SPD-Kreistagsfraktion stellt ergänzenden Antrag zum Hochwasserschutz im Kreisgebiet

„Bei Katastrophenschutz darf parteipolitisches Kalkül keine Rolle spielen!“

„Bei Katastrophenschutz darf parteipolitisches Kalkül keine Rolle spielen!“

Maximilian Mumm, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion und Bürgermeister der Verbandsgemeinde Maifeld.Foto: Thomas Frey

20.09.2021 - 09:13

Kreis MYK. „Die Hochwasserkatastrophe an der Ahr und in unserem Landkreis an der Nette wird uns noch lange beschäftigen. Zu groß sind die Schäden und zu tief sitzt der Schock über das verheerende Ausmaß der Flut. Wir sind sehr froh, dass hier wahltaktische Überlegungen und parteipolitisches Kalkül keine Rolle spielen. Alle Parteien ziehen an einem Strang! Wir müssen die richtigen Lehren aus dem Geschehenen ziehen und uns für künftige Ereignisse wappnen, um die an der Nette beheimateten Bürgerinnen und Bürger bestmöglich zu schützen“, sagen der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Maximilian Mumm, und sein Kollege in der SPD-Kreistagsfraktion, Wilhelm Anheier.



Natürlich überschwemmbare Polder halten Wasser zurück


Die beiden Sozialdemokraten begrüßen daher den Antrag der Fraktionsgemeinschaft FWM3/Die Linke zum Hochwasserschutz im Kreisgebiet und beantragen darüber hinaus ergänzende Maßnahmen. Diese sollen über eine übergemeindliche Planung und Zusammenarbeit unter der Federführung des Landkreises hinausgehen. In ihrem Antrag fordern sie, natürlich überschwemmbare Polderräume entlang der Nette und ihrer Zuflüsse einzurichten. „Das bedeutet, dass auf nicht bebauten Landflächen wie zum Beispiel Wiesen, die nahe am Flussufer liegen, zusätzlich überströmbare Dämme errichtet werden, um die Fließgeschwindigkeit des Wassers zu verringern. Mit Hilfe eingebauter Wälle kann das Wasser im Überflutungsbereich mäandern und wird dadurch länger zurückgehalten, bis es im Boden versickert oder langsam abfließt. Zur Notentlastungen an den Fließgewässern könnten hier beispielsweise Bruchsteindeckwerke in lockerer Bauweise zum Einsatz kommen, die sich auch aus landschaftsgestalterischen Gesichtspunkten sehr gut eignen“, erklären die beiden Sozialdemokraten.

Nach überschlägigen Berechnungen müssten eine Million Kubikmeter Wasser zurückgehalten werden, um den Durchfluss der Nette örtlich auf ein beherrschbares Maß zu begrenzen. Damit bliebe den am Verlauf wohnenden Menschen zum Beispiel in Mayen mehr Zeit, geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen. „Das sind unvorstellbare 1.000 Millionen, also eine Milliarde Liter Wasser. So viel wie in 33.000 herkömmliche Tanklaster passen, die man von Mayen bis hinter Paris auf einer Länge von 550 Kilometern aufreihen könnte“, so Mumm und Anheier.


Einsatz von Digitalisierungs- mitteln verbessert Hochwasservorhersagen


Ferner sollten laut SPD-Antrag Digitalisierungsmittel eingesetzt werden, um die Hochwasservorhersagen zu verbessern. „Wir müssen alle digitalen Möglichkeiten ausschöpfen und in diesem Bereich massiv investieren“, sind sich Mumm und Anheier einig. Die beiden regen an, die Regenmengen sowie die Aufnahmefähigkeit der Böden exakt zu messen, und mit Hilfe von Hochrechnungen aufgrund der jüngsten Erfahrungen die Warnsysteme zu optimieren. Auch solle gemeinsam mit dem Hochwassermeldedienst RLP geprüft werden, ob eine höhere Pegelanzahl zu einer größeren Vorhersagesicherheit führen könnte.

Pressemitteilung

der SPD-Kreistagsfraktion

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Kommentare
Klaus Rinke:
Sehr guter erster Schritt für die Betroffenen.Und der Vorschreiben oben ......nur Rummotzen sonst nichts?Anstatt das zu Unterstützen erstmal nieder machen.Lachhaft so etwas.Es wird etwas Gutes Geschaffen und nur das zählt....
J.Thul:
Ich kann dem G. Friedrich zustimmen , das sind mehr Fertig- Garagen als was zum wohnen ! Da könnte man sich mehr einfallen Lassen ! Da wird man wirklich depressiv drin ! Ist ok für Bauarbeiter auf Großbaustelle in Afrika , aber nicht für die Senioren im Ahrtal..........
Manfred Jackl:
Was soll bitte der Negative Kommentar Hr/Fr Friedrich? Waren sie schon vor Ort und haben Sie es in Augenschein genommen? Anstatt dieses Engagement zu würdigen, fällt Ihnen nichts besseres ein, als es mies zu machen! Ich freue mich für die Senioren, dass diesen eine solche Möglichkeit geboten wird....
juergen mueller:
Ich bin auch dafür, dass unsere Vergangenheit nicht in Vergessenheit gerät, eine Vergangenheit u. deren Vergessen, an die wir wohl ein Leben lang immer wieder erinnert werden u. mit uns Generationen. Doch das sollte Grenzen haben, da es, wie andere Geschehnisse, zur deutschen Geschichte gehört, wie...
A.Hoffmann:
Ergreifende Bilder aber der Bildanzeige hätte man eine Funktion zum ausblenden hinzufügen müssen...
 
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