Feuerwehrpresse Neuwied
Auschwitz-Gedenken wichtig für die Feuerwehr
Gefährdungen aktiv entgegentreten
Neuwied. Anlässlich des Gedenkens an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz im Januar 1945 betont der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes (LFV) Rheinland-Pfalz, Frank Hachemer, die Bedeutung für die Feuerwehren: „Die Beschäftigung mit den unfassbaren Gräueln und Fakten, die uns gerade anlässlich der aktuellen Erinnerung um die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz besonders vor Augen stehen, kann auch eine gesellschaftliche Bewegung wie die Feuerwehren nicht wegsehen lassen.“ Seiner Auffassung nach kann es in ihren Einrichtungen und Gruppen, „egal an welcher Stelle“, für alle, die Verantwortung in den örtlichen Einheiten, in den Interessenvertretungen und in den Verbänden tragen, nur eine Haltung geben: „Jeder Form von Extremismus, jeder Gefährdung unserer Demokratie, muss entschieden eine Absage erteilt werden. Bei aller gebotenen parteipolitische Neutralität dürfen Strömungen, Einflüsse und Einstellungen, die unsere gemeinsame freiheitliche demokratische Verfassung bedrohen, keine Chance haben, in den Feuerwehren Fuß zu fassen.“ Hachemer weiter: „Allen Tendenzen, Menschen etwa wegen ihrer Herkunft, Religion, Einstellung, ihres Geschlechts oder ihrer Orientierung zu diskriminieren, ist eindeutig und aktiv entgegenzutreten. Dies ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der sich auch die Feuerwehren nicht verschließen dürfen. Wir alle müssen aktiv dazu beitragen, damit nie wieder eine Entwicklung erfolgreich sein kann, die am Ende im Grauen der Konzentrationslager gipfelt, aber schon lange vorher viel heimlicher und scheinbar harmloser beginnt.“
Der Landesfeuerwehrverband bietet seit Jahren entsprechende Weiterbildungen für Führungskräfte an, ebenso Material für Integration und Inklusion, die die Feuerwehren nutzen können. Auch die grundlegenden Werte, die Engagierte im Feuerwehrwesen antreiben, wurden bereits in Meinungsbildungsprozessen ermittelt und dokumentiert. „Neben Grundlagen ist aber auch das aktive Handeln wichtig. Unser Verband hat ausgebildete ehrenamtliche Beraterinnen und Berater, die bereit stehen, um vor Ort als Helfer und Unterstützer zu wirken, wenn Probleme in Feuerwehren diese Hilfe erfordern“, so der Präsident. Auch eine Analyse der tatsächlichen Verhältnisse sei wichtig: „Behauptungen und Warnungen sind das eine, und sie sind für das Stärken der Sensibilität sicher wichtig. Aber ohne Fakten geht es nicht, wir benötigen Zahlen und Informationen über Tatsachen. Wo gibt es wie viele Fälle von Extremismus? Wie muss man sie einordnen und wie ist mit ihnen umzugehen? Dies gilt es zu erfassen, wenn man wirkungsvoll handeln will.“ Hier sei man im Verband dabei, Möglichkeiten zu prüfen.
