Gremium diskutierte lange über Neubau, Sanierung oder Abriss der Grundschule Stromberg
Bendorf: Rat machte Weg frei für 4 riesige Windräder im Wald
Bendorf. Zehn Jahre lang hat er selbst Hausaufgaben gegeben und jetzt hat er selbst ein dickes Paket an Aufgaben vom Bendorfer Stadtrat bekommen. Denn Bendorfs Bürgermeister Christoph Mohr war von 2010 bis 2020 zweiter Stellvertreter des Schulleiters am Wilhelm-Remy-Gymnasium.
Die 10 Beauftragungen und Ermächtigungen sieht der Stadtchef locker, schließlich hat er ja eine komplette Verwaltung hinter sich.
Längere Zeit referierte Mohr über den Bau von 4 Windrädern im südöstlichen Bendorfer Wald. Auf einer Fläche von knapp 3,2 Hektar (32.000 Quadratmeter) soll die Berliner Firma Caeli Wind den Bau der riesigen Windanlagen steuern.
Die zusammenhängende Waldfläche zwischen Stromberg und der A48 gehört neben der Stadt Bendorf auch dem Landesbetrieb Wald und Holz NRW und noch weiteren Privatwaldbesitzern die zu beteiligen sind. Aufgrund von schutzwürdigen Belangen Dritter wurde das Thema bisher in nichtöffentlichen Sitzungen behandelt.
Der Bürgermeister betonte: „Windkraftanlagen im Außenbereich sind grundsätzlich zulässig und haben Vorrang. Hier wurden schon vorher mit Investoren Verträge abgeschlossen. Aber wir wollen mit am Tisch sitzen und Wildwuchs verhindern. Ein Eingriff in die Natur darf nicht verharmlost werden.“
Er hob hervor, dass Bendorf einen Wirtschaftswald hat, in dem jährlich Holz geschlagen wird, wozu dann künftig auch die Hiebmenge für die Windräder zählt.
„Wer am Deutschen Eck steht sieht unsere 200 Meter hohen Windräder“, meinte ein Ratsmitglied und ein Fraktionssprecher sagte: „Die finanzielle Lage der Stadt ist der Grund, warum wir nicht dagegen stimmen.“ Prognostiziert sind jährliche Einnahmen von über 140 000 Euro.
Glücklich sind die Bendorfer Ratsmitglieder mit den Vergabekriterien und der Sachlage nicht, dennoch genehmigten sie die Vorlage mit 5 Gegenstimmen.
Diskussionen gab es beim Thema Grundschule Stromberg, die nicht mehr den heutigen Anforderungen entspricht. Mit den Varianten Neubau auf dem benachbarten Sportgelände, Sanierung, Teilabriss oder Einbeziehung und Integrierung des Pfarrheims beschäftigte sich das Gremium längere Zeit, obwohl es lediglich um eine Machbarkeitsstudie ging.
Schließlich gab der Rat der Verwaltung einen Prüfauftrag für die Varianten 1 und 2, die die Architekten BHP aus Ehrenbreitstein erarbeitet hatten. Bei der Variante 1, Kostenschätzung knapp 5,1 Millionen Euro, soll es einen Neubau auf dem Grundstück, anschließend Abbruch des Schulgebäudes aus dem Jahr 1957 und Umnutzung des unter Denkmalschutz stehenden Altgebäudes geben.
Die Variante 2, Kosten fast 4,6 Millionen Euro, sieht vor einen Neubau auf dem vorhandenen Schulhof und den Abbruch des Bestandsgebäudes nach Fertigstellung zur Schaffung eines neuen Schulhofs.
Wiederkehrende Ausbaubeiträge für einige Straßen beschloss der Rat ebenfalls, obwohl die abgeschafft werden sollen: „Das war im Wahlkampf“, sagte der Bürgermeister, „wir müssen uns an Recht und Gesetz halten, die noch nicht geändert wurden.“
Aufgaben und Ermächtigungen erhielt die Verwaltung vom Stadtrat u.a. zur interkommunalen Zusammenarbeit bei künstlicher Intelligenz und der mobilen Verkehrsüberwachung sowie die Kooperation mit der Universität Koblenz beim Angebot für Wasserstoff, die Planungen für Photovoltaikanlagen auf der Kita Lohweg und drei Dächern der Bodelschwinghschule voranzutreiben und die Dorferneuerung in Stromberg zu begleiten.
HEP
