Politik | 02.03.2022

MdBs Dr. Thorsten Rudolph und Dr. Joe Weingarten

Bundestagsabgeordnete treten Kritik am BAAINBw entgegen

Dr. Thorsten Rudolph. Foto: photothek.net

Koblenz. Der völkerrechtswidrige russische Überfall auf die Ukraine macht ein Umdenken in der Sicherheitspolitik nötig. Wie Bundeskanzler Olaf Scholz am vergangenen Sonntag mitteilte, sollen der Bundeswehr in diesem Jahr über ein Sondervermögen 100 Milliarden Euro für Investitionen zur Verfügung gestellt werden. Zudem sollen künftig Jahr für Jahr zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes investiert werden, um eine leistungsfähige und hochmoderne Armee aufzubauen. Damit kommen vor allem auf das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) in Koblenz neue Herausforderungen zu.

Die SPD-Bundestagsabgeordneten Dr. Thorsten Rudolph und Dr. Joe Weingarten, die als Mitglied im Haushaltsausschuss (Rudolph) respektive Verteidigungsausschuss (Weingarten) entscheidend an der konkreten Umsetzung der Investitionen mitwirken werden, sind überzeugt, dass das BAAINBw diese Herausforderung meistern wird. Sie warnen in der aktuellen Lage zugleich vor Diskussionen über den Standort und über eine grundlegende Umorganisation: „In Koblenz und Lahnstein arbeiten viele hochqualifizierte und hochengagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in Sachen Beschaffung einen enormen Erfahrungsschatz vorweisen“, erklären Rudolph und Weingarten. „Wir sind überzeugt, dass diese Experten die Kenntnisse und Fähigkeiten mitbringen, um die Bundeswehr so auszustatten, wie es für eine moderne Armee angemessen ist.“

Die beiden Bundestagsabgeordneten weisen ausdrücklich darauf hin, dass das BAAINBw ein hochspezialisierter Dienstleister ist, letztlich aber die Truppe bestimme, was genau beschafft werden soll. Gerade deshalb sei es unbedingt nötig, an den Prozessen und Verfahren zu arbeiten: „Es ist zwingend erforderlich, den Beschaffungsprozess und gerade auch die Beschaffungsplanung zu modernisieren und zudem das Vergaberecht zu überarbeiten. Wir müssen Bürokratie abbauen und die Ausschreibungen vereinfachen“, sagen die Bundestagsabgeordneten. Schließlich sei es erforderlich, dass endlich auch die Rüstungsindustrie ihre Versprechen und Zusagen sowohl in Bezug auf die vereinbarten Preise als auch die Lieferzeiten einhalte. „Nur so werden wir es schaffen, die Ausstattung schnell zu verbessern. Dabei brauchen wir auch eine leistungsfähige und zuverlässige Industrie“, so Rudolph und Weingarten.

Einer grundlegenden Umstrukturierung des Beschaffungsamtes oder sogar einer Dezentralisierung des Beschaffungswesens erteilen Rudolph und Weingarten dagegen eine Absage: „Ein solches Vorgehen würde nur dazu führen, dass die Beschaffungsbehörde jahrelang mit sich selbst beschäftigt wäre. Das kostet uns nur zusätzliche Zeit, die wir nicht haben. Unser Ziel ist klar: Wir wollen, dass die Bundeswehr möglichst schnell und effizient erheblich besser ausgestattet wird, dass sie ihren gesetzlichen Auftrag vollumfänglich erfüllen kann und dass sie ihre Zusagen gegenüber den NATO-Bündnispartnern erfüllen kann. Das BAAINBw in Koblenz ist aus unserer Sicht dabei nicht ein Teil des Problems, sondern ein Teil der Lösung“, sagen die Bundestagsabgeordneten abschließend.

Pressemitteilung des

Büro von Dr. Thorsten Rudolph

Dr. Joe Weingarten. Foto: Marco Urban / www.marco-urban.de

Dr. Joe Weingarten. Foto: Marco Urban / www.marco-urban.de Foto: www.marco-urban.de

Dr. Thorsten Rudolph. Foto: photothek.net Foto: photothek.net

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Kommentare
05.03.202212:44 Uhr
juergen mueller

Zwei, die nach ihrer Selbsteinschätzung "entscheidend" an einer konkreten Umsetzung der angedachten 100 Milliarden mitwirken werden. Abgehobener kann man nicht sein. Bevor man sich selbst u. etwas über den grünen Klee lobt, sollte man sich zuerst einmal detailliert über diesen monströs aufgeblasenen Behördenapparat mit seinen absolut überholten Strukturen informieren, den nicht nur Kramp-Karrenbauer u. Parteikollege Pilger als reformbedürftig eingestuft haben. Daraus geworden ist bisher nichts, wie erwartet. Eine fast katastrophale IT-Infrastruktur, veraltete Führungskultur, zu viel Verwaltung, moderne Strukturen = Fehlanzeige, Günstlingswirtschaft, vor allem ältere Mitarbeiter sitzen nur noch ihre Zeit ab etc. Ein Behördenapparat mit total überholten Strukturen. Davon noch nie etwas gehört? Noch nie sogen. Mitarbeiter-Bewertungen gelesen? Deutsche Politik hat eine ganz schlechte Fehlerkultur. Da wird über Dinge geredet, von denen man absolut keine Ahnung hat. So auch hier.

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