Politik | 29.03.2017

Pflegeheim der Malteser soll plötzlich größer und massiver werden als bisher geplant

Ausschuss für Stadtentwicklung verhängt Veränderungssperre

Neue Pläne widersprechen den bisherigen Verhandlungen

Rheinbach. Kaum hatte der Rheinbacher Ausschuss für Stadtentwicklung: Umwelt, Planung und Verkehr in seiner jüngsten Sitzung dem „Masterplan Innenstadt“ mehrheitlich zugestimmt, standen auch schon die ersten Entscheidungen an, die sich auf dieses Werk stützen. Zunächst wurde der Bebauungsplan von Prümer und Himmeroder Wall dergestalt verändert, dass dort das geplante Informationszentrum Römerkanal gebaut werden kann. Anschließend verhängte das Gremium eine Veränderungssperre für das Gelände des ehemaligen Krankenhauses in der Gerbergasse/Grabenstraße, auf dem die Malteser ein Pflegeheim errichten wollen.

Schon seit fünf Jahren beschäftigt sich der Stadtrat mit dem Thema eines Pflegeheims auf dem Gelände des ehemaligen Krankenhauses. Dort befindet sich jetzt das „Malteser Gesundheitszentrum Rheinbach“, welches als Betriebsteil zum Malteser Krankenhaus Seliger Gerhard Bonn/ Rhein-Sieg gehört, das auch für die Neubaupläne verantwortlich zeichnet.

Klare Ausbildung eines Blockrandes

Wesentliche städtebauliche Leitlinie bei dem Stadtbild prägenden Projekt sei von Anfang an die klare Ausbildung eines Blockrandes bei gleichzeitiger Ausnutzung des vorhandenen Nachverdichtungspotenzials gewesen, so Fachbereichsleiterin Margit Thünker-Jansen. Doch die ursprüngliche Bauvoranfrage habe diesen Planungszielen widersprochen, woraufhin das Projekt zunächst zurückgestellt worden war.

Vorbeugend hatte der Stadtrat schon 2012 eine Veränderungssperre für das Plangebiet ausgesprochen, die im Oktober 2014 auslief. In der Zwischenzeit seien über einen längeren Zeitraum Verhandlungen mit dem Investor und dem Grundstückseigentümer geführt und die Planungen dabei mehrfach modifiziert worden.

Anfang 2015 habe es ein weiteres Gespräch zwischen der Stadt Rheinbach und einem Planungsbüro gegeben, das neue städtebauliche Überlegungen für das Grundstück des Malteserkrankenhauses in Rheinbach entwickelt hatte. Dieses Konzept sieht eine dreistufige Entwicklung des Areals mit den Nutzungen Altenhilfe, barrierefreies und altengerechtes Wohnen sowie ein Facharztzentrum vor. Im ersten Schritt war der Bau eines Pflegeheims mit 80 Betten sowie gemeinsamen Aufenthaltsräumen vorgesehen. Geplant war außerdem Betreutes Wohnen mit 23 Wohneinheiten und neue medizinische Abteilungen in dem bestehenden Gesundheitszentrum. Erhalten werden sollte das ambulante OP-Zentrum der Malteser sowie das Zentrum für Altersmedizin. Das Angebot an Facharztpraxen sollte ausgebaut werden.

Altes Krankenhaus soll abgerissen werden

Nach Umzug der Arztpraxen in das Facharztzentrum sollte das alte Krankenhausgebäude abgerissen werden und an dieser Stelle ein zweiter Bauabschnitt des barrierefreien und altengerechten Wohnens entstehen. Die damit einhergehende Schließung des Blockrandes entlang der Kriegerstraße und der Gerberstraße entspreche durchaus der städtebaulichen Zielsetzung, so Thünker-Jansen. Dieser Grundgedanke sei auch zunächst als symbolische Planungsfigur in das integrierte Handlungskonzept „Masterplan Innenstadt“ aufgenommen worden.

Kurz vor der Ausschusssitzung sei man in der Stadtverwaltung aber aus allen Wolken gefallen, denn ein völlig neuer Planentwurf sorgte für einige Aufregung. „Wir waren ziemlich beeindruckt von der Höhenentwicklung“, gab die Fachbereichsleiterin ihrer Verwunderung darüber Ausdruck, dass die Gebäude plötzlich wesentlich höher und massiver geworden waren als bisher vorgesehen. Der Giebel orientiere sich nunmehr am gegenüberliegenden Gerichtsgebäude, „ein Ding der Unmöglichkeit“, so Thünker-Jansen. Zumal damit die Traufhöhen im Verhältnis zur Kriegergasse und zur Gerbergasse viel zu hoch würden. Auch der Baukörper insgesamt sei erheblich massiver geworden als bei den bisherigen Planungen. Um das zu verhindern, müsse eine erneute Veränderungssperre verhängt werden. Danach wolle man mit dem Investor darüber reden, die Pläne wieder auf das erträgliche Maß zurückzustutzen.

„Nicht mehr ganz nachvollziehbar“

„Das Ganze ist nicht mehr ganz nachvollziehbar“, schüttelte auch der Ausschussvorsitzende Markus Pütz (CDU) den Kopf. Zumal das Pflegeheim nach Angaben des Investors schon Ende Juli 2018 fertig sein müsse, weil aufgrund geänderter rechtlicher Vorgaben der Betrieb des Marienheims mit den heute vorhandenen Rahmenbedingungen danach nicht mehr möglich sei. Ute Krupp (SPD) machte noch einmal klar: „Wir haben das Sagen und legen fest, wie es aussehen soll.“

Ihr Fraktionskollege Dr. Georg Wilmers zeigte sich ebenfalls sehr verwundert, dass sich die Pläne ständig änderten und das Gebäude immer größer werde, „es nimmt mittlerweile festungsartige Formen an.“ Die gewünschte Verbesserung der Aufenthaltsqualität werde so jedenfalls nicht erreicht. Silke Josten-Schneider (CDU) betonte, an dieser städtebaulich hervorgehobenen Stelle könne nur etwas erstehen, was in das Stadtbild und in die Umgebung passe, „auf keinen Fall aber ein großer Klotz, der aus der bestehenden Bebauung herausragt.“ Deshalb votierte der Ausschuss einstimmig für die Veränderungssperre, über die der Rat in seiner nächsten Sitzung am 3. April endgültig entscheidet. JOST

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