Politik | 27.09.2017

CDU Kreisverband Cochem-Zell

CDU-Landtagsfraktion bestätigt

Cochem-Zell. Experten bestätigten die Auffassung der CDU: Es ist dringend ein echtes Konzept erforderlich für kleine Grundschulen im ländlichen Raum, denn bereits jetzt erfüllen schon 43 Prozent nicht mehr die gesetzliche Vorgabe. Daher könne man nicht mehr von Ausnahmen sprechen, sondern es sei bereits Regel. Auf Initiative der bildungspolitischen Sprecherin Anke Beilstein hatte die CDU-Landtagsfraktion daher einen Gesetzentwurf eingebracht, der ein Konzept mit dem Ziel des Erhalts kleiner Grundschulen im ländlichen Raum zum Inhalt hat.

In dieser Woche fand dazu eine Expertenanhörung in Mainz statt. Anwesend im Kreise der zahlreich interessierten Zuhörer und Presse waren auch Bürgermeister Helmut Probst und Ortsbürgermeister Heinz Zilles. Sie erlebten mit, wie Anke Beilstein mit gezielten Fragen an die Experten immer neue Fakten entlockte, die für den Erhalt kleiner Grundschulen sprechen. Bei einer Betroffenheit von über 43 Prozent aller Grundschulen sei es eigentlich Aufgabe eines Landes, ein Zukunftskonzept zu erstellen, stellte Wolf Krämer-Mandeau von biregio (Projektgruppe Bildung und Region) fest. Er erwarte in den nächsten Jahren jährlich einen Schülerzuwachs von 1000 Kindern. Da stelle sich die Frage, welche Gedanken sich das Land über den erhöhten Lehrerbedarf mache. Für Anke Beilstein bestätigte sich damit eine Befürchtung, die bereits bei der letzten Plenardebatte offenbar geworden war, als Daniel Köbler (Grüne) und Johannes Klomann (SPD) von der Lehrerbelastung in den Städten berichteten, wohingegen es auf dem Land paradiesische Zustände gebe.

„Ganz offenbar steht hinter dem Ansinnen der Landesregierung wohl doch der Gedanke, im ländlichen Raum Schulen zu schließen, um Lehrer für den städtischen Bereich zu rekrutieren.“ Das könne nicht hingenommen werden – weder aus infrastrukturellen noch aus pädagogischen Gründen. Marcus Kirchhoff als Vertreter der Elterninitiative „Rettet unsere Zwergschulen – Grundschulen müssen bleiben“ legte eindrucksvoll die infrastrukturelle Bedeutung für das Gemeindeleben dar. Auch sei es geradezu widersprüchlich und habe nichts mehr mit Nachhaltigkeit zu tun, wenn man diesen Weg gehe: „Die Programme der EU und des Landes zur Stärkung des ländlichen Raumes wie z.B. Dorferneuerung werden Unsummen verschlingen und ins Leere laufen.“ Pädagogisch sei übrigens auffallend, dass häufig von den weiterführenden Schulen gerade den Schülern, die von kleinen Grundschulen kämen, eine hohe soziale Kompetenz bescheinigt werde.

Welchen Weg man bei gleicher Problemstellung in Bayern geht, erläuterte der Vertreter des bayerischen Bildungsministeriums, Walter Gremm. Dort sei der Erhalt kleiner Grundschulen erklärtes Ziel der Landesregierung, die dies auch aktiv fördere. So gibt es dort z.B. mit dem Demographiezuschlag einen zusätzlichen Lehrereinsatz von 180 Vollzeitkräften, um diesem Ziel gerecht zu werden. Außerdem seien Schulverbünde ein richtiger Ansatz für eine gute schulorganisatorische Lösung. „Genau dieser Ansatz ist in unserem Gesetzentwurf enthalten.“, stellt Anke Beilstein fest. Gemeinsam mit den betroffenen Schulen in Cochem-Zell wird sie auf dem weiteren Weg des Gesetzesverfahrens dafür kämpfen, dass die Grundschulen in Lieg, Müden, Alf und Pünderich erhalten bleiben.

Pressemitteilung

CDU Kreisverband Cochem-Zell

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