Bürgerinitiative „Zurück zur ursprünglichen Verkehrsführung“
BI begrüßt Antrag zum runden Tisch – Diskussion über Adolfstraße muss ergebnisoffen geführt werden
aus Lahnstein
Lahnstein. Die Bürgerinitiative „Zurück zur ursprünglichen Verkehrsführung“ (BI) reagiert auf Aussagen in der jüngsten Berichterstattung einer Tageszeitung, wonach eine erneute Drehung zur alten Verkehrsführung der Adolfstraße „illusorisch“ sei.
Eine solche Vorfestlegung ohne sachliche Prüfung und belastbare Fakten ist nicht akzeptabel.
Weder die anstehenden Baustellen noch die Vorbereitungen zur BUGA schließen eine Rückdrehung der Adolfstraße aus.
Vorhandene Alternativstrecken, die auch im Mobilitätsentwicklungskonzept/Vertec Gutachten vorgeschlagen sind, werden jedoch ignoriert. Die Bürger Lahnsteins sind bereit, vorübergehende temporäre Einschränkungen und Belastungen in der Verkehrsführung während der Bau- und BUGA-Zeit hinzunehmen. Die Veranstaltung darf allerdings nicht dafür genutzt werden, dauerhafte nicht hinnehmbare Verhältnisse zulasten von Verkehr, Einzelhandel und Anwohnern zu schaffen.
Deshalb begrüßt die Bürgerinitiative den Antrag der Grünen zur Stadtratssitzung am 6. Mai 2026, einen Runden Tisch zur Verkehrsführung in Lahnstein einzurichten. Ein solcher Dialog wird von der BI bereits seit ihrer Gründung gefordert.
Zur Begründung hat die Fraktion der Grünen zahlreiche verkehrsrechtliche Missstände aufgeführt, die sich aus der Ringlösung ergeben. Eine Bezugnahme auf die übermäßigen nicht hinnehmbaren Verkehrsverhältnisse in der Ost-und Nordallee fehlt allerdings gänzlich.
Seit rund eineinhalb Jahren wird nach Ende der Brückensanierung an den Folgen der sogenannten Ringlösung mit immer neuen Einzelmaßnahmen herumexperimentiert. Mal werden Verkehrszeichen geändert, mal Abbiegevorgänge eingeschränkt, mal Parkplätze verlagert. Das alles zeigt deutlich: Das Verkehrskonzept funktioniert nicht.
Statt weiterhin Symptome zu beseitigen, muss endlich die Ursache überprüft werden. Die BI setzt auf belastbare Daten und fordert deshalb einen zweimonatigen Verkehrsversuch in der Adolfstraße mit ihrer früheren Fahrtrichtung – begleitet und ausgewertet durch unabhängige Verkehrsfachleute.
Am Runden Tisch kann dann ein sachlicher Dialog mit ergebnisoffenem Ausgang geführt werden, bei dem die gegensätzlichen Standpunkte zur Fahrtrichtung der Adolfstraße sorgfältig gegeneinander abgewogen werden. Die Benennung eines solchen konkreten Zieles vermisst die BI allerdings im Antrag der Grünen.
Zudem weist sie darauf hin, dass die Ringlösung durch Umwege sowie zusätzliche Fahrstrecken im Bus- und PKW Verkehr gegenüber der früheren Verkehrsführung zu einer erheblich höheren lokalen CO₂- und Feinstaubbelastung führt. Dies steht in deutlichem Widerspruch zu jedem ernst gemeinten Umweltanspruch.
Mittlerweile plädiert auch die FBL für eine offene Kommunikation über Alternativen und mögliche Auswirkungen. Sie wünscht eine ernsthafte Prüfung von Bürgeranregungen sowie deren angemessene Berücksichtigung. Die BI unterstützt einen solchen Vorstoß im Sinne einer Bürgerbeteiligung ausdrücklich.
Diesen Worten könnten nun Taten folgen: Die FBL könnte prüfen, ob sie in der Stadtratssitzung einen mündlichen Zusatzantrag zum Antrag der Grünen stellt und darin verlangt, dass auch die Fahrtrichtung der Adolfstraße ergebnisoffen beraten wird. Dabei sollten die gegensätzlichen Standpunkte sachlich abgewogen und mögliche Alternativen unvoreingenommen geprüft werden.
Abschließend erinnert die Bürgerinitiative die Stadtratsparteien an die Bürgerbefragung, bei der rund 3.500 Bürger mit ihrer Unterschrift für die Rückführung der Adolfstraße zur alten Verkehrsführung gestimmt haben. Wer Bürgerbeteiligung fordert, darf dieses eindeutige Signal nicht ignorieren, will man sich nicht gegensätzliches Verhalten vorhalten lassen.
Pressemitteilung Bürgerinitiative „Zurück zur ursprünglichen Verkehrsführung“
