Politik | 11.11.2021

Aus nach 17 Jahren

Meckenheim. Seit 2004, als die damalige Meckenheimer Bürgermeisterin wenige Wochen vor dessem traditionellen Termin erklärte, die Stadtverwaltung werde aufgrund fehlender personeller und finanzieller Ressourcen nicht länger den Altstadt-Martinszug organisieren, wird diese Aufgabe ehrenamtlich von Hans-Erich Jonen wahrgenommen. Dieses Engagement wird er nun nach 17 Jahren nicht mehr fortsetzen.

Der Meckenheimer Altstadt-Martinszug ist einer der größten Martinszüge in der Region und erhält keinerlei öffentliche finanzielle Unterstützung, obgleich in jedem Jahr ein kleines dreistelliges Defizit entsteht. Regelmäßige Spenden, der Martinslosverkauf und die Haussammlung der Jugendfeuerwehr können nicht alle Kosten decken. Neben dem Engagement von Schulen, Vereinen, Feuerwehr, Maltesern, des städt. Bauhofes und der Polizei waren es in den zurückliegenden Jahren daher großzügige Spenden von Organisationen oder Privatpersonen, die das „Überleben“ des Altstadt-Martinszuges immer wieder sicherten. Mehrere Versuche Jonens, eine fest definierte Zuwendung über den städt. Haushalt oder in Form einer städt. Ausfallbürgschaft zu erhalten, scheiterten an der Zustimmung von Rat und Verwaltung. Selbst die Weiterleitung von zweckgebundenen Spenden war nach Auffassung der Stadtverwaltung nicht möglich, da Jonen als Privatperson nicht über die dafür erforderliche Gemeinnützigkeit verfügte.

Vor diesem Hintergrund, so Jonen, habe er den Beschluss des Stadtrates im Dezember 2020 zur Neuorganisation des Stadtmarketings als „persönlichen Affront“ empfunden. Nach diesem Beschluss wird die Stadt Meckenheim Mitglied im Meckenheimer Verbund, dieser erhält aus Steuermitteln jährlich einen „freiwilligen“ Mitgliedsbeitrag von 20.000,- Euro und bei der Stadtverwaltung wird eine zusätzliche Stelle geschaffen, die u.a. den Meckenheimer Verbund bei der Planung und Durchführung von Veranstaltungen unterstützen soll.

Unter diesen Umständen sei es ihm nicht mehr möglich, sich für den alljährlichen Kampf um die finanzielle Absicherung des Altstadt-Martinszug zu motivieren, schrieb Jonen an den Meckenheimer Bürgermeister. Die großzügige Ausstattung des Meckenheimer Verbundes mit öffentlichen finanziellen Mitteln und die zusätzliche Unterstützung durch Personal der Stadtverwaltung sollten es möglich machen, den Martinszug dort zu organisieren. Brauchtum und Tradition sowie die Unterstützung zugehöriger Veranstaltungen seien darüber hinaus zweifellos Bestandteile eines modernen Stadtmarketings und der positiven Außendarstellung einer Kommune, so Jonen.

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