Politik | 10.07.2018

Meckenheimer Stadtrat beschäftigt sich mit Kriminalität und Tauben

Bebauungsplan konnte nicht in der Bürgersprechstunde thematisiert werden

Zuhörer gingen enttäuscht von dannen - Bürgermeister Bert Spilles erläuterte das Verfahren

Meckenheim. Überaus rege war das öffentliche Interesse an der jüngsten Sitzung des Meckenheimer Stadtrats.

Mehr als 50 Besucher waren in den Ratssaal gekommen, die sich überwiegend für die Aufstellung des Bebauungsplans „Weinberger Gärten“ interessierten.

Ihr Anliegen war es darauf hinzuweisen, dass die Stadt bei einer Bebauung auch den Verkehr so regeln möge, dass dieser die bestehenden Anlieger möglichst wenig beeinträchtigt. Nachdem sich in der Vorwoche der Stadtentwicklungsausschuss mit dem Thema beschäftigt und dieses durchgewunken hatte, sollte nun die Beschlussfassung im Rat erfolgen. Die Anlieger hatten sich vorgenommen, dies in der Einwohnerfragestunde zu thematisieren, wobei dies jedoch nach den Bestimmungen der Gemeindeordnung nicht zulässig ist.

Bürger können sich im weiteren Verfahren einbringen

Bürgermeister Bert Spilles wies darauf hin, dass sich Anfragen in der Einwohnerfragestunde nicht auf Themen beziehen dürfen, die auf der Tagesordnung der Sitzung stehen.

Aufgrund des hohen Interesses erläuterte er das Verfahren und betonte, dass aktuell nur der Flächennutzungsplan beschlossen und der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan abgesegnet werde.

Im Rahmen des weiteren Verfahrens haben die Bürger die Möglichkeit, ihre Anregungen und Bedenken geordnet in das Verfahren einzubringen.

Eine entsprechende Resolution der Anlieger, die diese auch schriftlich verfasst hatten, nahm der Verwaltungschef zur Kenntnis. Gegen die Stimmen von Bündnis 90/Die Grünen wurde dies auch einmütig beschlossen, den Grünen ist in der Planung zu wenig Mietwohnungsbau.

Zahl der Einbrüche und Diebstähle ist rückläufig

Hauptthema war jedoch die Kriminalitätsstatistik, hier gab Andreas Piastowski, Leiter der Polizeiinspektion Bonn 2 einen Überblick über die aktuellen Zahlen.

Diese sehen für Meckenheim durchaus erfreulich aus. Hatte Meckenheim im Jahr 2012 noch den recht zweifelhaften Ruf, Hauptstadt der Einbruchskriminalität in der Region zu sein, so sind diese Zahlen stark rückläufig. Insgesamt verzeichnete man 2013 in Meckenheim noch 1459 Delikte, diese Zahl ging auf 1000 im Jahre 2017 zurück, was einer Reduktion um 27 Prozent entspricht.

Auch die Zahl der Wohnungseinbrüche ging von 169 im Jahr 2013 auf 55 im Jahr 2017 zurück, wobei hier nicht nur die vollendeten Einbrüche, sondern auch die Versuche mitgezählt werden.

Dieser Trend setzt sich im Jahre 2018 fort, sodass man sich der Zielmarke von weniger als einem Einbruch pro Woche kontinuierlich annähert. Dies liegt teilweise allerdings auch daran, dass die Wohnungseigentümer kräftig in Sicherheitstechnik investiert haben und damit den Einbrechern das Leben schwer gemacht haben.

Auch die allgemeine Straßenkriminalität mit Raub, einfachem Diebstahl ging stark zurück von 416 Delikten 2013 auf 267 Delikte im Jahr 2017.

Dazu trägt auch die gute Zusammenarbeit mit dem Ordnungsaußendienst der Stadt Meckenheim bei, der personell neu aufgestellt wurde und neben einer Tagschicht nun auch mit einer Spätschicht ausgestattet ist, was sich auch in einem höheren Druck auf Missetäter aller Art auswirkt.

Polizei sieht für Meckenheim kein explizites Drogenproblem

Viel Lob gab es von der Politik für die Arbeit der Polizei. CDU-Fraktionschef Joachim Kühlwetter betonte, es sei Anspruch der Politik, dass die Menschen in einer sicheren Stadt leben. Er begrüßte insbesondere, dass der Bestand der Wache in Meckenheim bis ins Jahr 2033 gesichert ist und dass diese zurzeit renoviert wird.

Das zwischen tatsächlicher Kriminalität und gefühlter Kriminalität ein Unterschied bestehen kann, machte die Frage von UWG-Fraktionschef Hans-Erich Jonen nach dem „unkontrollierten Drogenhandel“ am Campus klar.

Die Polizei kann dies nicht bestätigen, allerdings räumte sie ein, dass Drogendelikte reine Kontrolldelikte seien – wenn man gezielt danach fahndet, wird man meist auch fündig. Allerdings hat die Polizei keine gesonderten Erkenntnisse, dass es in Meckenheim einen schwunghaften Drogenhandel gebe.

Von Interesse war da auch die Frage von BfM-Chef Johannes Steger nach der Aufklärungsquote bei Einbrüchen. Diese lag im Jahr 2017 bei mageren 2,7 Prozent, im Schnitt über fünf Jahre allerdings bei 31,8 Prozent.

Dies liegt zum einen daran, dass die Täter so gut wie keine Spuren hinterlassen, und zum anderen, dass wenn man einzelner Täter habhaft werden kann, meist eine ganze Reihe von Taten aufgeklärt werden kann.

So gab es den Fall in Wachtberg, wo ein Täter festgenommen werden konnte, dem gleich 60 Taten zugerechnet werden konnten.

Ein derartiger Erfolg treibt natürlich dann auch sofort die Statistik nach oben.

Skulpturen vor dem Rathaus wurden entsorgt

Bekanntlich gab es vor dem Neubau des Rathauses vor dem Mosaik eine ganze Reihe von Skulpturen mit dem Namen „Säulen der Sinne“, die verschwunden sind. Nach deren Verbleib erkundigte sich nun die UWG-Fraktion.

Die Verwaltung hatte die passende Antwort parat. Diese Holzskulpturen waren arg in Mitleidenschaft gezogen und wurden im Rahmen der Neubaumaßnahmen schlichtweg entsorgt.

Dabei hatte die Verwaltung keine Kenntnis darüber, dass es sich um Kunstwerke gehandelt haben soll.

Taubenpopulation beschäftigt Rat und Verwaltung

Ein überaus wichtiges Thema brachte CDU-Ratsherr Lothar Zschaubitz auf die Tagesordnung, war ihm doch aufgefallen, dass derzeit insbesondere am Neuen Markt die Taubenplage wieder einmal überhandnimmt. Er wollte von der Verwaltung wissen, was diese dagegen unternehme, und betonte, dass von dem Taubenkot eine nicht unerhebliche Gesundheitsgefahr für die Bevölkerung ausgehe.

Er wollte unter anderem wissen, ob auch schon einmal an den Einsatz eines Falkners gedacht worden sei. Holger Jung betonte, dass dem Ordnungsamt dieses Thema sehr wohl bewusst sei und man sich in einem intensiven Dialog mit den Naturschutzbehörden befinde, so habe man in der Vergangenheit unter anderem auch Eier ausgetauscht und denke über weitere Optionen nach, dem Hinweis mit dem Falkner will man nachgehen.

STF

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