Der BUND Koblenz fordert ein 12-Punkte-Sofortprogramm
Autoabgase bekämpft man nur durch Reduzierung des Autoverkehrs
Koblenz. BUND Koblenz fordert eine Beschränkung von Straßenbauten in Koblenz, zum Beispiel die Verkleinerung der Nordumgehung und Vorrang für einen sauberen, attraktiven Nahverkehr und deutlich bessere Rad- und Fußwege.
Koblenz hat seit Ende 2015 keinen gültigen, geschweige denn wirksamen Luftreinhalteplan. Die gesundheitsschädlichen Stickoxid-Immissionen, verursacht vor allem durch Dieselautos und -busse liegen in Teilen der Innenstadt seit vielen Jahren über den gesetzlich verbindlichen Grenzwerten.
Die City erstickt im Stau und im Autoblech. Auch die angekündigten Millionenzuschüsse aus Mainz und Berlin werden daran wenig ändern, wenn die Prioritäten der städtischen Verkehrspolitik nicht völlig neu festgelegt werden. Egbert Bialk, Vorsitzender des BUND Koblenz dazu: „Man darf nicht länger den Autoverkehr hätscheln und die Stadt immer autogerechter ausbauen. Straßenbauprojekte müssen gestoppt, überdacht und soweit juristisch möglich, verkleinert werden.
Dazu gehört zum Beispiel die Nordumgehung in Bubenheim-Metternich.
Die Zufahrten zur Konsumtempeln auf der grünen Wiese werden zwar optimiert, die Probleme durch zusätzlich angelockte Autos aber in andere Stadtteile, etwa Moselweiß oder Karthause verlagert.“ Auf einen verkehrsberuhigten Rückbau von Trierer Straße in Metternich oder Aachener Straße in Rübenach warte man ebenso vergeblich wie auf eine Sperrung der Clemensstraße, eine Ausweitung der Fußgängerzone in der Innenstadt oder eine fußgänger- und radfreundliche Moseluferstraße von Lay bis zum Deutschen Eck. Bialk: „Was wäre das für ein Schub für eine menschenfreundliche, ökologische und soziale Verkehrspolitik in unserer Stadt. Wir sind deshalb gespannt auf die nächste Ratssitzung.“
Der BUND Koblenz fordert deshalb ein 12-Punkte-Sofortprogramm für eine saubere, gesundheitsgerechte und bewohnerfreundliche Mobilität:
1) Einen Stopp der noch nicht vergebenen Bauabschnitte der Nordumgehung in Bubenheim, 2) Eine realistische Kosten-Nutzenanalyse und Überarbeitung der dortigen überdimensionierten Planung während des Moratoriums, 3) Eine Umlenkung der dadurch freien Haushaltsmittel in den Rückbau von Trierer und Aachener Straße und in die Instandsetzung und Ausbauten von Radrouten, 4) Eine sofortige Umsetzung der kostengünstigen Maßnahmen für einen benutzerfreundlichen Radverkehr auf den wichtigsten Alltagsrouten (Öffnung von Einbahnstraßen, Absenkung von Bordsteinen, Schutzstreifen, Tempolimits 30), 5) Die Einrichtung einer Umweltzone, 6) Vorrangige E-Auto- und Radbereiche in allen öffentlichen Garagen der Innenstadt, eine Verteuerung von Parkgebühren und wirksame Maßnahmen gegen den Parkplatzsuchverkehr, 7)Ein kostengünstiges Koblenz-ÖPNV-Ticket im gesamten Stadtbereich (Großwabe + Kurzstreckenticket), 8) Eine sofortige Nachrüstung aller Dieselbusse, die die gesetzlichen Grenzwerte überschreiten (dies kostet pro Bus nach Erfahrungen in anderen Städten nur zwischen 10 und 20000 Euro, wäre also durchaus wirtschaftlich darstellbar und ohne Zuschüsse zu leisten), 9) Die Modernisierung der veralteten evm-Busflotte durch Neuanschaffung von Hybrid- und E-Bussen, insbesondere auf den neuralgischen Innenstadtlinien, 10) Die Einrichtung eines kostenfreien Park- & Ride-Systems an allen Einfallstraßen in den Stadtbereich in Zusammenarbeit mit den umliegenden Kreisen, 11) Die Optimierung des Bus- und Zug-Angebots aus dem Umland und 12)Ein wissenschaftlich begleitendes Messprogramm, das die Wirkungen dieser Maßnahmen erfasst, zielgenauer lenkt und optimiert.
Egbert Bialk für
den BUND Koblenz
