Politik | 02.07.2026

Mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen

Bezahlbarer Wohnraum in Remagen: Grüne fordern klare Maßnahmen

Wäre das Gelände der alten Post ein Standort für gefördertes Wohnen? Remagener Grüne beim Ortstermin

Remagen. Immer mehr Haushalte müssen bis zu 40% ihres Nettoeinkommens allein für Miete ausgeben. Ab 30% gilt dies bereits als finanzielle Überlastung. Pro Jahr werden 400.000 neue Wohnungen in Deutschland benötigt, aber nur ein Bruchteil hiervon entsteht tatsächlich. Und viele davon sind unbezahlbar. Betroffen von Wohnraummangel sind vor allem Haushalte mit niedrigen Einkommen, ältere und junge Menschen, Alleinerziehende, Personen mit Behinderung oder Migranten. Auch in Remagen fehlt schon heute bezahlbarer Wohnraum und in den nächsten Jahren dürfte sich der Bedarf noch verstärken. Ein weiteres Problem ist, dass geeignete Wohnungen und Gebäude für Mehrgenerationen-Wohnen und andere zukunftsorientierte Wohnmodelle fehlen.

Vor diesem Hintergrund hat die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen in der letzten Ratssitzung einen Antrag gestellt, die Stadt solle für mehr bezahlbaren Wohnraum sorgen und alle ihr zur Verfügung stehenden Instrumente dafür nutzen. Mit sehr großer Mehrheit wurde der Antrag zur umfassenden Beratung in den Bau-Verkehrs- und Umweltausschuss verwiesen. Bürgermeister Ingendahl versprach, das Thema zeitnah auf die Tagesordnung zu setzen. Abgelehnt wurde dagegen mit ebenfalls großer Mehrheit vom versammelten Rat ein bereits auch andernorts gestellter Antrag der AFD, der ohne Bezug zu Remagen alleine ein Engagement in Sache Seniorenwohnen zum Inhalt hatte.

Kernpunkte des GRÜNEN-Antrags sind u.a. die Verpflichtung zukünftiger Investoren im Wohnungsbau bei Neubauten ab 10 Wohneinheiten 30% sozial geförderten Wohnraum zu schaffen. Bei der Neuaufstellung von Bebauungsplänen möchten die Grünen nach dem Vorbild anderer Städte einen Mietwohnungsanteil von 50% anstreben. Auch eine Begrenzung des Mietpreises ist nach Baurecht möglich. Unter Bewerbern für städtische Grundstücke oder Land, für das die Stadt ein Vorkaufsrecht hat, sollten jene Investoren bevorzugt werden, die den höchsten Anteil an geförderten und preisgebundenen Wohnungen bereitstellen wollen. Ein Prüfauftrag für die Stadt, wie sozialer Wohnungsbau bzw. seniorengerechte Wohnungen beispielsweise durch einen Einstieg in den kommunalen Wohnungsbau oder im Rahmen von genossenschaftlich orientierten Wohnmodellen umgesetzt werden könnte, ergänzt den GRÜNEN Antrag.

Auch wenn eine Kommune nicht die Schaffung von Wohnraum zu ihren Kernaufgaben zähle, so Fraktionssprecherin Bettina Fellmer, würde die Stadtverwaltung mit dem Einsatz für bezahlbares Wohnen den Bedürfnissen eines sehr großen Teils der Remagener Bevölkerung entgegenkommen. Vize Sprecher Frank Bliss wies zudem darauf hin, dass die Remagener GRÜNEN sich seit Jahren auch für die Renovierung des Altbestandes und die Schaffung von zusätzlichem Wohnraum in bestehenden Gebäuden einsetzen würden. Die Stadt stelle bereits heute Zuschüsse für entsprechende Vorhaben bereit, die nur verstärkt abgerufen werden müssten.

Weitere Themen

Wäre das Gelände der alten Post ein Standort für gefördertes Wohnen? Remagener Grüne beim Ortstermin Foto: Bettina Fellmer

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Wir helfen im Trauerfall
Dauerauftrag 2026
Anzeigensponsoring Sommerbunt - o.B.
Stellenanzeige MFA
Image
Feuerwehrfest Plaidt
Dillemarkt 2. Anzeige
Heizölanzeige
Empfohlene Artikel
Elmar Lersch (l.) Vorsitzender des MIT Kreisverband Ahrweiler und Detlef Odenkirchen, stellv. Vorsitzender MIT-Kreisverband Ahrweiler und Vorsitzender des MIT-Bezirksverbands Koblenz Montabaur, machen sich Sorgen über das Vorhaben der Reformpolitik im Land. Sind diese berechtigt?
1540

Kreis Ahrweiler. Für den deutschen Mittelstand sind Minijobs ein essenzielles Instrument der flexiblen Personalplanung. Sie ermöglichen es den Unternehmen, kurzfristige Auftragsspitzen abzudecken, ohne langfristige Fixkosten aufzubauen. In Branchen wie der Gastronomie, im Handel oder im Handwerk sichern diese flexiblen Aushilfen oft die Wettbewerbsfähigkeit. Auch für den Mittelstand im Kreis Ahrweiler wäre eine solche Entscheidung fatal.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Foto: Pixabay.com
13251

Eine Woche hattet Ihr Zeit um Eure Lieblingsbiergärten im BLICK aktuell-Land zu nominieren – und das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen. Insgesamt stehen 16 Biergärten zur Wahl! Nun habt ihr die Chance, in unserem großen Voting für Euren Favoriten abzustimmen. Und das lohnt sich: Der Biergarten mit den meisten Stimmen bekommt als Gewinn ein tolles Porträt in den verschiedenen Medien von BLICK aktuell.

Weiterlesen

02.07.: Versuchter Mord in Bad Honnef: Tatverdächtiger stellt sich der Polizei
256

Bad Honnef. In Bad Honnef kam es zu einem Vorfall, bei dem ein 46-jähriger Mann verdächtigt wird, am Dienstagnachmittag, dem 30. Juni 2026, auf der Luisenstraße mit einem Auto auf einen 23-jährigen Mann zugefahren zu sein. Im Verlauf eines Streits soll er den jungen Mann zudem mit einer Stichwaffe angegriffen und verletzt haben. Der Tatverdächtige befindet sich mittlerweile in einer Justizvollzugsanstalt.

Weiterlesen