Neue Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer hält Festvortrag
CDU-Frauen erinnern an 100 Jahre Frauenwahlrecht
Meckenheim. Rund 350 Besucher waren am vergangenen Freitag in die Meckenheimer Jungholzhalle gekommen. Anlass war der Festakt der Frauen-Union zum Thema „100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland“. Aus diesem Grund hatte man ein Podium aufgebaut, wo die Geschäftsführerin des Wahnbachtalsperrenverbandes Ludgera Decking, MdL Oliver Kraus, Bürgermeister Bert Spilles sowie Lea Czybulka von der gleichnamigen Physiotherapie unter der Leitung von Sabrina Gutsche diskutierten.
Schnell kristallisierte sich hier das Thema der Vereinbarkeit von Familie und Beruf heraus. Lea Czybulka erläuterte, dass sie stets bemüht sei, die Arbeitszeiten ihrer Mitarbeiterinnen so zu gestalten, dass diese sich mit der Kinderbetreuung in Einklang bringen liessen, denn vielfach ende die Schule noch immer um 13.20 Uhr. Ihr Ziel sei es, dass Frauen unabhängig von der familiären Situation oder dem Beziehungsstatus arbeiten könnten.
Situation der Arbeitnehmerinnen im Rathaus diskutiert
Wie das denn im Rathaus aussehe, wollte Sabrina Gutsche von Bürgermeister Bert Spilles wissen. Der erläuterte, dass von 380 Mitarbeitern derzeit 227 Frauen sind, das entspricht rund 60 Prozent, und von den 19 Führungspositionen sind derzeit ebenfalls neun von Frauen besetzt, was fast einer 50-Prozent-Quote entspricht. Der Stadtchef betonte auf Nachfrage, dass es eine enge Zusammenarbeit mit der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt gebe und dass Mädchen häufig bei Tests für Einstellungen die Nase vorn hätten. Das Thema Führung sei nicht jedem in die Wiege gelegt, so Lea Czybulka in der Runde, auch hier gelte es abzuwägen zwischen Arbeit, Karriere und familiärem Umfeld.
Nach rund einer Stunde galt es, den Teilnehmern auf dem Podium Dank zu sagen und die neue CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer in Meckenheim zu begrüßen. Sabrina Gutsche sprach in ihrer Begrüßung von dominanten Männern, und es blieb offen, ob sie damit auch die Mitbewerber Jens Spahn und Friedrich Merz meinte.
Annegret Kramp-Karrenbauer ging auf diese Spitzen jedoch nicht ein und betonte, dass es ein fairer Wettstreit gewesen sei, der stilbildend für die gesamte Partei gewesen sei. Sie betonte, dass niemand nach dieser Wahl aus der Verantwortung für die CDU entlassen sei, und dem fühle sie sich verpflichtet. Sie forderte dazu auf, einmal über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen, sehr viel habe sich weltweit für Frauen getan. Es gebe aber immer noch Länder, wo es nachteilig sei, als Frau geboren zu sein. „Frauenrechte sind Menschenrechte“, so Annegret Kramp-Karrenbauer in ihrem Vortrag, und sie betonte, dass das Recht auf Bildung und körperliche Unversehrtheit für Frauen eben nicht überall gelte. Dies bezog sie auch auf andere Kulturkreise, und es ist für sie nicht akzeptabel, dass die Rechte von Frauen hier mit dem Schlagwort der „kulturellen Toleranz“ eingeengt werden.
Frauen nicht ausreichend repräsentiert
Dass es jedoch auch in Deutschland und in der CDU in Sachen Gleichstellung an manchen Stellen hapert, das zeige sich auch daran, dass es noch immer nicht gleichen Lohn für gleiche Arbeit gebe und Frauen häufig für die gleiche Tätigkeit weniger Geld bekämen als Männer. Frauen müssten sich stärker in die Politik einbringen und seien hier immer noch nicht ausreichend repräsentiert. So seien nur 26 Prozent der CDU-Mitglieder Frauen, und nur 20 Prozent der Bundestagsfraktion bestehe aus Frauen.
Dabei griff sie ein Wort der ehemaligen Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth auf, die gesagt hatte, dass ohne Frauen kein Staat zu machen sei. Annegret Kramp-Karrenbauer betonte die Richtigkeit dieses Satzes und ergänzte: „Ohne Frauen ist keine Wahl zu gewinnen“. Dabei forderte sie, dass in der eigenen Partei mit gutem Beispiel vorangegangen werde. Das bedeute auch neue Diskussionsformen. So stellte sie aus ihrer eigenen kommunalen Erfahrung infrage, ob es denn wirklich jeden Abend eine Sitzung über mehrere Stunden geben müsse. Oder bei Ratssitzungen häufig alles gesagt sei, aber halt noch nicht von jedem.
Sie erzählte hierbei von einem neuen Format im Konrad-Adenauer-Haus, wo sie sich als Generalsekretärin Fragen der JU stellen musste. Wenn ihre Antwort zu langatmig wurde, konnte jemand einen Buzzer drücken und der nächste kam dran. Was am Anfang ungewohnt wirkte, führte schnell zum Ehrgeiz, die Antwort so knapp zu geben, dass niemand den Buzzer drückte. Ebenfalls ermunterte sie die örtliche CDU, über neue Veranstaltungsformen nachzudenken und sich auch thematisch einmal breiter aufzustellen.
Fragen der Zuschauer umfassend beantwortet
Hoch zufrieden dürften die Besucher auch über die anschließende Fragestunde gewesen sei, hier konnte jeder seine Frage an die neue Parteichefin stellen, und Annegret Kramp-Karrenbauer nahm sich die Zeit, diese auch umfassend zu beantworten. Dabei mahnte sie auch an, dass sich die CDU dem Thema Umwelt stärker widmen müsse. Annegret Kramp-Karrenbauer hierzu wörtlich: „Für eine Partei, die das C in ihrem Namen hat, sollte die Bewahrung der Schöpfung immer im Blick sein.“ Mit viel Applaus, Meckenheimer Äpfeln, Blumen und einem Bildband wurde Annegret Kramp-Karrenbauer aus der Apfelstadt verabschiedet.
STF
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Gut, dass die CDU vor hundert Jahren (12.11.1918!) das
Frauenwahlrecht erstritten hat!
Und wie gut, dass das CDU-Mitglied Marie Juchacz am 19.02.1919 als erste Frau in der Weimarer Nationalversammlung gesprochen hat!
Einfach sensationell dieses großartige Geschichtsbewusstsein!