Politik | 19.09.2016

Beweidungsprojekt Aubachtal

Biologische Vielfalt wird erhalten

Das Projekt im Aubachtal erhielt die Auszeichnung der UN.Ulrich Müller

Neuwied. Die Fürstlich Wiedische Verwaltung wurde mit dem Landwirt Arno Kroll und dem Heimat- und Verschönerungsverein Oberbieber ( HVO ) unter dem Titel „Indisches Springkraut als Delikatesse für Weidevieh“ am 7. September als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt gewürdigt. Die Auszeichnung wurde von Umweltministerin Ulrike Höfken übergeben. Die Ehrung wird an Projekte verliehen, die sich in nachahmenswerter Weise für die Erhaltung der biologischen Vielfalt einsetzen. Die Initiative, das von der Bevölkerung hochgeschätzte Aubachtal in seiner Artenvielfalt und Schönheit zu erhalten, ging ursprünglich von Ulrich Müller, Seniorchef des Obstgutes Müller wohnhaft in Oberbieber, aus. Er setzte sich mit vielseitigen Aktivitäten dafür ein, dass „sein“ Aubachtal vor einer großflächigen Übernahme durch das Indische Springkraut und einer Verbuschung geschützt wird. Im Sommer 2012 färbten seine Blüten das Tal rot, und nur die Brennnessel war noch konkurrenzfähig. Es vermehrt sich durch seinen überreichen herbstlichen „Springsamen“, der auch schwimmfähig ist. Die Pflanze ist einjährig und stirbt im Winter ab. Mit einer Versuchsfläche lieferte Herr Müller bereits 2012/13 den Beweis, dass ein Abmähen der blühenden Pflanzen im Juli bis Anfang August erfolgreich ist. Der Neubefall im Folgejahr war nur noch 0 bis 2 Prozent. Er traf dann auf Jagdpächter Norbert Mertgen, der schon im Jahrsbachtal positive Erfahrungen mit einer Charolais-Rinderherde hatte, die auch Springkraut fraß und dieses dadurch reduzierte. Durch diese Erkenntnisse beschlossen die Verantwortlichen der Fürstlich Wiedischen Verwaltung, auch ihre Wiesen im Unterlauf des Aubachs bis zum Stausee zu beweiden und verpachteten die Flächen an Landwirt Arno Kroll. Seit Mai 2013 ernährt sich seitdem seine zwölfköpfige Charolais Ammenkuhherde im Sommer vornehmlich im Wanderweidebetrieb auch von den sich jährlich üppig entwickelnden Springkrautpflanzen. Der Erfolg stellte sich schon nach einer Vegetation ein und das Tal wurde wieder grüner. Die Tiere sind ruhig und gutmütig und bleiben innerhalb eines unauffälligen Elektrozaunes. Entstandene Kahlstellen wurden mit einer Wiesenmischung nachgesät. Nassbereiche werden ausgespart und sich selbst überlassen. Im Frühjahr blüht da die Sumpfdotterblume und im Herbst das Mädesüß. Für die Tiere nicht erreichbare Wege- und Böschungsbereiche werden gemulcht und durch ehrenamtliche Mitglieder des HVO in einem Dreigenerationenprojekt händisch von den Neophyten befreit. Auch im Ouellgebiet des Aubachs und seiner Zubringer sind ehrenamtliche Helfer mit Motorsensen jährlich im Einsatz, um einen erneuten Sameneintrag talwärts zu verhindern. Schon in 2014 lobte Dr.Ulrich Kleemann, Präsident der SGD-Nord, in einem Schreiben diese ehrenamtliche Arbeit für den Naturschutz. Durch das Bündel der Bekämpfungsmaßnahmen werden sich die vielfältigen Gräser und Kräuter der heimischen Auenvegetation ihren Lebensraum wieder zurückerobern. In den Wintermonaten nahm Herr Kroll auf Anweisung der Fürstlich Wiedischen Förster die eingewachsenen Waldränder teilweise zurück und entbuschte die Wiesen von Erlenanflug und Schwarzdornhecken. Somit haben die Weidetiere einen besseren Zugang zu den Springkrautpflanzen, besonders an den Wegerändern. Auch wird großen Wert darauf gelegt, die anfallenden Hölzer zu Energieholz aufzuarbeiten, teils als stückiges Brennholz, teils als Waldhackschnitzel. Die wirtschaftliche Nutzung ist der Garant für den langfristigen Bestand des Projekts. Bereits in der vierten Vegetationsperiode nach Projektbeginn bietet das Aubachtal wieder das ursprüngliche, vielfältige Landschaftsbild, auch sehr zur Freude der vielen Ruhe suchenden und sportlichen Menschen. „Manchmal können für ein großes Problem ganz einfache Lösungen gefunden werden“, war das Resümee von Fürstin Isabelle zu Wied.

Pressemitteilung Fürstlich

Wiedische Verwaltung Neuwied

Das Projekt im Aubachtal erhielt die Auszeichnung der UN. Foto: Ulrich Müller

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Julia Doll : Lieber Roman, ja absolut, sehe ich ganz genauso
  • Roman Bermel: Hallo Julia. Du hast vollkommen recht. Ich habe lange bei euch gearbeitet und bin auch heute noch in der Grundschule unterstützend tätig. Ich kann nicht feststellen, dass weniger Unterstützung notwendig ist, eher das Gegenteil ist der Fall.
  • Ignaz Wrobel: Bedauerlich und fragwürdig finde ich, dass offenbar nicht die konstruktive Mitarbeit (!!!) in kommunalen Gremien zur grundlegenden Mitwirkung bei solchen Entscheidungen gesucht wird. Ich würde mich...
  • W. Harkort: Danke für diesen Kommentar. Gab es auch Einwendungen wegen seltener Ameisen? Irgendwann in naher Zukunft werden diese Leute ihre Entscheidung bereuen. Dann ist es aber zu spät.
  • Walter Knieps: Warum erst jetzt ?!?!
Kreishandwerkerschaft
Holz Loth-Entsorgung
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Kreishandwerkerschaft
Rund ums Hause Mayen/Mendig
Maikirmes Franken
Outdoormöbel
Zukunft trifft Tradition KW 18
Empfohlene Artikel
Blick auf die Grundschule Weststraße in Bad Neuenahr mit den Klassencontainern, in denen während der Bauzeit der neuen Grundschule unterrichtet wird. Foto: GS
57

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Der Stadtrat von Bad Neuenahr-Ahrweiler hat beschlossen, die Elternbeiträge für die Betreuende Grundschule an den drei städtischen Grundschulen für das Schuljahr 2026/2027 von bislang jährlich 450 Euro auf 500 Euro je fünf Betreuungsstunden pro Woche und Kind festzulegen. Die Erhöhung wurde von allen Fraktionen als „moderat“ bezeichnet, Kritik gab es indes daran, dass „das...

Weiterlesen

Die Atemschutzwerkstatt der Feuerwehr Ahrweiler ist seit der Flut in Containern am Bad Neuenahrer Feuerwehrhaus untergebracht.  Fotos: GS
209

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Kreisstadt investiert in ihre Feuerwehr. Während an der Ramersbacher Straße in Ahrweiler die Arbeiten für das neue Feuerwehrhaus begonnen haben, standen zwei weitere Maßnahmen auf der Tagesordnung der letzten Stadtratssitzung unter Leitung von Bürgermeister Guido Orthen. Orthen wurde am 22. März als Direktkandidat der CDU in den neuen Landtag von Rheinland-Pfalz gewählt, der sich am 18. Mai konstituiert.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Foto: Kaikoro – Adobe Stock
289

Boppard/Emmelshausen. Auf der A61 zwischen Emmelshausen und Boppard befinden sich zwei Hunde auf der Fahrbahn. Dies meldet der ADAC. Verkehrsteilnehmende in beiden Fahrtrichtungen sollten also vorsichtig fahren. BA

Weiterlesen

Rund um´s Haus
Dauerauftrag 2026
Shopping Genuss Abend Ahrweiler / o.B. Sponsoring
Innovatives rund um Andernach
10 Jahre NoWi Bau
Maikirmes Franken
Berufskraftfahrer gesucht
Anzeige Show Alive
Zukunft trifft Tradition KW 18
Titelanzeige
First Friday Anzeige Mai
Zukunft trifft Tradition KW 18
Titel
10 Jahre Nowi
Azubispots Bad Neuenahr 2026
Anzeige neuer Mitarbeiter Jürgen Paaß
Imageanzeige Löhr Meckenheim