministerium und Vertreter des Ingenieur- und Planungsbüros.  UP

Puderbach. Dr. Thomas Griese, Umweltstaatssekretär des Ministeriums für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten war jüngst zur Kläranlage „Hölzches Mühle“ in der Verbandsgemeinde Puderbach gekommen und hatte zur Freude der Vertreter der Verbandsgemeinde einen Förderbescheid über 131.570 Euro im Gepäck, den er Verbandsgemeindebürgermeister Volker Mendel überreichte.

Kostengünstiger Rohstoff zur Energieerzeugung

Zuvor wurden die Anwesenden umfassend über die Energieeffizienzmaßnahmen und deren Bedeutung informiert. „Mit Klärschlamm steht uns ein kostengünstiger Rohstoff zur Erzeugung von erneuerbarer Energie ständig zur Verfügung“, so Griese. „Die Nutzung von Biogas ist ein Schlüssel unserer zukünftigen, erneuerbaren Energieversorgung vor Ort. Denn Biogas kann gespeichert werden und bei Bedarf schwankenden Strom aus Wind und Sonne ausgleichen.“

Der laufende Umbau der Kläranlage gehört zu den großen abwassertechnischen Projekten des Landes. Von 2010 bis 2019 wird die Anlage mit Investitionen in Höhe von 18 Millionen Euro saniert. Ziel der Sanierung ist die Verbesserung der Qualität der Gewässer, und gleichzeitig werde so ein Beitrag zur Energiewende im Land geleistet, erklärte der Staatssekretär. Mit dem Umbau der Anlage wird zukünftig Biogas erzeugt, mit dem der gesamte Wärmebedarf sowie ein Großteil des Strombedarfs abgedeckt werden kann.

Für die bereits geleisteten Energiesparmaßnahmen erhielt die Anlage nun den Zuschuss über 131.570 Euro. Vor der Übergabe betonte Griese noch einmal, dass Kläranlagen zu den größten Energieverbrauchern der Kommunen gehören und für circa vier bis fünf Prozent des Stromverbrauchs verantwortlich zeichnen. Von der Steigerung der Energieeffizienz an der Kläranlage profitieren also nicht nur Umwelt und Klima, sondern die modernisierte Kläranlage trägt auch zur Kostensenkung in der Kommune bei, was natürlich langfristig den Bürgern zugutekommt. Das Umweltministerium hat genau aus diesem Grund eine Vielzahl von Initiativen im Bereich der Energieeinsparung und Energieerzeugung bei Kläranlagen gestartet, denn das ist ökonomisch und ökologisch in mehrfacher Hinsicht sinnvoll. „Dass die Flüsse und Bäche in Rheinland-Pfalz in den letzten Jahren wieder sauberer geworden sind, ist vor allem auf den kontinuierlichen Ausbau von Kläranlagen zurückzuführen. Aber noch immer erreichen 70 Prozent unserer Fließgewässer nicht den von der EU vorgeschriebenen guten Zustand. Daher gibt es noch viel zu tun“, so Griese. Die Kommunen gerade im ländlichen Raum benötigen dafür Unterstützung. Die Grundlage schafft der 2013 in Rheinland-Pfalz eingeführte „Wassercent“.

Energiebedarf bereits um 50 Prozent gesenkt

Am konkreten Beispiel der Kläranlage „Hölzches Mühle“ erläuterte Dr. Kidding von der Planungsabteilung, dass durch die Erhöhung der Effizienz in der Anlagentechnik der Kläranlage der Energiebedarf bereits jetzt um 50 Prozent gesenkt werden konnte. Die gesamte Kläranlage wird langfristig verfahrenstechnisch umgestellt, sodass durch das Betreiben der Biogasanlage ein Großteil der benötigten Energie selber erzeugt werden kann. Durch die Expansion der Papierfabrik Metsä Tissue wurde die Erweiterung nötig, und insbesondere in diesem Fall gestaltet sich die Zusammenarbeit zwischen der Verbandsgemeinde und der Papierfabrik bei der gemeinsamen Aufarbeitung des Wassers besonders effektiv, da die Kommune über nährstoffreiches Abwasser verfügt, während von der Papierfabrik nährstoffarmes Abwasser kommt. Diese Differenz kann gemeinsam wesentlich effektiver aufgearbeitet werden, denn die Kommune muss keine größeren Becken bauen, um die Nährstoffe zu extrahieren, während die Papierfabrik Nährstoffe zugeben müsste. Langfristig soll die Kläranlage so optimiert werden, dass sie energieautark wird. Hierbei wird auch das Gesamtkonzept der intelligenten Steuerung eine wichtige Rolle spielen.

Bei der Übergabe bedankte sich Verbandsgemeindebürgermeister Volker Mendel noch einmal beim Land Rheinland-Pfalz für die Unterstützung und noch einmal ganz besonders bei der Metsä Tissue für die gute Zusammenarbeit.

Werksleiter Gönner erklärte noch einmal vor dem Rundgang durch die Anlage, dass die Zusammenarbeit im Rahmen der positiven Entwicklung der Metsä Tissue absolut reibungslos funktioniert. Im Moment erfolgt die Umstellung von Klärschlamm, der wegen seines Kalkgehalts aktuell noch in der örtlichen Landwirtschaft genutzt wird, auf den Faulprozess, bei dem das benötigte Biogas zum Betreiben der Biogasanlage entsteht. In circa anderthalb Jahren wird diese Umstellung abgeschlossen sein. Auch der Bau weiterer Photovoltaikanlagen ist geplant. Auch Volker Mendel betonte noch einmal, dass das Ziel natürlich Entsorgungssicherheit und Preisstabilität sein wird.

So zeichnet sich insgesamt eine sehr positive Entwicklung bei der Kläranlage „Hölzches Mühle“ ab, und die Bürger der Verbandsgemeinde können mit der Gewissheit in die Zukunft blicken, dass der Umweltschutz ernst genommen wird.

Staatssekretär Dr. Thomas Griese betonte die Wichtigkeit der Maßnahmen.

Staatssekretär Dr. Thomas Griese betonte die Wichtigkeit der Maßnahmen.

Dr. Thomas Griese übergab Volker Mendel (vorne) im Beisein von Werksleiter Eckhardt Gönner (3. von links) den Förderbescheid. Ebenfalls anwesend waren Mitarbeiter der Kläranlage, Vertreter der Metsä Tissue Deutschland, Winfried Schreiber vom Umweltministerium und Vertreter des Ingenieur- und Planungsbüros. Fotos: UP

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