Bürgermeistergespräch in Oberdrees fand großen Anklang
Bekommt Oberdrees einen Bahn-Haltepunkt?
Dorfbegehung mit großer Beteiligung der Oberdreeser Bürger
Oberdrees. Ortsvorsteher von Oberdrees, Kurt Brozio und Bürgermeister Stefan Raetz hatten die Oberdreeser Bürger zu einem Bürgergespräch eingeladen. Über 50 Bürger aus Oberdrees waren gekommen um vor der Versammlung zum Bürgergespräch, an einer Ortsbegehung durch das Dorf teilzunehmen. Hierbei wollte sich Raetz ein Bild von den Problemen im Ort machen. Im Burggraben bemängelte der Anwohner Roland Tank, dass der Schwerlastverkehr versuche durch das Nadelöhr Burgstraße / Feldstraße zu kommen, und dabei bereits eine Dachrinne abgerissen wurde. Hier soll eine Beschilderung für ein Verbot zur Durchfahrt für den Schwerlastverkehr aufgestellt werden. Ein Schandfleck in der Burgstraße 6, stellt das bis zu einer Ruine verfallene Haus Pommerich dar, das in einer Reihe mit sehr gut erhaltenen Fachwerkhäusern steht. Obwohl der Besitzer und Bauherr David Pommerich einen Bauantrag mit der Maßgabe das Fachwerk zur Straße hin zu erhalten stellte, wies die obere Denkmalbehörde das Begehren ab. „Fachleute könnten nichts mehr für den Erhalt des alten Gebäudes tun“, so Pommerich. Raetz will sich aufgrund dessen mit der Denkmalbehörde in Verbindung setzen. Ein großes Ärgernis wäre die innerörtliche Parksituation entlang der Dorfstraßen. Es wird auf den Bürgersteigen, vor dem Park und in Halteverbotszonen geparkt. Raetz versprach, die Damen und Herren vom Ordnungsdienst zu schicken, um mit Bußgeldern Abhilfe zu schaffen. Auch die Bäume entlang des Hauses Willekens an der B266 wurden als großes Ärgernis beklagt, da diese in den Verkehrsraum hineinragen. „Eine Lösung muss gefunden werden, zumal die Bäume selbst auf den letzten Zentimeter des Willekens Grundstück ständen“, so Raetz.
Der Rat habe beschlossen, die Bushaltestelle an der B266 von der Kreuzung B 266 /K 61 Richtung Niederdrees zu verlegen, auf gleicher Seite in Höhe Einmündung Schulstraße. Die Bauarbeiten könnten unter Umständen noch in diesem Jahr beginnen. Die anschließende Bürgerversammlung fand in der Gaststätte „Zum Dorfkrug statt. Bürgermeister Stefan Raetz bedankte sich bei den Teilnehmern für das rege Interesse. Er betonte das es wichtig sei sich die Situation in den Ortschaften anzuschauen. „Oberdrees bietet Chancen. Laut Landesentwicklungsplan (LEP) haben ab sofort auch Ortschaften unter 2000 Einwohnern die Möglichkeit berücksichtigt zu werden. Im Regionalplan ist vieles möglich. Ob alles genutzt wird das weiß man nicht“, so Raetz.
Der Bahnanschluss war auch Thema der Befragung
Auch der Bahnanschluss in Höhe des Schützenhauses wurde nachgefragt. „Eine Machbarkeitsstudie sei in Auftrag gegeben worden, wobei auch der Flächennutzungsplan für das Gebiet zwischen Sportplatz und Bahnschiene in die Überlegungen mit einbezogen wird“, so Raetz. „Dabei gehe es um neue Baugebiete und die Ausweitung Richtung Schützenplatz. Bis das soweit ist, dass hier etwas passiert müssen wir noch warten, denn das kann noch Jahre dauern“, fügte Raetz hinzu. Dabei müsse auch mit ins Auge gefasst werden, dass die Infrastruktur wichtig für die Attraktivität von kleineren Orten wie Oberdrees sei.
„Ein Ort muss lebenswert für die Jugend sein, damit sie nicht abwandert, denn sie wäre sehr schwer wieder zurückzuholen. Und dazu zählt auch die Verkehrsanbindung. Dabei ist Sorge zu tragen, dass die Verkehrsbelastung nicht weiter ausufert“, ergänzte Raetz.
Auf die Entwicklung von Oberdrees eingehend erklärte Raetz, dass man für das Grundstück Ecke Einmündung an der B266, Richtung Peppenhoven (K65) mit Handelsunternehmen für die Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes im Gespräch sei.
Die Internetanbindung in Oberdrees soll, wie bereits in anderen Ortsteilen von Rheinbach schon erfolgreich durchgeführt, schnellstmöglich ausgebaut werden. Aktuell sei man mit der Fa. BN-T Blatzheim in Gespräch, so Raetz. Ortsvorsteher und Ratsherr der CDU fügten hinzu, dass in dem zurzeit in der Entstehungsphase befindlichen Baugebiet hinter dem Friedhof, die Häuser direkt mit Glasfasernetzanbindung ausgestattet werden. Zum neuen Baugebiet erklärte Raetz auf Nachfrage, dass es dort keine Anbindung an die B 266 geben werde und auch die Lärmschutzwand in diesem Bereich nicht unterbrochen werde. Von den anwesenden Bürgern wurde bemängelt, dass die Zufahrt zu der Baustelle durch den Schwerlastverkehr schwer beschädigt wurde. Raetz erklärte, dass der Zustand der Straßen und Wege vorher protokolliert wurde und dass die mit dem Ausbau der Straßen beauftragte Firma, eine Kaution hinterlegt hat. Was den Kanalanschluss angehe, so habe man auch hier Vorsorge getroffen und durch einen geplanten Bau eines Regenrückhaltebeckens wird eine übermäßige Belastung vermieden. Brozio empfahl allen Gartenbesitzern ihr Regenwasser auf ihrem Grundstück zu verrieseln, damit die Kanalisation nicht belastet wird. „Das veränderte Klima mit großer Trockenheit und Platzregen mit großen Mengen an Wasser zwingt uns zum Umdenken“, erklärte Brozio.
Sauberkeit in den Grünanlagen
Auch, um mit dem neuen 5 G Netz Schritt halten zu können, werde an der alten Kerzenfabrik in Richtung Niederdrees ein neuer Funkmast aufgestellt.
Eine Besucherin bemängelte den Heckenbewuchs auf dem Friedhof, der den alten Teil von der neuen Erweiterung trenne. Zudem wäre die Abgrenzung zu der Großbaustelle in unmittelbarer Nähe nicht tragbar. Dieser Meinung schloss sich Brozio an und versprach die Angelegenheit zu prüfen. Raetz wies in dem Zusammenhang darauf hin, dass auf allen Friedhöfen der Stadt auch Baumbestattungen möglich seien. Was die Sauberkeit angeht, so wurde die Grünanlage vor der Halle als „Dschunglcamp“ bezeichnet. Um hier Abhilfe zu schaffen, kam der Vorschlag man könne diese Grünfläche an den Ortsausschuss verpachten, der dann für geordnete Verhältnisse sorgen könne. Als ein großes Ärgernis empfanden viele Bürger auf der Versammlung, dass die Hundebesitzer die Hinterlassenschaften ihrer Lieblinge einfach auf den Wegen und Grünflächen liegen lassen. Auch würden Kotbeutel von den Hundebesitzern bei ihren Spaziergängen einfach in den Wald geworfen. „Das gefällt mir auch nicht. Es ist schwer, so etwas zu kontrollieren, weswegen ich an den gesunden Menschenverstand appelliere“, so Raetz. Von einer Verwaltungsposse berichtete Reinold Scheinheim. Er habe entlang seines Grundstücks an der Freislebenstraße, was in diesem Teilstück Fußgänger vorbehalten ist, einen Streifen von 10 Metern mal 1 Meter Breite zwischen seinem Grundstück und des Weges mit Rasen eingesät. Sodann kam die Verwaltung und forderte ihn auf, den Rasen wieder zu beseitigen. Hier bot Schweinheim der Stadt eine Patenschaft für das Teilstück an, mit der Maßgabe es auch in Ordnung zu halten. Dies wurde mit der aberwitzigen Begründung abgelehnt, da es hier in der Fußgängerzone um die Verkehrssicherheit ginge, was zur allgemeinen Erheiterung beitrug. Gegen 20.00 Uhr schloss Brozio das Bürgergespräch.
Bürgermeister Stefan Raetz und Ortsvorsteher Kurt Brozio stellten sich den Fragen der Oberdreeser Bürger.
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