„Sind die Warnstreiks bei der Bahn noch verhältnismäßig?“ in BLICK aktuell 47/23
Bereitschaft zum Kompromiss fehlt
Ob regelmäßiger Nutzer des öffentlichen Bahnverkehrs oder nicht – es erscheint mir mittlerweile unsäglich, dem Macht- und Imponiergehabe eines zum Vorsitzenden der GDL aufgestiegenen ehemaligen Lokführers offensichtlich tatenlos zusehen zu müssen. Darf es sein, dass ein gewisser Herr Weselsky die auf einen funktionierenden Bahnverkehr angewiesenen Bürgerinnen und Bürger quasi in Geiselhaft nehmen darf? Gibt es in unserem Land nicht auch ein Grundrecht auf Mobilität, welches im Wesentlichen den Anspruch auf ein entsprechendes Verkehrsangebot bedingt.
Und dieses Recht wird offensichtlich vorsätzlich und willkürlich durch einen Mann negiert, dem es offensichtlich an jeglicher Bereitschaft zum Kompromiss und Konsens zu fehlen scheint. Seine Mimik bei sämtlichen Interviews der letzten Tage und Wochen spricht meines Erachtens Bände.
Zu fairen und ergebnisoffenen Verhandlungen muss meines Erachtens doch stets die Bereitschaft zum fairen Ausgleich gehören. An einer Verbesserung der Attraktivität des Bahnverkehrs scheint es Herrn Weselsky in jedem Fall nicht gelegen zu sein. Maximalforderungen mit Drohgebärden realisieren zu wollen, die einen Großteil unserer Bevölkerung in ihrer Bewegungsfreiheit maßgeblich einschränkt und zu teils erheblichen Nachteilen führt, entsprechen zudem in keinem Fall meiner Vorstellung eines sozialen und demokratischen Verantwortungsbewusstseins. Gewerkschaften gehören zur Sicherstellung eines fairen Interessenausgleichs und deren Forderungen für eine gerechte Entlohnung der betreffenden Arbeitnehmer sind legitim, die eines machtgeilen Selbstdarstellers gehören nicht dazu.Herbert Grothe,
Rheinbach
