Politik | 19.12.2016

Bürgerinitiative (BI) „Liebenswerte Stadt“

Bürger sorgen sich um architektonisches Erbe

Neugestaltung des in die Jahre gekommenen Kurparks

Bad Neuenahr. Die Neugestaltung des in die Jahre gekommenen Kurparks ist nicht nur für die Bürgerinitiative (BI) „Liebenswerte Stadt“ ein Areal, dem alle Aufmerksamkeit bei der anstehenden Neu- und Umplanung höchste Aufmerksamkeit zukommen soll. Und hier hat die Bürgerinitiative inzwischen auch erheblichen Erfolg. Nahezu 50 Bürger kamen trotz Uferlichter und anderer Weihnachtsmärkte im Ahrtal am vierten Adventssonntagabend zu einer öffentlichen Versammlung ins Hotel „Zum Goldenen Anker.“

Die Bürgerinitiative hatte sich gründlich vorbereitet und stellte in einer gekonnten Power-Point-Dokumentation die Geschichte des Kurparks seit Mitte des 19. Jahrhunderts vor. Dabei wurde schnell deutlich, wie wichtig es ist, sich mit dem Erbe der Stadtgeschichte intensiv auseinanderzusetzen, dass es um mehr gehe, als diesen sensiblen Bereich vorschnell architektonisch umzugestalten. Das geschichtsträchtige Areal zwischen Kurgartenbrücke und -straße sowie Kurparkcafé ist nach Meinung der BI eines der städtebaulich wichtigsten Projekte in Bad Neuenahr und wird von vielen Bürgern verfolgt. Die BI dokumentierte die Historie des Kurparks und seine Umgestaltung im 19. und 20. Jahrhundert und insbesondere des seit 1927. Damals gab es eine deutschlandweite Ausschreibung eines Architektenwettbewerbs, an dem sich 289 Architekten beteiligt hatten. Besonderes Lob erhielt die BI, dass sie die Architektur von Hermann Weiser vorstellte, dem Architekten, der die Ausschreibung gewann.

Ein Architekt, der nur wenigen bekannt ist. Das fünfköpfige Leitungsteam der BI mit Marion Morassi, Jürgen Lorenz, Axel Hausberg, Karl Heinen und Markus Hartmann hat einige hundert Euro aufgewendet, um die Forschungen zum Architekten Weiser vom Deutschen Nationalmuseum in Nürnberg erstellen zu lassen. Die BI stellte klar, dass sie an einer vernünftigen, sachlichen und konstruktiven Zusammenarbeit mit den Entscheidungsträgern interessiert ist und auch die ökonomischen Fakten und Bedürfnisse bei ihren Überlegungen nicht außer Acht lässt. Man sei nicht generell gegen Abriss und Neubau, möchte aber das kulturelle Erbe gewürdigt sehen. Es geht dabei insbesondere um die Gebäude gegenüber dem Thermalbadehaus; also um die kleine Ladenstraße am Kurpark, um Konzert- und Trunkhalle, um die beiden Brunnenanlagen und das Tanzcafé im Kurpark - sowohl entlang der Kurgartenstraße als auch innerhalb des Kurgartens. Gerade auch im Falle der heruntergewirtschafteten Geschäftsräume der Kolonnaden gelte es sorgfältig vorzugehen, schon jetzt gäbe es Leerstände von Geschäftsräumen in der Innenstadt. Die BI gibt zu bedenken, dass eine bereits angedachte zweigeschossige Bebauung die Großzügigkeit der Kurgartenstraße beeinträchtigen könnte. Außerdem wird vorgeschlagen, in Sachen Kolonnaden einmal „ganz neu zu denken“. Vielleicht gebe es hier Alternativen zur klassischen Nutzung als Verkaufsläden. Im Rahmen der Neuplanung schlägt die BI vor, sich stilistisch stärker an den Vorgaben des Architekten Hermann Weiser aus den 1930er Jahren zu orientieren. Der hatte damals im gesamten Terrain klare, einfache Strukturen geschaffen. Seine Bauten gehören zur Thematik der „Neuen Sachlichkeit“. Als Neue Sachlichkeit bezeichnet man in der Architektur - wie auch in der Literatur und in der Kunst - die Abgrenzung vom Expressionismus der frühen 1920er Jahre bis in die ersten Nachkriegsjahre. In der Architektur meint man damit insbesondere jene zweckbetonten Werke, die später als Bauhausstil oder Bauhausarchitektur berühmt wurden. Die Neue Sachlichkeit in der Architektur gehört gemeinsam mit weiteren Stilrichtungen zur Bewegung des Neuen Bauens. Weisers Pläne seien ein Beispiel für die Aufbruchsstimmung der damaligen Zeit. Mit ihren klaren Linien, den offenen Sichtachsen und dem Einbeziehen der natürlichen Umgebung des Kurparks seien sie richtungweisend in Sachen moderner Architektur gewesen. „Die heute in die Jahre gekommenen Bauwerke Konzert, -Trinkhalle und Wandelgang, aber auch die Kolonnaden lassen eine große Epoche des Bades Neuenahr aufleuchten“, fasste die BI zusammen.

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