Politik | 24.09.2025, 13:34 Uhr

Bürgerinitiative (BI) „Zurück zur ursprünglichen Verkehrsführung“

Bürgerinitiative mit neuen Zahlen: Verkehrsbelastung erreicht kritischen Punkt

Das Messgerät, das die BI für die Verkehrszählungen nutzt.  Foto: privat
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Lahnstein. Die Bürgerinitiative (BI) „Zurück zur ursprünglichen Verkehrsführung“ weist erneut nachdrücklich auf die Folgen der sogenannten Ringlösung hin. Seit der Umkehrung der Adolfstraße hat die Belastung in vielen Stadtgebieten Oberlahnsteins durch steigendes Verkehrsaufkommen deutlich zugenommen.

„Die Realität zeigt, dass die neue Verkehrsführung nicht funktioniert“, betont die Bürgerinitiative.

„Anstatt den Verkehr auf das Stadtgebiet zu verteilen, erleben wir nun eine starke Konzentration in Oberlahnstein auf wenige Straßen mit sehr hoher Belastung. Deutlich längere Fahrwege und unnötige Umwege, mehr Emissionen, längere Rettungswege für die Feuerwehr, schlechte Erreichbarkeit der Innenstadt und des ÖPNVs, Bushaltestellen die in Randbereiche verlegt wurden und Linienbusse, die man jetzt rund um die Kastanienstraße im Kreis fahren lässt. Staus in der Sebastianusstraße, und ein deutlich höheres Unfall- und Lärmrisiko durch Tempoüberschreitungen sind nur einige Beispiele der aktuellen Situation“.

Das verdeutlichen neue Zahlen der BI. Um Fakten zu schaffen, wurden im August und September eigene Verkehrszählungen im Alleenring und der Sebastianusstraße durchgeführt. Besonders betroffen ist die Ost- und Nordallee, in der durchschnittlich 8.500 Fahrzeuge an Werktagen gezählt wurden, was bedeutet, dass zur Hauptverkehrszeit etwa alle fünf Sekunden ein Fahrzeug die Haustüren der Anwohner passiert. Auch die Sebastianusstraße ist mit rund 4.000 Fahrzeugen pro Tag stark belastet.

Hinzu kommt hier, dass fast 60 Prozent der gemessenen Fahrzeuge – darunter auch LKW und Linienbusse – die vorgeschriebenen 30 km/h überschreiten, zum Teil erheblich. Leider sind bisher regelmäßige Tempokontrollen ausgeblieben, und kommunale Kontrollen wurden leider aus Kostengründen vom Ausschuss abgelehnt.

Das hohe Verkehrsaufkommen ist weit mehr, als allgemein verträglich ist und ist nicht mehr mit einer Wohnnutzung vertretbar. Aus verkehrsplanerischer Sicht könnte die Ost- und Nordallee als Hauptverkehrsstraße eingestuft werden. Rechtlich ist dies sehr bedenklich, da durch Verkehrslärm, Emissionen und Sicherheitsrisiken entschieden die Lebensqualität beeinträchtigt wird, welches ein Rechtsverstoß gegen den §45 (Abs. I, Satz 1, Satz 2 Ziffer 5) der STVO bedeutet.

Im Mobilitätsentwicklungskonzept der Firma Vertec wurde deshalb auch auf den stark belasteten Knotenpunkt Ostallee/Sebastianusstraße hingewiesen, diesen entsprechend zu entschärfen. Von der Ringlösung und Umkehrung der Adolfstraße war hier keine Rede. Die Stadtverwaltung tut genau das Gegenteil.

Die Werte der Messungen belegen, dass die sogenannte Ringlösung zu einer Fehlverteilung der Verkehrsströme geführt hat. So wird z.B. die Umleitungsstrecke über die B42 aus Richtung Braubach zu wenig genutzt, da die mangelhafte Beschilderung den Verkehr ab dem Koppelstein immer noch in die Innenstadt führt, und nur für LKW die Durchfahrt gesperrt ist. Viele Straßen sind dieser Belastung strukturell und verkehrstechnisch nicht gewachsen, da sie hierfür nicht ausgelegt sind. Zusätzlich ist der Plan der Stadtverwaltung, zukünftig auch noch den gesamten Schwerlastverkehr in Oberlahnstein durch die Ost-, Nordallee, Adolf- und Burgstraße zu führen, anstatt ihn auf Nieder- und Oberlahnstein aufzuteilen.

Die durch die BI selbst erhobenen Messdaten stellen eine realistische Grundlage für eine längst überfällige Überprüfung des derzeitigen Verkehrskonzeptes dar. Sie dürfen nicht länger von der Stadtverwaltung und dem LBM ignoriert werden.

Die Bürgerinitiative fordert deshalb aktualisierte behördliche Verkehrsmessungen durch den LBM.

Zudem erneuert sie ihre Forderung nach einem Runden Tisch unter Beteiligung der Verwaltung, der politischen Gremien und der Bürgerschaft, um die Verkehrssituation umfassend neu zu bewerten.

Leider wurde diese Forderung vom Oberbürgermeister bisher nicht aufgegriffen. Der Handlungsbedarf ist angezeigt. Ein gemeinsames Gespräch ist unerlässlich. Pressemitteilung

Bürgerinitiative (BI)

„Zurück zur ursprünglichen

Verkehrsführung“

Das Messgerät, das die BI für die Verkehrszählungen nutzt. Foto: privat

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