Politik | 16.02.2018

DRK-Kreisverband Ahrweiler: Anzahl der Bagatelleinsätze steigt ständig an

Bagatell-Alarmierungen belasten DRK-Rettungsdienst

Viele Bürger kennen den Unterschied zwischen Ärztlicher Bereitschaftspraxis und Rettungsdienst nicht

Bei akuten Notfällen steht der DRK-Rettungsdienst im Ahrkreis unter der Rufnummer 112 zur Verfügung. Außerhalb der Praxiszeiten der Hausärzte kann am Krankenhaus in Bad Neuenahr-Ahrweiler die Ärztliche Bereitschaftspraxis unter der zentralen Rufnummer 116 117 kontaktiert oder direkt aufgesucht werden. Dort bekommt man schnelle und fachgerechte Hilfe bei all dem, womit man eigentlich seinen Hausarzt aufsuchen würde.Foto: Andre Zelck

Kreis Ahrweiler. Der Rettungsdienst vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) im Kreis Ahrweiler arbeitet seit einiger Zeit am Limit. Die Einsatzzahlen des DRK-Rettungsdienstes sind in den vergangenen Jahren gestiegen. Das allein wäre nicht unbedingt problematisch. Die Rettungskräfte klagen allerdings über die ständig steigende Anzahl an Bagatelleinsätzen. Diese belasten das Rettungssystem unnötig und gefährden schlimmstenfalls sogar das Leben von Notfallpatienten.

Fast stündlich rückt einer der sechs Rettungswagen (RTW) im Kreis Ahrweiler aus, um fachgerechte und schnelle Notfallhilfe zu leisten. Bei jedem zweiten Einsatz ist sogar ein Notarzt dabei. Immer öfter aber müssen die engagierten Retter feststellen, dass deren Einsatz, der häufig unter Verwendung von Blaulicht und Martinshorn stattfindet, eigentlich nicht notwendig ist. „Der bundesweite Trend, den Rettungsdienst für Bagatellen außerhalb der Praxisöffnungszeiten der Hausärzte in den Abendstunden oder am Wochenende zu rufen, ist mittlerweile auch im Kreis Ahrweiler angekommen“, sagt DRK-Rettungsdienstleiter Lothar Backes.

Die Gründe für die steigende Zahl der Bagatelleinsätze sind dabei sehr unterschiedlich. Patienten mit bekannter Migräne rufen den Rettungsdienst in der Erwartung, ein Schmerzmittel zu erhalten, das eigentlich der Hausarzt verschreiben kann. Transporte in ein Krankenhaus zu weiteren Untersuchungen werden aber abgelehnt. Andere Patienten mit bekannten chronischen Erkrankungen nehmen aus dem Rettungsdienst unbekannten Gründen ihre Medikamente nicht ein. Fast tägliche Einsatze bei diesen Personen sind die Folge. Alle Belehrungen des Rettungsdienstes zur Notwendigkeit der Medikamenteneinnahme werden missachtet. Der wohl kurioseste Bagatelleinsatz der jüngsten Zeit ist wohl der eines Mitbürgers, der einen nächtlichen Rettungsdiensteinsatz aufgrund zu viel gegessener Bohnen ausgelöst hat. Aufgrund daraus resultierender Verdauungsprobleme meinte die Person, dass eine dringende Abführung erforderlich sei.

Zusätzliche Belastung durch Bagatellen muss verringert werden

Solche Situationen verursachen ganz ungewollt im Unterbewusstsein Stress, der wiederum ernstzunehmende gesundheitliche Probleme auslösen kann. „Unsere Mitarbeiter sind engagiert und motiviert für die Notfallpatienten im Einsatz. Die zusätzliche Belastung durch Bagatellen hingegen muss, auch im Sinne des Gesundheitsschutzes unserer Mitarbeiter, eingedämmt werden. Allein im Einsatzgebiet unserer Rettungswache Remagen, zuständig für die Rheinstädte Remagen, Sinzig und Bad Breisig mit allen Ortsteilen, wurde unser Rettungsdienst im Jahr 2017 zu rund 400 solcher Bagatelleinsätze gerufen. Das sind längst keine Einzelfälle mehr“, nimmt DRK-Kreisgeschäftsführer Frank Trömel sein Rettungsfachpersonal in Schutz. Und es ist keinesfalls ein spezifisches Problem der Rheinregion. Auch die vier weiteren DRK-Rettungswachen im Ahrkreis bewältigen immer wieder Bagatelleinsätze. Einsätze, die letztlich die vorhandenen Rettungskräfte und -fahrzeuge unnötig binden und Notfallpatienten aufgrund längerer Hilfsfristen durch belegte Fahrzeuge lebenswichtige Minuten kosten können. So stellen die Retter während solcher Einsätze nicht selten fest, dass zeitgleich Rettungsfahrzeuge entfernterer Rettungswachen mit entsprechend längerer Anfahrt zu Notfällen im eigenen Einsatzgebiet gerufen werden müssen.

Ärztliche Bereitschaftspraxis am Krankenhaus in Bad Neuenahr-Ahrweiler

Leider lassen sich die exemplarisch geschilderten Fälle nicht bereits in der Leitstelle aussortieren. Bei der Notrufannahme werden persönliche Befindlichkeiten oft so dramatisch dargestellt, dass letztlich erst die Rettungskräfte vor Ort feststellen, welche Situation tatsächlich vorliegt.

„Krankheiten halten sich natürlich nicht an Öffnungszeiten. Außerhalb der Praxiszeiten der Hausärzte betreibt die Kassenärztliche Vereinigung (KV) eine moderne und leistungsfähige Ärztliche Bereitschaftspraxis am Krankenhaus in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Dort bekommt man schnelle und fachgerechte Hilfe bei Infektionen, Erkältungen mit Fieber, Grippesymptomen, Kopf- und Gliederschmerzen, Rückenschmerzen, Bauchschmerzen, Verdauungsproblemen, Erbrechen, eben bei all dem, womit man eigentlich seinen Hausarzt aufsuchen würde“, sagt Lothar Backes.

Die Ärztliche Bereitschaftspraxis ist über die zentrale Rufnummer 116 117 erreichbar.

„Bei akuten Notfällen, wie etwa Bewusstlosigkeit, starken Herzschmerzen, Verdacht auf Schlaganfall und Unfällen mit großen oder stark blutenden Wunden sowie großflächigen Verbrennungen, stehen unsere Rettungskräfte unter der Rufnummer 112 ganzjährig gerne zur Verfügung und werden ihr Möglichstes tun, den Mitbürgern in Not zu helfen“, erklärt Backes.

Weitere Informationen sind auf der Homepage des DRK-Kreisverbandes Ahrweiler unter www.kv-aw.drk.de/ zu finden.

Pressemitteilung

DRK-Kreisverband Ahrweiler e.V.

Bei akuten Notfällen steht der DRK-Rettungsdienst im Ahrkreis unter der Rufnummer 112 zur Verfügung. Außerhalb der Praxiszeiten der Hausärzte kann am Krankenhaus in Bad Neuenahr-Ahrweiler die Ärztliche Bereitschaftspraxis unter der zentralen Rufnummer 116 117 kontaktiert oder direkt aufgesucht werden. Dort bekommt man schnelle und fachgerechte Hilfe bei all dem, womit man eigentlich seinen Hausarzt aufsuchen würde. Foto: Andre Zelck

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Boomerang : Wenn man sich so intensiv um verarmte Kinder oder alte Menschen kümmern würde....
  • Tanja Busch : Ich kaufe am liebsten nachhaltig und finde es mehr als schade, dass Inpetto schließen musste. Es war immer ein Erlebnis dort einzukaufen und ich würde mir wünschen, dass sich ein neuer Platz in Bendorf anbietet für Second Hand Ware.

Illegale Müllentsorgung sorgt erneut für Ärger

  • Heuschrecke: Das ist leider nicht nur in Kesselheim es sieht leider überall an den Container so aus
  • Boomerang : Schlimme Zustände. Allerdings wird da anscheinend auch nicht oft genug geleert. Und der Wertstoffhof war zwischen den Jahren komplett zu.
Malermeister in Rheinbach: Sauber, schnell & zuverlässig, Tapezier- und Lackierarbeiten sauber und
Image Anzeige
Innovatives aus der VG Weißenthurm
Stellenanzeige SB Straßenreinigung
Wir helfen im Trauerfall
Sozialarbeiter/innen, Sozialpädagogen/innen
Empfohlene Artikel

Andernach. Auf Antrag der FWG Andernach e. V. wurde in der Straße „Im Breitholz“ im Stadtteil Eich ein Fahrbahnteiler mit Gehwegübergang eingerichtet. Die Maßnahme wurde im November 2025 abgeschlossen und stellt eine deutliche Verbesserung der Verkehrssicherheit für Fußgängerinnen und Fußgänger dar.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Image
Helfende Hände gesucht
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0020#
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0020#
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0020#
Pellets
Innovatives aus der VG Weißenthurm
Innovatives aus der VG Weißenthurm
Unternehmen erfolgreich
Titelanzeige (Januar)
Närrisches Wochenende Linz
Seniorensitzung der Stadtsoldaten
Titelanzeige
Dauerauftrag 2026
Wir helfen im Trauerfall
Danksagung Familie Dietenhofer
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0020#