Politik | 08.04.2024

FDP Rengsdorf-Waldbreitbach

Bürgerdialog: FDP diskutiert über medizinische Versorgung

Rund 30 Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung in die Sportsbar Auszeit gefolgt.  Foto: Frank Wagner

VG Rengsdorf-Waldbreitbach. Im Rahmen eines Bürgerdialogs hat die FDP kürzlich mit Bürgerinnen und Bürgern über die Aufrechterhaltung der medizinischen Versorgung in der Verbandsgemeinde Rengsdorf-Waldbreitbach debattiert. Anlass der Veranstaltung war die zwischenzeitlich vollzogene Schließung der Hausarztpraxis Dr. Nolden.

Besonders freuten sich die Liberalen darüber, dass rund 30 Bürgerinnen und Bürger der Einladung in die Sportsbar Auszeit gefolgt sind und den ganzen Abend lang aktiv mitdiskutiert haben. „Allein die Größe des Teilnehmerfelds zeigt uns, dass das Thema viele Menschen in unserer Region betrifft und umtreibt“, erklärt Tim-Jonas Löbeth, Vorsitzender der FDP Rengsdorf-Waldbreitbach. Doch nicht nur die reine Zahl der Anwesenden, sondern auch die bunte Mischung des Teilnehmerfeldes prägte die Diskussionen: Die Liberalen hatten Bürgerinnen und Bürger aus dem gesamten Landkreis und sogar aus einem benachbarten Landkreis zu Gast, darunter überwiegend Patienten, aber auch einige praktizierende und ehemalige Hausärzte sowie Vertreter anderer Parteien und Ortsbürgermeister. All diese Menschen zusammenzubringen, sei das Ziel der Veranstaltung gewesen. „Wir sind überzeugt: Nur indem wir alle Akteure gemeinsam an einen Tisch bringen, können wir zielführende Lösungen für die Aufrechterhaltung der medizinischen Versorgung finden“, so Löbeth. Zusammen mit der Freien Wählergruppe Wiedtal-Rengsdorfer Land (FWG-WIR) haben sich die Liberalen der medizinischen Versorgung in der Verbandsgemeinde schon seit fast drei Jahren verschrieben. Durch die zwischenzeitlich vollzogene Schließung der Hausarztpraxis Dr. Nolden habe die Diskussion aber wieder Fahrt aufgenommen. Schon einen Tag nach dem Bürgerdialog beschloss der Verbandsgemeinderat auf Grundlage einer fraktionsübergreifenden Initiative, eine „Arbeitsgruppe medizinische Versorgung“ einzusetzen, in die neben Vertretern der Lokalpolitik auch Vertreter der Ärzte- und der Bürgerschaft berufen werden.

Einige Impulse für die neue Arbeitsgruppe bekamen die Liberalen im Rahmen des Bürgerdialogs gleich mit auf den Weg. So gelangten die Bürgerinnen und Bürger im Rahmen ihrer Diskussionen zu dem Ergebnis, dass die neu eingesetzte Arbeitsgruppe dringend den Dialog mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) suchen müsse. Darüber hinaus müsse eine strategische Planung forciert werden, bei der die Kommunen gemeinsam erfassen, welche Berufsträger im medizinischen Sektor der Verbandsgemeinde überhaupt aktiv sind und wie deren Zukunftspläne aussehen. Mit Hilfe einer solchen Bestandsaufnahme könnten die Berufsträger bei der Nachfolgeplanung durch die Verwaltung frühzeitig und zielgerichtet unterstützt werden. In diesem Zuge könnten auch die Suche, Aufwertung oder Übertragung von geeigneten Immobilien für Praxisräumlichkeiten mit ausreichend Planungsvorlauf angegangen werden.

Diskutiert wurde auch über die Frage, ob ein medizinisches Versorgungszentrum (MVZ), gegebenenfalls sogar unter kommunaler oder öffentlich-privater Trägerschaft, einen Lösungsansatz darstellen könne. Gerade mit Blick auf die fachärztliche Versorgung wurde ein solches MVZ als Chance betrachtet, denn einig waren sich die Teilnehmer auch darüber, dass sich Fachärzte, wie etwa Kinderärzte oder Urologen, wieder verstärkt in der Verbandsgemeinde ansiedeln müssten. Erwartet werde von der Lokalpolitik außerdem, dass sie die Arbeits- und Lebensbedingungen für Berufsträger attraktiver gestaltet und sich für ein wirksames Standortmarketing einsetzt. Darüber hinaus könnten auch Förderprogramme zu Gunsten der Berufsträger, etwa für die Praxisausstattung oder für medizinisches Hilfspersonal, mögliche Lösungsansätze sein.

„Durch den Bürgerdialog haben wir viele wertvolle Impulse für unsere weitere kommunalpolitische Arbeit aus der Bürgerschaft erhalten“, resümiert Tim-Jonas Löbeth. „Die medizinische Versorgung ist ein zentrales Element lokaler Daseinsfürsorge. Unsere Gesellschaft wird immer älter, zeitgleich erleben wir, dass es immer weniger Landärzte gibt und eine Hausarztpraxis nach der anderen ohne Nachfolgelösung schließt. Diesen Negativtrend müssen wir stoppen. Ein Allheilmittel zur langfristigen Aufrechterhaltung der medizinischen Versorgung gibt es nicht. Vielmehr ist es erforderlich, dass wir ein Bündel aus mehreren Einzelmaßnahmen auf den Weg bringen. Dabei müssen wir Vieles probieren und auch mal den Mut haben, neue, unkonventionelle Wege zu gehen. Ohne eine vernünftige medizinische Infrastruktur geht die Attraktivität unserer Region den Buch runter. Soweit dürfen wir es nicht kommen lassen. Jetzt ist es noch möglich, zu handeln“, so Löbeth.

Pressemitteilung

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Rund 30 Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung in die Sportsbar Auszeit gefolgt. Foto: Frank Wagner

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