Politik | 15.07.2015

Rhein-Sieg-Kreis

Bildungs- und Teilhabepaket

Rhein-Sieg-Kreis. Das Bildungs-und Teilhabepaket (BuT) hat sich wegen des Einsatzes der Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter in den Schulen vor Ort etabliert. Das geht aus dem jetzt im Ausschuss für Soziales, Gleichstellung und Integration des Rhein-Sieg-Kreises vorgestellten Ergebnisbericht aus den Dokumentationen von 41 Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter im Rhein-Sieg-Kreis für das Jahr 2014 hervor. Finanziert aus Bundesmitteln für Schulsozialarbeit im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepakets arbeiteten im Jahr 2014 in den Städten und Gemeinden des Rhein-Sieg-Kreises insgesamt 45 Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter an 71 Schulen aller Schulformen. Zwei weitere Schulsozialarbeiterinnen übernahmen die Aufgaben der Koordinierungsstelle beim Rhein-Sieg-Kreis. So konnten im vergangenen Jahr 3.787 anspruchsberechtigte Kinder und Jugendliche erreicht werden, und es wurde - eine anspruchsberechtigte Person kann mehrere Anträge stellen - bei 4.103 Antragstellungen geholfen. Neben der reinen Vermittlung von Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket installierten die Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter noch zusätzliche, an die Leistungen angelehnte Angebote. So kümmerten sie sich zum Beispiel um die Vermittlung von Nachhilfelehrern oder boten selbst eine Lernförderung an. Außerdem organisierten sie Ferienaktionen, vermittelten Freizeitangebote, schlossen Kooperationen mit Sportvereinen für Projekte im Schulalltag und begleiteten Schülerinnen und Schüler beim Mittagessen. Zudem entwickelte sich in Einzelfällen über die Vermittlung von Leistungen des Bildungs- und Teilhabepakets hinaus eine weitergehende Einzelfallhilfe. Hierfür wurden zahlreiche spontan organisierte oder regelmäßige Gespräche mit Schülerinnen und Schülern, Eltern, Lehrkräften und weiteren Einrichtungen geführt. Als weitere ergänzende Angebote wurden in 2014 insgesamt 118 Projekte durchgeführt, von denen 23 aus Bundesmitteln des BuT und die weiteren anderweitig finanziert wurden. Projektinhalte waren soziales Lernen, Sozialkompetenz, Gewaltprävention, Konzentrationstraining, Sport, Gesundheit, Kunst, Medien, Natur und Umwelt, Migration und Integration, tiergestützte Pädagogik sowie berufliche Orientierung. Die Entwicklung der vergangenen drei Jahre belege, so der Bericht, gewachsenes Vertrauen von Eltern, Schülerinnen und Schülern, und Lehrkräften in die Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter. Gleichermaßen sind Netzwerke an Schulen, offenen Ganztagsschulen und anderen Einrichtungen, als tragendes Fundament einer erfolgreichen Vermittlung von BuT-Leistungen und ergänzenden Angeboten, gewachsen. „Verlässlichkeit, Beziehung, persönliche Ansprache von Schülern und Eltern, auch gerade in den Pausenzeiten, sind notwendige Türöffner für die erfolgreiche Antragsvermittlung. Durch die Annahme der BuT-Leistungen steigen die individuellen Bildungschancen der Kinder und Jugendlichen“, lautet das Resümee von Hermann Allroggen, Sozialdezernent des Rhein-Sieg-Kreises. Wie aus dem Ergebnisbericht hervorgeht, arbeiteten zum Stand Januar 2015 noch 32 Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter an Schulen in den Städten und Gemeinden des Kreises. Auch die beim Rhein-Sieg-Kreis eingerichtete Koordinierungsstelle beendete die Arbeit im Juni 2015. Grund für die Abnahme der Schulsozialarbeit: Die Finanzierung durch den Bund war bis zum 31. Dezember 2013 befristet. Das Land NRW übernimmt bis 2017 einen Kostenanteil zur Fortführung der Schulsozialarbeit von 60 Prozent je beantragter Stelle; die weiteren anteiligen Kosten von 40 Prozent müssen die teilnehmenden Kommunen als Eigenanteil aufbringen.

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