NGG fordert Ende „sachgrundloser Befristungen“
Besonders Junge betroffen
Jeder neunte Berufstätige im Rhein-Sieg-Kreis ist befristet beschäftigt
Rhein-Sieg-Kreis. Jobs mit Verfallsdatum: Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat die hohe Zahl befristeter Arbeitsverhältnisse im Rhein-Sieg-Kreis kritisiert. Wenn rund 29.000 Beschäftigte im Kreis - und damit 10,6 Prozent aller Arbeitnehmer - ohne Dauerperspektive arbeiteten, zeige dies eine Schieflage am Arbeitsmarkt, so die NGG Köln. Die Gewerkschaft bezieht sich hierbei auf Zahlen aus dem aktuellen Mikrozensus NRW. Vor diesem Hintergrund fordert die NGG von der Politik, per Gesetz gegen „Jobs auf Zeit“ vorzugehen. „Seit Jahren haben wir auch in der Nahrungs- und Genussmittelbranche den Trend, dass Arbeitsverträge ohne besonderen Grund zeitlich begrenzt werden“, sagt Geschäftsführer Mohamed Boudih. Anders als etwa bei einer Schwangerschaftsvertretung sei ein Großteil der Befristungen „kaum nachvollziehbar“. Dies betreffe besonders Berufseinsteiger: „Jeder fünfte Beschäftigte zwischen 15 und 24 Jahren hat nur einen befristeten Job. Das schafft nicht nur große Unsicherheit, sondern erschwert auch die Familienplanung, die Wohnungssuche oder die Kreditaufnahme“, betont der Gewerkschafter. Auch Frauen sind laut Mikrozensus im Rhein-Sieg-Kreis überdurchschnittlich oft von Zeitverträgen betroffen. Die NGG fordert die Abschaffung der sogenannten „sachgrundlosen Befristung“. Angesichts von deutschlandweit rund 2,8 Millionen befristeter Jobs gehöre dieses Thema unbedingt auf die Agenda im anstehenden Bundestagswahlkampf, so Boudih.
Pressemitteilung
NGG-Region Köln
