Politik | 07.01.2019

Mendiger SPD-Neujahrsempfang stand ganz im Zeichen seines 100-jährigen Jubiläums

Ausstellungseröffnung „100 Jahre SPD Mendig“

Musikalische Leckerbissen von Christoph Kranz & Freunde zeugten von einem stilvollen Rahmenprogramm

Die Festrednerin Andrea Nahles, MdB und zahlreiche Vertreter der Kommunalpolitik waren beim Mendiger SPD-Neujahrsempfang vertreten.FRE

Mendig. Ralf Kraut, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Mendig hieß am unlängst in der Laacher See-Halle anlässlich des Neujahrsempfangs der SPD, der ganz im Zeichen des Jubiläums „100 Jahre SPD Mendig“ stand, zahlreiche Besucher, darunter Vertreter aus Politik, Kirche, Wirtschaft, Kultur und heimischen Vereinenwillkommen. „Den Ortsverein der SPD als Vorsitzender in das Jubiläumsjahr führen zu dürfen, ist schon etwas Besonderes. Ich freue mich aber auch darauf, Hans Peter Ammel als beständigen, zuverlässigen und sachlichen Menschen in eine neue Kandidatur für das Stadtbürgermeisteramt begleiten zu können.“

Ein ganz besonderer Gruß des Ortsvereins-Vorsitzenden galt der SPD-Vorsitzenden und Hauptrednerin Andrea Nahles, MdB. „Mendig ist Dein Geburtsort und Du kennst die Menschen, die hier vor Ort wirken, genau. Nun ist jedoch die politische Bundesbühne in Berlin Deine Wirkungsstätte und dies ist keine leichte Aufgabe, wie Du unserer Abordnung aus dem Kreistag sagtest, die Dich vor einigen Wochen in Berlin besuchen durfte.

Bevor Ralf Kraut den Neujahrsempfang eröffnete, erläuterte Sven Ammel im Rahmen eines Sektempfangs die Jubiläumsausstellung „100 Jahre SPD Mendig“, welche er gemeinsam mit einem Arbeitskreis organisiert und realisiert hatte. Ein weiteres Highlight des kulturellen Rahmenprogramms war der Auftritt von Christoph Kranz, der mit einer hervorragenden Interpretation politischer Lieder aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts begeisterte. Begleitet wurde er von Beate Michel (Klavier), Klaus Knopp (Kontrabass) und Gerd Schäfer (Schlagzeug).

In einem Grußwort wandte der Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der SPD Mayen-Koblenz, Marc Ruland sich an die Anwesenden: „Vor 100 Jahren haben sich sowohl Männer als auch Frauen in Mendig ein Herz genommen, den SPD Ortsverein gegründet und damit, so viel kann man sagen, Geschichte geschrieben. Damals wie heute zeichnete sich unsere sozialdemokratische Bewegung auch hier in der Bierbrauerstadt durch unsere enge Verwurzelung in der Gesellschaft aus. Denken wir einen kurzen Augenblick an den größten Sozialdemokraten unserer Geschichte, Willy Brandt. Er steht in einer Reihe mit den prägenden Sozialdemokraten der deutschen Nachkriegszeit wie Carlo Schmid und Helmut Schmidt. Und wenn wir unseren Blick heute nach Mendig richten, sehen wir Mitmenschen, die unsere Heimat maßgeblich veränderten. Stellvertretend möchte ich für diese unseren ehemaligen Staatsminister der Finanzen sowie unseren Mendiger Ehrenvorsitzenden und Freund Gernot Mittler nennen. Danke Gernot, dass Du heute bei uns bist! Danke, für Deinen stetigen, engagierten und prägenden Einsatz für unsere Sozialdemokratische Partei Deutschlands! Stellvertretend möchte ich dem amtierenden Ortsverein-Vorsitzenden Ralf Kraut und Stadtbürgermeister Hans-Peter Ammel für ihr tatkräftiges Engagement danken! Beide zeichnet ihr besonderer Einsatz, ihre Verlässlichkeit und ihre politische Weitsicht aus. 2019 werdet ihr beide mit dem SPD OV Mendig nicht nur das 100-jährige Jubiläum feiern, sondern die Mendiger Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten in den anstehenden Kommunalwahlkampf führen. Du, lieber Hans Peter, kannst mit Deinem Fleiß und Deiner Besonnenheit auf eine respektable Bilanz blicken. Ich bin guten Mutes, dass das auch am 26. Mai honoriert werden wird! Toi Toi Toi!“

Ebenso wie sein Vorredner gratulierte auch der SPD-Ehrenvorsitzende Gernot Mittler seinem Ortsverein, dem er seit 58 Jahren angehört. Zu seinen zahlreichen Mitstreitern zählten unter anderem Herbert Heuft und Friedrich von Wyhl. Zu Herbert Heuft sagte er: „Er hat seit der frühen Nachkriegszeit über Jahrzehnte hinweg die SPD hier vor Ort geprägt - zunächst in Obermendig und später in der Stadt Mendig insgesamt. In Niedermendig war es Friedrich von Wyhl, der in einer schwierigen politischen Phase des Ortsvereins zusammengeführt und zusammengehalten hat und der mit seinem ausgleichenden Wesen ein Brückenbauer gewesen ist“, so Gernot Mittler, der unter anderem auch eine Botschaft Willy Brandts zitierte: „Besinnt Euch auf Eure Kraft und darauf, dass jede Zeit ihre eigenen Antworten will und man auf ihrer Höhe zu sein hat, wenn Gutes bewirkt werden soll.“ Gutes zu bewirken, das gelte auch für die in wenigen Monaten anstehende Kommunalwahl, so Gernot Mittler der sich ebenfalls zuversichtlich zu den Wahlen äußerte und wörtlich hinzufügte: „Im fairen Streit miteinander und nicht in einem Freund-Feind-Denken!“

100 Jahre Frauenwahlrecht

Die SPD-Vorsitzende Andrea Nahles stellte zwischen der SPD im Jahre 1919 und 2019 eine gewisse Parallelität fest: „Die SPD scheint in der deutschen Geschichte immer dafür da zu sein, die Demokratie zu retten. Wir haben es uns nach dem Scheitern von Jamaika nicht leicht gemacht, als es darum ging, in einer Großen Koalition weiter zu machen. Demokratie und Zuversicht, darum geht es auch in diesem Jahr, und zwar sowohl hier in Mendig bei den Kommunalwahlen als auch bei den Europawahlen.“ Zum Jahr 1919 bemerkte die SPD-Vorsitzende: „Das war ein Jahr der kompletten Erneuerung! So durften die Frauen in Deutschland vor 100 Jahren zum ersten Mal an der Wahl aktiv teilnehmen. Ich erinnere auch an den Bekennermut der Mendiger Frauen vor 100 Jahren, die damals als Mannweiber beschimpft wurden. Diesen Bekennermut, den wünsche ich mir auch für das Jahr 2019. Es geht dabei in Deutschland und Europa um Weltoffenheit, sozialen Ausgleich, Freundschaft, Frieden, gemeinsame Stärke und eine europäische Eigenständigkeit gegenüber den USA und Russland sowie gegenüber allen Feinden der Demokratie. Ich werde intensiv dafür werben, dass wir mehr Achtsamkeit gegenüber unserer Demokratie und unserer Kultur walten lassen“, so Andrea Nahles, die sich für die Abschaffung des Soli, die Abschaffung von sachgrundloser Befristung von Arbeitsverträgen und die Sicherung des Rentenniveaus aussprach. („Wir kämpfen für eine Mindestrente für alle, die 35 Jahre und mehr in die Rentenkasse eingezahlt haben“). Abschließend fasste Andrea Nahles zusammen: „Die Arbeit der Sozialdemokraten war gut, ist gut, sie bleibt gut und sie wird gut - besonders hier in Mendig mit Hans Peter Ammel an der Spitze!“

Tradition sozialdemokratischer Bürgermeister

Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel erinnerte in seiner Rede unter anderem daran, dass die Mendiger Sozialdemokraten bereits 1919 im Gemeinderat vertreten waren, darunter übrigens auch sein Großvater Peter Ammel, von dessen Mitgliedsbuch sich eine Kopie in der Ausstellung zum 100-jährigen Jubiläum befindet. Wörtlich sagte er: „In Obermendig amtierte 1923 mit dem Gastwirt Josef Zentner bereits ein Sozialdemokrat als Bürgermeister. Nachdem in der aufziehenden Nazi-Zeit die SPD verboten und es zunehmend gefährlicher wurde, als „Sozi“ erkannt zu werden, konnte die SPD erst nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aktiv werden und voller Kraft am politischen Leben und der Gestaltung des Wiederaufbaues in Ober- und in Niedermendig teilnehmen. So wurde Obermendig von 1946 bis 1969, dem Jahr der Vereinigung von Nieder- und Obermendig, von SPD-Bürgermeistern angeführt. In Niedermendig waren in diesen 23 Jahren 15 Jahre mit „echten“ SPD-Bürgermeistern besetzt und von 1969/70 bis heute gab es in dieser Zeit 40 Jahre lang SPD-Männer im Amt des Stadtbürgermeisters. Wir von der Mendiger SPD und ich vorneweg haben nicht die Absicht, dieser Tradition ein Ende zu machen, sondern sehen es als unsere Pflicht und Aufgabe an, auf diesem Weg fortzufahren. Dazu gibt es am 26. Mai diesen Jahres die Gelegenheit, bei den Wahlen zum Stadtrat, dem Verbandsgemeinderat und zum Stadtbürgermeister, zu der ich wieder antreten werde, sehr gute Ergebnisse zu erzielen. Nachdem ich mittlerweile auf fast zehn Jahre in diesem Amt zurückblicken kann, habe ich mich entschlossen, noch einmal anzutreten und insbesondere die Vorhaben weiter voranzubringen, die begonnen, geplant, aber noch nicht beendet werden konnten. Bei einem solchen Jubiläum wie dem heutigen gehört es auch dazu, mit Stolz auf das Erreichte zurückzuschauen!“ Hier nannte Stadtbürgermeister Ammel unter anderem die Leistungen im Bereich des Straßenbaus, der Neubau des Kindergartens St. Nikolaus, die Erweiterung des Kindergartens Zauberwald und die Übernahme des Kindergartens St. Genovefa, die Schaffung von Neubaugebieten, die Gestaltung der Innenstadt und die Leistungsfähigkeit des Bauhofes. In diesem Zusammenhang lobte der amtierende Stadtbürgermeister alle, die an der Umsetzung beteiligt waren. Ammel zählte jedoch auch zahlreiche von ihm, beziehungsweise der Stadt geplante und noch zu realisierende Projekte auf, wie zum Beispiel der Bau der neuen Sozialwohnungen in der Vulkanstraße, ein Bebauungsplanverfahren im oberen Stadtteil, die Sicherung historischer Altlasten aus dem Basaltabbau und vieles mehr.

FRE

Hedi Heuft (mi.) nahm für ihre 50 Jahre währende Mitgliedschaft bei der Mendiger SPD die Glückwünsche ihrer Genossen und Genossinnen entgegen.

Hedi Heuft (mi.) nahm für ihre 50 Jahre währende Mitgliedschaft bei der Mendiger SPD die Glückwünsche ihrer Genossen und Genossinnen entgegen.

Die SPD-Vorsitzende und Bundestagsabgeordnete Andrea Nahles überreichte dem neuen SPD-Mitglied Christian Daum aus Obermendig (mi.) gemeinsam mit dem Mendiger Ortsverbandsvorsitzenden Ralf Kraut das Parteibuch.

Die SPD-Vorsitzende und Bundestagsabgeordnete Andrea Nahles überreichte dem neuen SPD-Mitglied Christian Daum aus Obermendig (mi.) gemeinsam mit dem Mendiger Ortsverbandsvorsitzenden Ralf Kraut das Parteibuch.

Ausstellungseröffnung „100 Jahre SPD Mendig“

Ausstellungseröffnung „100 Jahre SPD Mendig“

Die Festrednerin Andrea Nahles, MdB und zahlreiche Vertreter der Kommunalpolitik waren beim Mendiger SPD-Neujahrsempfang vertreten.Fotos: FRE

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