Politik | 13.11.2023

Bei Bendorfer Stadtratssitzung warnte Bürgermeister Mohr vor Hitze- und Trockenschäden bei Laubbäumen

„Buchen sind eine unberechenbare Gefahr“

Bendorf. „Buchen sind eine unberechenbare Gefahr“, erklärte Bendorfs Bürgermeister Christoph Mohr, als es bei der Stadtratssitzung um den Gemeindewald ging.

Durch Hitze- und Trockenschäden sterben zahlreiche Buchen, Eichen und andere Laubbäume. In der Ratsvorlage heißt es: „Das Absterben findet vermehrt auf Extremstandorten wie z.B. trockenen Kuppenlagen statt. Die zukünftige Dynamik des Buchensterbens kann derzeit noch nicht abgesehen werden. Der Zerfall von toten Buchen geht meist innerhalb weniger Wochen und Monate vor sich.“

Das bedeutet, dass Waldbesucher nicht mehr sicher sind. Daher sind kosten- und personalintensive Verkehrssicherungsmaßnahmen an Wegen und Schutzhütten notwendig, um den Wald auch zukünftig erlebbar zu machen.

Der Bendorfer Revierleiter Förster Johannes Biwer erläuterte dem Stadtrat ein Konzept, wie den Gefahren im Wald begegnet werden soll. In den Buchenwäldern sollen z.B. Traubeneiche, Esche, Ahorn, Kirsche, Nussbaum, Elsbeere, Speierling und Esskastanie gepflanzt werden, so dass ein widerstandsfähiger Mischwald entsteht.

Die neuen Bäume wachsen in den Löchern, die durch die Entnahme von Buchen entstanden sind. Der Stadtrat beauftragte die Forstverwaltung einstimmig, das vorgelegte Konzept mit weiteren Maßnahmen umzusetzen.

Ein großes Lob von Rat und Verwaltung bekam der vor mehr als zwei Jahren gegründete Jugendbeirat. Das neunköpfige Gremium im Alter von 14 bis 18 Jahren soll jugendrelevante Themen voranzubringen und neu entwickeln.

Diese Aufgabe hat der Jugendbeirat übererfüllt, indem er im Januar eine Umfrage bei 1545 jungen Leuten von 10 bis 18 Jahren in allen Klassen der weiterführenden Schulen startete. In den 1051 Antworten wurden u.a. die Sanierung und Pflege/Instandhaltung der drei Bolzplätze Spielplatz Kirchhofsweg, Bolzplatz Ringstraße, Bolzplatz Bleiche (Sayn) und neue Torrahmen und Netze gefordert. Themen waren auch bessere Bodenbeläge, das Aufstellen eines Cage Soccers und „outdoor gym-Geräten“ Da sich 75 Prozent der Befragten auf Radwegen nicht sicher fühlen, wollen sie einen baulich von der Straße getrennten Radweg zwischen Heimbach-Weis und Sayn Friedrichsberg, ein Tempolimit von 30 km/h auf der Hauptstraße zwischen den Kreuzungen Alter Weg und Luisenstraße sowie Verbreiterung und Pflege der Engstelle Vierwindenhöhe – Weitersburg. Das erläuterten Jugendbeiratsvorsitzender Max Weber und Vorstandskollegen dem Stadtrat in einer PowerPoint Projektion und erhielten dafür begeisterten Beifall. „Eine solche Umfrage hätte uns tausende Euros gekostet“, meinte ein Ratsmitglied. Große Diskussionen gab es um die provisorische Ampel an Fillingers Eck, das ist der Knotenpunkt Weiser Straße/ Engerser Landstraße/Koblenz-Olper-Straße/ Schlossstraße.

„Seit Jahrzehnten beschäftigt uns diese Kreuzung“, unterstrich Bürgermeister Christoph Mohr und weiter: „Probeweise haben wir dort eine Ampel, mittelfristig wird es eine Neuorientierung und Planung geben.“

Jetzt ging es darum, ob die behelfsmäßige Ampel abgebaut wird oder bleibt, bis der Landesbetrieb Mobilität (LBM) wie angekündigt Ende nächsten Jahres eine dauerhafte Ampelanlage installiert. Der vorzeitige Abbau würde die Stadt 10 000 Euro kosten.

Die SPD-Fraktion will einen Abbau der Ampel, da sie eine Gefahr sei. Die FWG (ehemals WUM) will Kosten sparen und die Ampel beibehalten. So auch die Grünen, da es überschaubar sei, wenn das Provisorium noch ein Jahr besteht. Die FDP sieht Gefahren für den Verkehr, wenn die Ampel für ein halbes Jahr abgebaut wird und fordert beim LBM Druck zu machen.

„Die Frage nach dem Zeitpunkt für die feste Ampelanlage stelle ich mir auch“, sagte Bürgermeister Mohr und fragte: „Was ist die richtige Entscheidung und wie lange dauert es wirklich?“ Mit 19 Stimmen dafür und 7 dagegen votierte der Stadtrat für die Beibehaltung der provisorischen Ampel.

Durchgewunken wurden vom Rat die Änderungen der Bebauungspläne Vierwindenhöhe und Bachstraße/Entengasse.

Ebenfalls einstimmig genehmigte das Gremium auch die geänderten Verträge für die Abwasserübernahmen von der Stadt Neuwied und der Verbandsgemeinde Vallendar für Weitersburg. HEP

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