Josef Hovenjürgen spricht am CDU-Stammtisch mit Obstbauern
„Bodenständiger Politiker“
Meckenheim. Was bedeutet der Klimawandel für den Obstanbau? Wie kann ein Hof, in den Sohn oder Tochter einsteigen, zwei Einkommen sichern? Wie bildet ein Landwirt Rücklagen, wann und woher kommen Fördermittel für Bewässerungsanlagen? Das waren nur einige der Themen, die beim politischen Stammtisch der CDU Meckenheim im Café Landlust zur Sprache kamen. Als Referent und gefragten Gesprächspartner begrüßte CDU-Vorsitzende Katja Kroeger den Landtagsabgeordneten Josef Hovenjürgen, Generalsekretär der NRW-CDU und selbst (ehemaliger) Landwirt, der nach dem Tod des Vaters schon mit 15 in den Betrieb einsteigen musste. „Ein bodenständiger Politiker“ – zu diesem Schluss kamen die Teilnehmer, darunter zahlreiche Obstbauern der älteren und der jungen Generation. Auch Bürgermeister Bert Spilles und Fraktionsvorsitzender Joachim Kühlwetter waren gekommen.
Hovenjürgen sieht heute eine Spaltung der Gesellschaft, die Landwirte in „gut“ und „böse“ einteilt – gut sind die Biobauern, böse aller anderen. „Auch wer konventionell arbeitet, hat Respekt vor der Schöpfung und ein Interesse daran, die Natur zu erhalten“, betonte er. „Schwarzweißmalerei bringt uns nicht weiter, wir müssen fair miteinander umgehen.“
„Apfelsinen statt Äpfel“, wie im Titel der Veranstaltung provokant formuliert, werden die Meckenheimer Obstbauern wohl auch künftig nicht anbauen. Hovenjürgen ermutigte aber dazu, mit Züchtungen zu experimentieren, die weniger anfällig für Hitze sind. Der Klimawandel sei eine Tatsache, werde aber nicht im Hambacher Forst verhindert – auch hier seien zu viel Ideologie und zu wenig Respekt vor dem Gesetz im Spiel. In der Energiewende werde es ohne eine Übergangsfrist nicht gehen, „denn wir müssen auch danach ein Industrieland mit Arbeitsplätzen sein“. Für einen sinnvollen Weg hält Hovenjürgen den Export von Technologie in andere Länder, um auch dort Emissionen zu verringern. Weltweit würden derzeit 1100 neue Braunkohlekraftwerke gebaut.
Der CDU-Politiker appellierte auch an die Verbraucher, ihre Macht zu nutzen und nicht entsetzt zu sein über Bilder von Hühnerfarmen, um anschließend am Hähnchenstand auf günstige Preise zu pochen.
Viele Menschen haben den Bezug zur Landwirtschaft verloren, berichteten Obstbauern. So kommt es zu Beschwerden, weil Hagelnetze optisch kein Gewinn sind – als seien die Plantagen ausschließlich Erholungsparks.
Pressemitteilung
CDU Meckenheim
Katja Kroeger bedankt sich beim Referenten Josef Hovenjürgen.
Gefragter Gesprächspartner: Josef Hovenjürgen (zweiter von links) sprach am CDU-Stammtisch zum Thema Landwirtschaft. Er wurde von der Meckenheimer Vorsitzenden Katja Kroeger begrüßt (rechts neben ihr Fraktionsvorsitzender Joachim Kühlwetter, Bürgermeister Bert Spilles; links im Bild Günter Klein). Fotos: privat
