Politik | 27.04.2026, 11:21 Uhr

Gremium diskutierte lange über Neubau, Sanierung oder Abriss der Grundschule Stromberg

Bendorf: Rat machte Weg frei für 4 riesige Windräder im Wald

Bendorf. Zehn Jahre lang hat er selbst Hausaufgaben gegeben und jetzt hat er selbst ein dickes Paket an Aufgaben vom Bendorfer Stadtrat bekommen. Denn Bendorfs Bürgermeister Christoph Mohr war von 2010 bis 2020 zweiter Stellvertreter des Schulleiters am Wilhelm-Remy-Gymnasium.

Die 10 Beauftragungen und Ermächtigungen sieht der Stadtchef locker, schließlich hat er ja eine komplette Verwaltung hinter sich.

Längere Zeit referierte Mohr über den Bau von 4 Windrädern im südöstlichen Bendorfer Wald. Auf einer Fläche von knapp 3,2 Hektar (32.000 Quadratmeter) soll die Berliner Firma Caeli Wind den Bau der riesigen Windanlagen steuern.

Die zusammenhängende Waldfläche zwischen Stromberg und der A48 gehört neben der Stadt Bendorf auch dem Landesbetrieb Wald und Holz NRW und noch weiteren Privatwaldbesitzern die zu beteiligen sind. Aufgrund von schutzwürdigen Belangen Dritter wurde das Thema bisher in nichtöffentlichen Sitzungen behandelt.

Der Bürgermeister betonte: „Windkraftanlagen im Außenbereich sind grundsätzlich zulässig und haben Vorrang. Hier wurden schon vorher mit Investoren Verträge abgeschlossen. Aber wir wollen mit am Tisch sitzen und Wildwuchs verhindern. Ein Eingriff in die Natur darf nicht verharmlost werden.“

Er hob hervor, dass Bendorf einen Wirtschaftswald hat, in dem jährlich Holz geschlagen wird, wozu dann künftig auch die Hiebmenge für die Windräder zählt.

„Wer am Deutschen Eck steht sieht unsere 200 Meter hohen Windräder“, meinte ein Ratsmitglied und ein Fraktionssprecher sagte: „Die finanzielle Lage der Stadt ist der Grund, warum wir nicht dagegen stimmen.“ Prognostiziert sind jährliche Einnahmen von über 140 000 Euro.

Glücklich sind die Bendorfer Ratsmitglieder mit den Vergabekriterien und der Sachlage nicht, dennoch genehmigten sie die Vorlage mit 5 Gegenstimmen.

Diskussionen gab es beim Thema Grundschule Stromberg, die nicht mehr den heutigen Anforderungen entspricht. Mit den Varianten Neubau auf dem benachbarten Sportgelände, Sanierung, Teilabriss oder Einbeziehung und Integrierung des Pfarrheims beschäftigte sich das Gremium längere Zeit, obwohl es lediglich um eine Machbarkeitsstudie ging.

Schließlich gab der Rat der Verwaltung einen Prüfauftrag für die Varianten 1 und 2, die die Architekten BHP aus Ehrenbreitstein erarbeitet hatten. Bei der Variante 1, Kostenschätzung knapp 5,1 Millionen Euro, soll es einen Neubau auf dem Grundstück, anschließend Abbruch des Schulgebäudes aus dem Jahr 1957 und Umnutzung des unter Denkmalschutz stehenden Altgebäudes geben.

Die Variante 2, Kosten fast 4,6 Millionen Euro, sieht vor einen Neubau auf dem vorhandenen Schulhof und den Abbruch des Bestandsgebäudes nach Fertigstellung zur Schaffung eines neuen Schulhofs.

Wiederkehrende Ausbaubeiträge für einige Straßen beschloss der Rat ebenfalls, obwohl die abgeschafft werden sollen: „Das war im Wahlkampf“, sagte der Bürgermeister, „wir müssen uns an Recht und Gesetz halten, die noch nicht geändert wurden.“

Aufgaben und Ermächtigungen erhielt die Verwaltung vom Stadtrat u.a. zur interkommunalen Zusammenarbeit bei künstlicher Intelligenz und der mobilen Verkehrsüberwachung sowie die Kooperation mit der Universität Koblenz beim Angebot für Wasserstoff, die Planungen für Photovoltaikanlagen auf der Kita Lohweg und drei Dächern der Bodelschwinghschule voranzutreiben und die Dorferneuerung in Stromberg zu begleiten.

HEP

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Kreishandwerkerschaft
Holz Loth-Entsorgung
Dauerauftrag 2026
Titel 24H Notdienst
Imageanzeige
Firmenübernahme TGAPLAN Münch
Kachelofentage 2026
Empfohlene Artikel
24

Westerwaldkreis. Der Kreisausschuss des Westerwaldkreises hat in seiner vergangenen Sitzung mehrere Vorhaben in den Bereichen Radverkehr, Bevölkerungsschutz und öffentlicher Nahverkehr auf den Weg gebracht. So hat er im Rahmen der Radwegeförderrichtlinie des Kreises beschlossen, zwei Baumaßnahmen jeweils mit der Maximalförderung zu unterstützen und in das Alltagsradwegekonzept des Westerwaldkreises aufzunehmen.

Weiterlesen

19

VG Wirges. Die Entscheidung über das Bürgerbegehren gegen den Windpark „Drei Eichen“ ist in Leuterod gefallen. Getroffen hat sie ein Ortsgemeinderat, der sich seit 2024 mit dem Vorhaben befasst und beide Rechtsauffassungen kannte.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild.
1062

Ankt Augustin. Am Montag, dem 21. September, verhinderten aufmerksame Bankmitarbeiter in Sankt Augustin zwei Betrugsversuche, die sich gegen ältere Menschen richteten. Der erste Vorfall ereignete sich gegen 17:00 Uhr, als ein 88-jähriger Mann einen Anruf von einem ihm unbekannten Mann erhielt, der behauptete, der Sohn des Seniors habe einen Verkehrsunfall verursacht, bei dem eine Frau gestorben sei.

Weiterlesen