Politik | 03.03.2026, 12:09 Uhr

Bürgermeisterwahl in Bad Neuenahr-Ahrweiler: So positionieren sich die Kandidaten zur Zukunft von Wald und Jagd

Bad Neuenahr-Ahrweile. Im Vorfeld der Bürgermeisterwahl am 22. März 2026 hat der Hegeringleiter Dr. Dirk-Siegfried Hübner die vier Bürgermeisterkandidaten zu ihren Positionen rund um die Themen Wald, Wild und die künftige Zusammenarbeit mit der Jägerschaft befragt. Die Antworten zeigen deutliche Unterschiede in den Lösungsansätzen:

Die vier Bürgermeisterkandidaten haben unterschiedliche Ansätze und Schwerpunkte, wie sie die künftige Zusammenarbeit mit der Jägerschaft gestalten wollen:

Christoph Scheuer

Er plant die Einrichtung eines Arbeitskreises bzw. eines Runden Tisches, an dem alle beteiligten Akteure des Waldes (inklusive der Jägerschaft, Forst, Tourismus und Naturschutz) mehrfach im Jahr zusammenkommen. Sein primäres Ziel ist es, das Miteinander in den Vordergrund zu stellen, gegenseitiges Vertrauen wiederaufzubauen und gemeinsam pragmatische Kompromisse für einen gesunden Waldumbau zu erarbeiten. Um der Jägerschaft entgegenzukommen, befürwortet er ausdrücklich die Anlage von vegetationsfrei gehaltenen Bejagungsschneisen. Generelle Betretungsverbote für Erholungssuchende zur Schaffung von Ruhezonen sieht er aufgrund der geltenden Waldgesetze jedoch als schwierig an.

Dr.-Ing. Axel Ritter

Er beantwortet die konkreten Einzelfragen des Hegeringleiters zunächst pauschal mit „Nein“. Für ihn steht der Hochwasserschutz an vorderster Stelle, weshalb er den Wald vor allem als Ort des Regenrückhalts betrachtet. Er betont jedoch, dass es genau in diesem Zusammenhang zwingend eine Zusammenarbeit der Stadt mit der Jägerschaft geben müsse. Seine genauen Vorstellungen dazu möchte er im Rahmen einer Hegeringversammlung im März 2026 im direkten Austausch näher erläutern.

Jörn Kampmann

Er betrachtet die Jägerschaft als einen entscheidenden Partner in einem intensiven, langfristigen Dialog zur Bewältigung der Waldproblematik. Er verspricht, als Bürgermeister konstruktiv, lösungsorientiert und ohne ideologische Vorfestlegungen mitzuwirken. Gleichzeitig fordert er von der Jägerschaft Kompromissbereitschaft ein und stellt klar, dass Dialog nicht bedeute, dass die Verwaltung die Positionen der Jägerschaft einfach umfänglich übernimmt. Zudem kritisiert er die Art und Weise, wie die Jägerschaft in der Vergangenheit teils in der Öffentlichkeit aufgetreten ist (z.B. bei der Novelle des Landesjagdgesetzes), da dies einem lösungsorientierten und vertrauensvollen Austausch nicht zuträglich gewesen sei.

Pascal Rowald

Er stellt sich stark an die Seite der Jäger und plant, deren ehrenamtliches Engagement und den hohen finanziellen Einsatz weiter zu fördern und zu unterstützen. Er möchte an der bisherigen Verpachtungspraxis städtischer Reviere festhalten und bietet konkrete kooperative Maßnahmen an: So sollen ungenutzte Flächen aus ehemaligen Monokulturen den Jagdgenossenschaften zur gemeinsamen Anlage von Wildäsungsflächen zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus plant er einen Runden Tisch, insbesondere mit den Verantwortlichen aus dem Tourismus, um ein Wegekonzept zur Lenkung von Freizeitnutzern zu erarbeiten und so gezielt Ruhezonen für das Wild zu schaffen. Ergänzend schlägt er einen vertiefenden Gesprächskreis vor, um Interessen auszugleichen und Konsens herzustellen.

Die vollständigen Antworten der Kandidaten werden den Mitgliedern des Hegerings zur Verfügung gestellt, um sich vor der anstehenden Wahl ein umfassendes Bild zu machen und Ihre Wahlentscheidung ableiten zu können.

Pressemitteilung Hegeringleiter Bad Neuenahr-Ahrweiler

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