Stolpersteine in Rheinbach
Ausschuss stimmt dem Verlegen zu
Erneuter Bürgerantrag war erfolgreich – Stadtrat trifft die endgültige Entscheidung
Rheinbach. Auch in der Stadt Rheinbach werden demnächst „Stolpersteine“ verlegt, die an die 36 von den Nationalsozialisten ermordeten Juden in Rheinbach erinnern sollen. Das empfahl jetzt der Ausschuss für „Standortförderung: Gewerbe, Wirtschaft, Tourismus und Kultur“ dem Stadtrat, der am 12. September die endgültige Entscheidung trifft. In geheimer Abstimmung votierten elf Ausschussmitglieder ohne vorausgehende Diskussion für die Verlegung von Stolpersteinen vor den Häusern ermordeter Juden, acht waren dagegen, ein Stimmzettel war ungültig.
Damit zeichnet sich eine Wende in der Rheinbacher Kommunalpolitik ab, in der es bislang keine Mehrheit für die Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig gegeben hatte. Bereits im Jahr 2013 stand das Thema schon einmal auf der Tagesordnung, damals war ein von 1585 Unterschriften getragener Bürgerantrag vom Rat noch denkbar knapp mit 18 Ja-Stimmen, 18 Nein-Stimmen und einer Enthaltung abgelehnt worden.
Erneute Abstimmung nach der Kommunalwahl
Drei Jahre später hatte jetzt eine Gruppe von 16 unabhängigen Bürgern um Dr. Gerhard Düsterhaus mit einem erneuten Bürgerantrag den Stolperstein erneut ins Rollen gebracht. Nach der Kommunalwahl im Mai 2014 habe sich die Zusammensetzung des Rates deutlich verändert, sodass eine erneute Abstimmung sinnvoll erscheine, argumentierten die Bürger.
Düsterhaus hatte während einer Sitzungsunterbrechung die Gelegenheit, zu dem Antrag Stellung zu nehmen. Angesichts der bereits ausgetauschten Argumente betonte er besonders, „dass die Stolpersteine Bausteine der notwendigen Erinnerungskultur auch in Rheinbach wären und so zu einem besseren Geschichtsverständnis beitragen könnten.“ Sie seien eine besondere Form des Gedenkens und ließen den „stolpernden“ Betrachter nachdenklich werden und sich der Opfer erinnern. Die Steine selbst sieht er als individuelle Ehrung der in der Shoa umgekommen Rheinbacher jüdischen Mitbürger, zumal sich kürzlich noch jüdische Nachfahren der jüdischen Familie Geisel aus Rheinbach in diesem Sinne geäußert hätten.
Kosten sind durch Spenden und Patenschaften gedeckt
Düsterhaus wies außerdem ausdrücklich darauf hin, dass auf die Stadt keinerlei Kosten zukommen würden, denn sämtliche Kosten für die Herstellung und Verlegung der Steine seien ausschließlich durch Spenden und Steinpatenschaften bereits gedeckt. Mit der Zustimmung würde sich Rheinbach in die Reihe der 1100 Kommunen in Deutschland einfügen, in der bereits Stolpersteine verlegt seien.
Die Verlegung soll zunächst nur vor den Häusern durchgeführt werden, deren Eigentümer dem zustimmen, so heißt es im Beschluss weiter. Bei Häusern, deren Eigentümer Bedenken gegen eine Verlegung hätten, soll Bürgermeister Stefan Raetz im persönlichen Gespräch um eine Zustimmung werben. „De facto sind wir eigentlich nicht von der Zustimmung abhängig, aber bei einem solch sensiblen Thema wollen wir alle Mitbürger mitnehmen“, erklärte Raetz. Er zeigte sich zuversichtlich, auch diejenigen, die derzeit die Stolpersteine noch ablehnen, umstimmen zu können.
Nicht spalten, sondern versöhnen
Raetz wies auch darauf hin, dass in einer interfraktionellen Runde bereits ausführlich über das Thema gesprochen worden sei. Die Argumente für und wider seien in der Vergangenheit bereits zur Genüge ausgetauscht worden, deshalb plädierte er dafür, nun Ruhe einkehren zu lassen. „Die Stolpersteine dürfen nicht spalten, sondern sie sollen versöhnen.“ Die lebenden Zeitzeugen seien mittlerweile fast alle verstorben, deshalb sollten die Stolpersteine stumme Zeitzeugen für die Zukunft sein.
JOST
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- Rita Butz: Sehr schön verfasster Bericht , sehr zutreffend und diese beiden " Helden " üben eine Vorbildfunktion für unsere Gemeinde aus !! L. G. verbunden mit meiner höchsten Wertschätzung!!
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